Vor nunmehr 16 Jahren entwickelte der Hersteller Intel einen standardisierten Anschluss, der Peripheriegeräte mit dem PC verbindet. Der universal serial BUS (USB 1.0) sollte eine ganze Reihe von PC-Schnittstellen ablösen. Da es zu Anfang allerdings kaum Geräte gab, die man über USB hätte anschließen können, wurde der neue Standard gern mit useless serial BUS übersetzt.
Bei seiner Überarbeitung auf USB 1.1 im Jahr 1998 wurden einige Anpassungen vorgenommen und Fehler behoben. Mit einer maximalen Datenrate von 12 Mbit/s lag der neue Standard weit hinter Apples FireWire-Standard (IEEE 1394). Dieser bot bereits seit seiner Entwicklung im Jahr 1995 eine Datenrate von bis zu 400Mbit/s. Trotzdem übernahm Apple die neue Universalschnittstelle USB 1.1 und ersetzte damit schrittweise den eigenen Anschluss ADB (Apple Desktop Bus).
USB 2.0 wird zum weltweiten Standard
Mit der Einführung des USB 2.0-Standards ab dem Jahr 2000 setzte sich die universale Schnittstelle durch und vereinheitlichte die Anschlüsse von Massenspeichern, Druckern, Digitalkameras, Tastaturen und unzähligen weiteren Geräten. Heute gibt es so gut wie kein Peripheriegerät, das nicht mit einer USB-Schnittstelle ausgestattet ist. Und der 2.0-Standard mit einer maximalen Datenübertragungsrate von 480 Mbit/s reichte bislang für die meisten Verwendungszwecke aus.
Doch modernste Anwendungen und Geräte erfordern zunehmend höhere Übertragungsraten. Und nachdem Apple 2003 seinen FireWire-Standard auf 800 Mbit/s aufstockte, wurde 2008 der neue USB 3.0 vorgestellt. Dieser zog drei Jahre später mit einer theoretischen maximalen Datenrate von 5 Gbit/s in den Massenmarkt ein. Er brachte neue Stecker, Buchsen und Kabel mit, die größtenteils mit den alten kompatibel sind.

USB 3.0 vs. Thunderbolt
Gleichzeitig ging die Thunderbolt-Schnittstelle, eine Kooperation zwischen Intel und Apple, als sinnvolle Ergänzung zu USB 3.0 in den Verkauf. Dieser Schnittstelle haben wir in der Vergangenheit schon einige Zeilen gewidmet, zum Beispiel hier. Thunderbolt ist mit 2x 10Gbit/s wesentlich schneller als USB 3.0, doch die Auswahl an anschließbaren Geräten entwickelt sich gerade erst: Neben dem Apple Thunderbolt Display gibt es mittlerweile einige Festplatten wie die Elgato Thunderbolt SSD. Prinzipiell ist Thunderbolt überaus vielseitig und kann Video-, USB-, FireWire- sowie Ethernet-Signale übertragen.
USB 3.0 fährt da auf einer wesentlich schmaleren Spur. Allerdings können jegliche Geräte mit USB 2.0- oder USB 1.1-Anschluss auch über USB 3.0 verbunden werden, was zu einer nahezu unerschöpflichen Auswahl an Peripherie führt. Speziell für USB 3.0 optimierte Geräte tragen die Kennzeichnung „SuperSpeed USB“. Nur sie können die größtmögliche Datenübertragungsrate wirklich nutzen. Sie laufen außerdem an USB 2.0-Anschlüssen, können dort aber nicht ihre volle Geschwindigkeit nutzen.
USB 3.0 besitzt einen Stromspar-Modus. Der BUS kann in eine Art Stand by-Betrieb gehen. Er verbraucht dann kaum Energie und hält trotzdem die Verbindung zwischen den Geräten aufrecht. Darüber hinaus besitzt er eine maximale Stromstärke von 900 mA (vormals 500 mA). Dadurch versorgt er zum Beispiel stromhungrigere externe 2,5-Zoll-Festplatten (500 GByte und größer) mit genügend Energie, sodass die lästigen Y-USB-Kabel für getrennte Daten- und Stromversorgung wegfallen. 3,5-Zoll-Festplatten und größere Geräte benötigen allerdings weiterhin ein Netzteil.

Zur Kompatibilität USB 2.0/3.0:
- USB 3.0-Kabel sind aufgrund ihrer Anbauten nicht mit USB 2.0-Endgeräten kompatibel.
- USB 3.0-Typ B-Stecker sind nicht abwärtskompatibel.
- USB 2.0-Kabel können an USB 3.0-Endgeräten benutzt werden.
- USB 3.0-Kabel können an USB 2.0-Hosts benutzt werden, erfordern dann aber USB 3.0-Endgeräte.
- USB 2.0-Kabel können an USB 3.0-Hosts benutzt werden.
- USB 3.0-Endgeräte können an USB 2.0-Hosts angeschlossen werden. Eventuell gibt es Probleme, wenn diese mehr als 500 mA Strom aufnehmen (USB 3.0 erlaubt bis zu 900 mA, USB 2.0 nur bis 500 mA).
- USB 2.0-Endgeräte können an USB 3.0-Hosts angeschlossen werden.
USB 3.0-Übertragungen finden aber dann nur statt, wenn alle drei Komponenten (Host, Kabel, Endgerät) USB 3.0-tauglich sind. Ansonsten wird auf USB 2.0 heruntergeschaltet.
Thunderbolt ist schnell und flexibel
Der große Vorteil von Thunderbolt ist, dass jederzeit genug Bandbreite zur Verfügung steht, um mehrere besonders schnelle Geräte in Reihenschaltung anzuschließen. Dazu ist kein Hub oder Switch mehr nötig. So ist es zum Beispiel möglich, an nur einem Thunderbolt-Anschluss mehrere externe Highspeed-Festplatten, ein Gerät zur Videoaufzeichnung und dazu ein Display mit Mini DisplayPort mit maximalem Durchsatz anzuschließen.
Die neueste Generation des MacBook Pro und des MacBook Air bringt sowohl einen Thunderbolt- als auch USB 3.0-Anschlüsse mit. Apple kombiniert hier die Vorteile der vielseitigen, aufwändigen Thunderbolt-Technologie mit der – in ihrem Funktionsrahmen eingeschränkten, aber einfachen und günstigen – USB-Technologie. Die beiden können sich in Zukunft sinnvoll ergänzen.





