Cloud-Gaming 2021: So gut funktioniert Gaming auf dem Mac

Cloud-Gaming bringt die Spielewelt auf den Mac. Wir erklären, wie ihr an die Spiele kommt und welche Voraussetzungen euer Mac mitbringen muss.

Die Gamer unter euch hatten es bisher nicht leicht. Ohne Einschränkungen und aufwendige Vorbereitungen war Gaming auf dem Mac lange undenkbar. Ändern soll das: Cloud-Gaming. Statt eure Spiele lokal zu installieren und auf eurem Mac auszuführen, läuft das Spiel auf dem Server des Anbieters. Wir geben euch einen Überblick über die wichtigsten Cloud-Gaming-Anbieter und beantworten die Frage, ob Cloud-Gaming auf dem Mac wirklich eine Alternative zum Gaming-PC ist.

Was ist Cloud-Gaming und wie funktioniert es?

Cloud-Gaming überträgt das Netflix-Prinzip auf die Spielewelt. Traditionell findet Gaming vollständig in eurem eigenen Wohnraum statt. Ihr nutzt eine Spielekonsole, einen PC oder euren Mac und startet das Spiel, das auf eurer Festplatte installiert ist. Beim Cloud-Gaming läuft das Spiel nicht lokal auf eurer Festplatte, sondern auf dem Server des Cloud-Gaming-Anbieters. Dieser streamt die Daten dann direkt auf euer Gerät. Daher braucht Ihr keine teure Hardware, um aktuelle AAA-Titel, also die Blockbuster unter den Spielen, in hohen Einstellungen flüssig spielen zu können. Ob ihr einen älteren iMac von 2013 oder ein aktuelles MacBook nutzt: Die Gaming-Erfahrung bleibt dieselbe.

Cloud-Gaming: Diese Voraussetzungen müsst ihr erfüllen

Alle Cloud-Gaming-Anbieter setzen auf moderne Kompressionsverfahren, um die Datenmenge stark zu verringern. Eine Bandbreite von 50 Mbit/s ist bei allen Anbietern ausreichend. Wichtiger ist die Latenz. Sie beschreibt die Zeitverzögerung zwischen dem Rechenzentrum und eurem Computer. Je größer die Entfernung zum Rechenzentrum, desto größer die Latenz.

Als User merkt ihr die Latenz als Verzögerung zwischen euren Eingaben auf der Tastatur und dem Geschehen auf dem Bildschirm. Ob eine hohe Latenz problematisch ist, hängt aber auch von den favorisierten Spielen ab. Wer gerne E-Sport-Titel spielt, bei denen schnelle Reaktionszeiten über Sieg und Niederlage entscheiden, ist auf eine möglichst niedrige Latenz angewiesen. Wenn ihr sowieso lieber rundenbasierte Strategiespiele spielt, werdet ihr eine eventuell auftretende Latenz im Gaming-Alltag nicht bemerken.

Gaming mit MacOS und iOS: Vier Anbieter für Cloud-Gaming

Mittlerweile haben sich einige Anbieter auf dem noch jungen Cloud-Gaming-Markt angesiedelt. Die Unterschiede sind dabei enorm. Bisher verfolgt jeder der großen Anbieter eine eigene Strategie, um euch die neue Technologie schmackhaft zu machen.

Google Stadia: für Casual-Gamer

Bereits vor zwei Jahren machte Google mit seinem neuen Projekt Stadia Schlagzeilen. Während der Zugang lange auf Vorbesteller beschränkt war, ist Google Stadia nun für jeden erhältlich. Google Stadia legt den Fokus auf Zugänglichkeit und Einfachheit. Ihr meldet euch auf der Website an, kauft ein Spiel und öffnet das Spiel dann direkt aus dem Browser.

Cloud Gaming Google Stadia | Credit: Google

  • Leistung: Google Stadia verspricht Gaming in einer Auflösung von bis zu 4k mit 60 FPS.

  • Kosten: gratis oder 9,99 Euro pro Monat. In der kostenlosen Version ist die Auflösung auf 1080p beschränkt.

  • Verfügbare Spiele: Alle Spiele erwerbt ihr über den Stadia-Shop. Ihr könnt weder eure bestehende Sammlung spielen noch neue Titel, die nicht bei Stadia erhältlich sind.

  • Besonderheiten: Monatlich wechselnde Auswahl kostenloser Spiele in der Premium-Version.

  • Systemvoraussetzungen: Für Stadia braucht ihr keine eigene App. Stattdessen ruft ihr eure Spielesammlung über die Website von Google Stadia in eurem Browser auf. Unterstützt werden Browser von macOS X ab der Version 10.9 und iOS ab der Version 9.1. Für Streaming in 4K empfiehlt Google eine Bandbreite von mindestens 35 MBit/s.

Shadow Gaming: für Spiele-Enthusiasten

Der US-amerikanische Anbieter Shadow richtet sich mit seinem Cloud-Gaming-Angebot klar an Core-Gamer, die maximale Kontrolle und volle Leistung haben wollen. Im Gegensatz zu Google Stadia simuliert Shadow den Zugriff auf einen vollwertigen Windows-PC. Dazu stellt Shadow einen leistungsstarken Server zur Verfügung, den ihr euch mit anderen Nutzern teilt. Ihr habt allerdings eine private Oberfläche, auf der ihr Steam und andere Game Stores installieren und eure bestehende Spielesammlung nutzen könnt. Mit Shadow seid ihr nicht auf Games beschränkt. Auch Windows-Software installiert ihr problemlos auf dem virtuellen Windows-Rechner.

Shadow on all devices | Credit: Shadow

  • Leistung: In der aktuell verfügbaren Version bietet Shadow bis zu 4k bei 60 FPS und 144 FPS bei 1080p. Damit ist Shadow auch für E-Sport-Titel interessant. Kosten: 29,99 Euro pro Monat. In der Zukunft sind weitere Pakete geplant.

  • Verfügbare Spiele: Shadow unterstützt alle Spiele, die für Windows erhältlich sind.

  • Besonderheiten: Mit Shadow erhaltet ihr nicht nur Zugang zu Spiele-Streaming, sondern auf einen vollwertigen Windows-Rechner. Die Nutzung ist nicht sofort möglich. Es gibt eine Wartezeit von etwa drei Monaten.

  • Systemvoraussetzungen: Shadow Gaming unterstützt alle Geräte ab macOS X in der Version 10.10. Außerdem empfiehlt Shadow mindestens 2 Gigabyte RAM, 8 Gigabyte freien Speicherplatz und einen Intel Core 2 Duo Prozessor. iOS wird ab der Version 11.0 unterstützt. Für Cloud-Gaming in Full-HD empfiehlt der Anbieter eine Internetleitung mit einer Bandbreite von mindestens 15 Mbit/s.

Nvidia Geforce Now: für Allrounder

In der Gaming-Community ist Nvidia vor allem für seine Grafikkarten bekannt. Mit GeForce Now launchte der Konzern im Jahr 2020 seinen Cloud-Gaming-Service für Nutzer von Windows, iOS und Linux.

Geforce Now Platform | Credit: Nvidia

  • Leistung: Geforce Now bietet eine Auflösung von 1080p mit maximal 60 FPS.

  • Kosten: Geforce Now gibt es in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Variante. Die kostenlose Version ist allerdings eher eine Testversion: Der Zugang ist auf eine Stunde am Stück beschränkt. Die kostenpflichtige Variante kostet aktuell 9,99 Euro im Monat. Aber auch hier ist die Spieldauer auf maximal sechs Stunden am Stück begrenzt.

  • Verfügbare Spiele: Die Spiele könnt ihr über Steam oder den Epic Games Store erwerben. Eure bereits erworbenen Spiele könnt ihr weiterhin nutzen. Allerdings wird nicht jedes Spiel von Geforce Now unterstützt. Überprüft vorher also unbedingt die stetig wachsende Liste der unterstützten Titel.

  • Besonderheiten: Geforce Now bietet fotorealistisches Raytracing bei kompatiblen Titeln. Dafür ist die Spielzeit selbst in der kostenpflichtigen Version beschränkt.

  • Systemvoraussetzungen: Ihr benötigt ein Gerät mit macOS ab Version 10.10, iOS wird nicht unterstützt. Außerdem braucht ihr eine Internetleitung mit einer Bandbreite von mindestens 25Mbit/s für 1080p bei 60 FPS. Nutzt Ihr WLAN, muss euer Router zudem 5-GHz-WLAN unterstützten.

Magenta Gaming: für die ganze Familie

Während sich Google, Nvidia und Shadow mit ihren Angeboten an die Core- und Casual-Gamer unter euch richten, bietet die Telekom mit Magenta Gaming zurzeit eine Cloud-Gaming-Lösung an, die sich an Familien richtet.

Magenta Gaming | Credit: Telekom

  • Leistung: Die Telekom macht keine Angaben zur Leistung des Streaming-Angebots.

  • Kosten: Der erste Monat ist kostenlos, danach kostet Magenta Gaming 6,95 Euro im Monat.

  • Verfügbare Spiele: Magenta Gaming bietet euch Zugriff auf 120 Spiele. Die Auswahl beschränkt sich bis auf wenige Ausnahmen auf absolute Nischentitel. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Titel über den Magenta-eigenen Shop zu erwerben.

  • Besonderheiten: Dank der Möglichkeit, fünf Profile anzulegen, könnt ihr altersgerechte Profile für eure Kinder erstellen. Sie können dann nur auf Spiele zugreifen, die für ihr Alter freigegeben sind.

  • Systemvoraussetzungen: macOS ab Version 10.13, iOS wird nicht unterstützt.

Gaming auf dem Mac: Ist die Cloud die Zukunft?

Cloud-Gaming verspricht, die wachsende Welt der Computerspiele auch Nutzern von Apple-Geräten zugänglich zu machen. Aktuell seid ihr in einer komfortablen Situation. Für jeden Gamer-Typen ist ein Anbieter dabei. Während Google Stadia sich an Casual-Gamer ohne eigene Spielesammlung richtet, fokussiert Shadow den Markt der Enthusiasten, die bereits viele Spiele besitzen und neue Spiele in höchsten Grafikeinstellungen spielen wollen. Einen Mittelweg geht Nvidia. Geforce Now ist deutlich günstiger als der Konkurrent Shadow und im Gegensatz zu Stadia könnt ihr Spiele von Steam oder aus dem Epic Games Store weiterhin nutzen – sofern sie bereits unterstützt werden. Dafür erhaltet ihr aber nur eine maximale Auflösung von 1080p und könnt maximal sechs Stunden am Stück spielen. Mit Magenta Gaming gibt es nun auch eine Cloud-Gaming-Lösung, die Familien anspricht.

Étienne

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