Apple Music vs. Spotify: Welcher Musikstreaming-Dienst passt zu dir?

Apple Music und Spotify beherrschen den Streaming-Markt für Musik. Aber deshalb ist es nicht egal, für welchen Dienst ihr euch entscheidet. Wir lassen die beiden Platzhirsche gegeneinander antreten.

Apple Music und Spotify sind die Giganten der Musikstreaming-Szene. Beide zusammen kommen auf fast 50 Prozent Marktanteil, wobei Spotify mit deutlichem Abstand führend ist (31 % vs. 15 %; Quelle: Midia). Das liegt aber auch daran, dass Spotify fast neun Jahre Vorsprung hat. Welcher der Dienste besser ist, lässt sich auf den ersten Blick nicht beantworten. Wir vergleichen die beiden bestplatzierten und arbeiten die Unterschiede für euch heraus.

Was sind Musikstreamingdienste?

Musikstreamingdienste sind Anbieter, die Songs in einer Cloud speichern und für euch bereitstellen. Eure Lieblingsmusik genießt ihr so von jedem Gerät an jedem Ort. In der Regel verlangen Musikstreamingdienste dafür eine monatliche Pauschale, die sich je nach Qualität und Funktionsumfang zwischen 5 und 20 Euro bewegt. Eine Bezahlung pro Song oder Album wie im iTunes Store gehört damit der Geschichte an. Anders ist jedoch, dass ihr Musik nur leiht und diese euch zu keinem Zeitpunkt wirklich gehört. Nach Beenden eines Abos erlischt auch der Zugriff.

Größter Vorteil von Musikstreamingdiensten ist die riesige Auswahl. So zählt Spotify – 2006 in Schweden gegründet – inzwischen über 80 Millionen Titel. Apple Music (seit 2015) kommt sogar auf stolze 90 Millionen. Weitere bekannte Anbieter von Musikstreaming sind Amazon Music, Youtube Music und Deezer.

Apple Music vs. Spotify: Welche Musikqualität bieten die Dienste?

Beim Streamen von Musik müsst ihr immer einen Kompromiss zwischen Datenverbrauch und Musikqualität eingehen. Je besser die Qualität des Klangs, desto höher der Datenverbrauch. So kostet der gleiche Titel im HE-AAC Codec etwa 1,5 Megabyte, bei normaler Qualität 6 Megabyte, im Lossless-Format 36 Megabyte und verlustfrei sogar 145 Megabyte. Was beim Streamen über eine WLAN-Verbindung vielleicht irrelevant erscheint, spielt beim Streamen von unterwegs über das mobile Datennetzwerk eine größere Rolle. Auch beim Download von Songs solltet ihr dann auf euren Speicherplatz schauen.

Sowohl über Apple Music als auch bei Spotify streamt ihr Musik effizient mit wenig Datenverbrauch im HE-AAC-Format mit bis zu 64 Kilobit pro Sekunde (kbit/s). Für normale bis Lossless-Qualität setzen beide auf den AAC-Codec (Advanced Audio Coding) – Apple standardmäßig auf 256 kbit/s, Spotify verwendet 128 kbit/s oder 256 kbit/s und zusätzlich noch das Ogg/Vorbis-Format mit bis zu 320 kbit/s. In der Praxis sind die Unterschiede gering. Hier ist eher eine dritte Qualitätsstufe spannend: verlustfreies Audio, oder auf Englisch „lossless“.

Diese bietet bisher nur Apple Music. Seit 2021 bietet der Anbieter auf seiner Streaming-Plattform Songs im verlustfreien Apple-Lossless-Audio-Codec, kurz ALAC. Ob die Soundqualität maximal ist, hängt aber von euren Ausgabegeräten ab. Bluetooth-Kopfhörer wie AirPods oder Beats-Kopfhörer unterstützen die verlustfreie Wiedergabe über ALAC nicht. Einzige Möglichkeit für den verlustfreien Audio-Genuss ist eine kabelgebundene Verbindung zu Kopfhörern, Receivern oder Aktivlautsprechern. Für Lossless entwickelte drahtlose Formate wie aptX-HD unterstützt Apple derzeit noch nicht.

Surround-Simulation: Apple bietet Musikwiedergabe in 3D mit Dolby Atmos (Foto: Apple)

Dafür kann Apple Music mit Dolby Atmos punkten – Musikwiedergabe in 3D. Diese Funktion macht euer Musikerlebnis lebendiger und simuliert ein Surroundsystem in den Kopfhörern. Jedoch ist nur eine begrenzte Auswahl an Songs mit diesem Feature verfügbar. Außerdem benötigt ihr kompatible Kopfhörer wie zum Beispiel aktuelle AirPods oder Beats.

Apple Music vs. Spotify: Welche Abo-Modelle gibt es?

Auch die Preise und Abo-Modelle der beiden Anbieter unterscheiden sich auf den ersten Blick nur gering. Doch bei genauerer Betrachtung haben beide Streaming-Dienste ihre eigenen Besonderheiten. Die Standard-Abos für Einzelpersonen kosten 9,99 Euro pro Monat. Seid ihr an einer Hochschule eingeschrieben, reduziert sich dieser Preis im Studierenden-Abo auf 4,99 Euro. Auch Familien profitieren von einer gemeinsamen Anmeldung. Das Familien-Abo erhaltet ihr für 14,99 Euro und schaltet dadurch einen Premiumzugang auf bis zu sechs Geräten frei. Diese drei Angebote bieten sowohl Apple Music als auch Spotify.

Die hauseigene Streaming-Plattform von Apple verfügt dazu über ein sogenanntes Voice-Abo für 4,99 Euro. Dieses ist speziell für die Benutzung zusammen mit dem Sprachassistenten Siri gedacht. Die Download-Funktion fällt in dieser Variante weg. Und wer ohnehin schon für iCloud-Speicherplatz, Apple TV+ und Arcade zahlt, bekommt mit dem Apple One Bundle für monatlich 14,99 Euro das ganze Paket zu einem richtig guten Preis.

Wenn ihr fürs Musik streamen am liebsten gar kein Geld ausgeben wollt, werdet ihr bei Spotify fündig. Die kostenlose Version des schwedischen Anbieters ermöglicht euch die Wiedergabe von Musik mit Werbepausen sowie das Zusammenstellen einer begrenzten Anzahl von eigenen Wiedergabelisten. Auch die Qualität reduziert sich auf nur noch 128 kbit/s. Zum Hören müsst ihr immer mit dem Internet verbunden sein, da ein Download ohne bezahltes Abo nicht möglich ist. Etwas günstiger als das Familienmodell ist das Duo-Abo – eine Streaming-Lizenz für zwei Geräte. Beim Preis von 12,99 Euro spart ihr also rund sieben Euro im Vergleich zu zwei Einzelaccounts. Die Sache hat nur einen Haken: Duo- und Familien-Abo-Benutzer müssen zusammen unter einem Dach wohnen. Bei der Aktivierung der Premium-Accounts werden die Adressen der Benutzer geprüft.

Welche Geräte funktionieren am besten mit Apple Music und Spotify?

Für Apple Music lässt sich diese Frage schnell beantworten: Alle Geräte aus dem Apple-Kosmos. Aber nicht nur auf iOS oder MacOS hört ihr mit Apple Music. Auch Android-Geräte sind mit Apple Music kompatibel sowie die Speaker von Sonos, Google Nest, Amazon Echo und PCs mit der neuesten iTunes-Version. Ein Nachteil ist, dass bei Apple Music keine Podcasts angeboten werden. Diese müsst ihr über die iOS Podcast App hören, die Android-Nutzern wiederum nicht zur Verfügung steht. Neben den gängigen Geräten hört ihr Apple Music auch mit CarPlay in eurem Auto, auf eurem Smart TV oder mit Spielekonsolen.

Spotify setzt auf eine vielseitige Einsetzbarkeit und ist auf fast allen Geräten problemlos nutzbar. Von iOS über Android bis hin zu Windows. 2021 Jahr veröffentlichte Spotify zudem die langersehnte Funktion, Musik auch offline auf der Apple Watch zu hören. Mit einer heruntergeladenen Playlist auf der Apple Watch braucht ihr nicht extra euer iPhone dabei zu haben. Dazu existiert eine ausgereifte Webversion, die das Musikhören auf dem Computer ohne spezielle App ermöglicht.

Mit welchen Sprachassistenten sind die Dienste kompatibel?

Auch die intelligenten Begleiter im Haushalt wie Siri oder Alexa können für euch Musik suchen und abspielen. Wie erwartet ist es am einfachsten, wenn ihr Apple Music mit Apples HomePod hört. Die Übertragung auf den smarten Lautsprecher aktiviert ihr mit wenigen Handgriffen in der Apple Music App. Oder einfach – ab einem iPhone 11 oder neuer – indem ihr das iPhone auf einen HomePod zubewegt. Eine andere Möglichkeit ist, den HomePod nur über Sprachbefehle zu bedienen. Hierfür lohnt sich das oben genannte Voice-Abo von Apple Music. Mit Alexa-Geräten wie dem Amazon Echo oder Sonos läuft die Wiedergabe über die App des Herstellers, in der ihr Apple Music bei der Ersteinrichtung hinterlegt.

Der schwedische Anbieter überzeugt auch in dieser Disziplin mit einer fortgeschritteneren Kompatibilität. Mit der Musik-App hört ihr eure Lieblingssongs auf allen gängigen Sprachassistenten auf dem Markt. Beim HomePod seid ihr momentan noch auf AirPlay und somit auf ein iPhone, iPad oder einen Mac als Abspielgerät angewiesen.

Mit Musikstreamingdiensten neue Musik entdecken

Ihr hört immer die gleichen Songs und wollt auch mal etwas Neues entdecken? Musikstreamingdienste nehmen euch die Arbeit ab, indem sie Wiedergabelisten erstellen und aktuelle Musikvorschläge liefern. Aber wie gut erledigen Apple Music und Spotify diesen Job?

Sowohl Apple Music als auch Spotify haben eine große Auswahl an kuratierten Wiedergabelisten für jede Stimmung – ob Chill, Party oder Musik zum Duschen. Beide Anbieter halten diese Playlists aktuell, sodass ihr immer Abwechslung beim Hören habt. Jedoch merkt man, dass Spotify durch die lange Erfahrung im Musikstreamingsektor breiter aufgestellt ist. Ihr genießt fertige Song-Zusammenstellungen von TV-Serien wie Suits oder Stranger Things. Dafür produziert Apple Music Radioshows mit echten Hosts, die euch Musik aus verschiedensten Genres vorstellen. Eine beliebte Show ist die „Rocket Hour“ mit Elton John.

Der Eingang zur Musikwelt: Rezeption in der Spotify-Zentrale in Stockholm (Foto: Spotify)

Wenn es um reine Songvorschläge geht, hat Spotify die Nase vorn. Der schwedische Dienst benutzt das Clustering-Verfahren, um herauszufinden, welche Musik ihr gerne hört. Dabei sortiert der Algorithmus eure gehörten Songs in Gruppen und kann euch Musik-Mixe basierend auf Stimmung und Genre bereitstellen. Ebenfalls ist Spotify Wrapped eine beliebte Funktion, die euch einen komprimierten Jahresrückblick eurer Lieblingssongs zeigt. Apple nennt diese Funktion „Replay“.

Apple Music vs. Spotify: Weitere Funktionen?

Gerade Nutzer, die früher schon Musik über iTunes gekauft haben, profitieren von Apple Music, da die erworbenen Alben und Songs automatisch integriert sind. Neben gekauften Titeln lässt Apple Music euch auch eigene Musik importieren, die dann cloudbasiert gespeichert und auf all euren Geräten verfügbar ist. Spotify kann zwar lokale Dateien abspielen, ein Upload und die Nutzung über mehrere Geräte hinweg ist aber nicht möglich.

Spotify Connect verwandelt euer Handy in eine Fernbedienung, mit der ihr andere Geräte im Haus steuert. Besonders die Bedienung von Smart-Home-Lautsprechern wird damit ein Kinderspiel. Apropos Kinder – für die kleinen Hörer im Haus ist Spotify Kids die Anlaufstelle der musikalischen Früherziehung. Ihr kontrolliert in der separat erhältlichen App das Streamingverhalten und entscheidet, was eure Kinder hören dürfen.

Fazit: Apple Music vs. Spotify

Welcher Anbieter für euch die bessere Wahl ist, hängt ganz von euren individuellen Bedürfnissen ab. Nutzer verschiedener Apple-Geräte, die Wert auf eine rundum gelungene Integration setzen, sind mit Apple Music bestens beraten. Beim Kauf eines Bundles in Kombination mit anderen Apple-Diensten ist die Musik-App sogar oft schon inklusive. Aber auch Musikliebhabern, bei denen Qualität das entscheidende Merkmal ist, sollten zu Apple und dem Lossless-Feature greifen.

Spotify lohnt sich vor allem für Sparfüchse. Das kostenlose Modell ist ein hervorragender Einstieg in die Welt des Musikstreamings. Familien und Paare erhalten von Spotify durch die speziellen Abo-Modelle ein mit Vorteilen versehenes Hörerlebnis. Zudem ist Spotify gut in die verschiedenen Sprachassistenten und Smart-Home-Lautsprecher integriert. Außerdem bietet Spotify mehr professionelle und von anderen Anwendern erstellte Wiedergabelisten.

Étienne

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