Dein Weg zum Mac: Die acht gängigsten Mythen zum Apple-Rechner im Faktencheck

Der Umstieg von Windows auf einen Apple-Rechner ist leichter als gedacht. Und dennoch halten sich einige hartnäckige Mac-Vorurteile. Zeit, diese zu entkräften.

Wenn der in die Jahre gekommene Windows-Rechner nur noch wenige Minuten ohne Ladekabel hält und sogar noch länger zum Hochfahren braucht, ist die Zeit für einen Nachfolger gekommen. Warum also nicht gleich das ultimative Upgrade wählen – und auf einen Mac umsteigen? Aber da war doch noch was …

„Macs sind mit meinen bestehenden Geräten nicht kompatibel“

Vielleicht befürchtet ihr ja, dass ihr mit einem Mac auch gleich jede Menge neues Zubehör kaufen müsst. Tatsächlich gibt’s mit Magic Keyboard, Mouse und Trackpad drei Eingabegeräte die perfekt zum Mac passen. Aber ihr seid darauf nicht angewiesen, denn Apple-Rechner vertragen sich mit fast allen Windows-Accessoires. Logisch, denn Macs haben die gleichen gängigen Anschlüsse wie PCs: USB, Ethernet, HDMI sowie Kopfhörerein- und -ausgang. Die liebgewonnene ergonomische Bluetooth-Maus? Könnt ihr problemlos erneut koppeln. USB-Tastatur? Klappt auch – bis auf Sondertasten wie Lautstärke- und Displaysteuerung. Und euren Monitor schließt ihr im Zweifel einfach mit dem passenden Adapter an. Kopfhörer, Lautsprecher und viele Webcams funktionieren einfach per Plug & Play. Und für die meisten Drucker und Scanner gibt’s entweder die passenden Treiber online beim Hersteller oder freie Alternativen.

Idealer Begleiter: Belkin USB-C-Video-Adapter verbindet sich mit jedem Videoanschluss. (Bild: Belkin)

„Für Mac muss ich mir eine neue externe Festplatte kaufen“

Richtig ist, dass ihr bei Festplatten aufpassen müsst. Während Windows standardmäßig auf das Dateiformat NTFS (oder das ältere FAT32) setzt, verwendet Apple HFS+ und den Nachfolger APFS. Eine Windows-Festplatte mit NTFS könnt ihr zwar lesen, nicht aber beschreiben. Und FAT32 mag Dateigrößen über vier Gigabyte nicht. Dritt-Apps wie Microsoft NTFS für Mac sollen das Problem zwar lösen, wenn ihr aber sowieso zu Mac umsteigt, gibt’s eine bessere Lösung: Die Daten kurz auf den neuen Mac oder eine andere, externe Festplatte auslagern, dann die Platte mithilfe des Festplattendienstprogramms formatieren und anschließend die Daten zurückkopieren. Wählt ihr beim Formatierungsvorgang das Format ExFAT, funktioniert die Platte sogar gleichzeitig unter macOS, Windows oder Linux.

Auf die Formatierung kommt es an: Das LaCie Mobile Drive ist mit Windows oder macOS kompatibel. (Bild: LaCie)

„Meine bisherigen Windows-Apps funktionieren nicht mehr“

Erstmal richtig. Windows-Programme („Programm.exe“) könnt ihr nicht einfach auf den neuen Mac kopieren und öffnen. Während euch der Migrationsassistent im Setup bei der Datenübertragung eurer Dokumente, Fotos, Musik und mehr unterstützt, müsst ihr Programme neu installieren. Aber keine Angst, die meisten Apps gibt es im Apple App Store oder direkt auf der Hersteller-Webseite als Mac-Version. Nur in wenigen Ausnahmen müsst ihr euch auf die Suche nach einer Alternative machen. Und im Notfall installiert ihr euch einfach Parallels Desktop, mit dem ihr Windows als virtuelle Maschine, also als App, auf dem Mac startet und von dort aus diese eine, wichtige Windows-App.

Windows-Programme auf Mac: Parallels Desktop macht Windows zur App (Bild: Parallels)

„Auf Apple-Rechnern kann man nicht spielen“

In diesem Gerücht steckt etwas Wahrheit. Zwar gibt’s auf dem Mac über den Apple App Store und Apple Arcade einige von iOS und iPadOS bekannte Titel, AAA-Games oder Konsolen-Hightlights findet ihr hier aber nur selten. Und beliebte Launcher wie Steam, GOG oder Epic Games laufen zwar unter macOS, jedoch nur mit einer eingeschränkten Auswahl. Mit Parallels könnt ihr zwar Windows virtualisieren, dabei geht allerdings Leistung verloren. Zudem sind die Apple M-Prozessoren zwar für Grafik- und Videoarbeiten ausgelegt, nicht aber zum Spielen. Gute Alternativen sind Spiele-Streaming-Dienste wie Nvidia GeForce Now, Microsofts Xbox Cloud Gaming oder Google Stadia. Als Controller verwendet ihr einfach den Microsoft Xbox-Controller, Sonys DualSense oder den SteelSeries Nimbus+.

Praktisch: Der SteelSeries Nimbus kommt mit einer Halterung fürs iPhone. (Bild: SteelSeries)

„Macs sind nur was für Kreative“

Vermutlich ist es Apples Vorliebe für gutes Design zu verdanken, dass iMacs und MacBooks seit jeher bei Grafikern beliebt sind. Tatsächlich erschien Photoshop 1988 erstmals auf Mac OS Classic. Erst vier Jahre später folgte eine Windows-Version. Auch heute noch vertreibt Adobe seine Kreativ-Apps sowohl für Mac als auch für Windows. Gleiches gilt für Serif, der mit der Affinity-Suite günstigen Alternativen für Photoshop, Illustrator und InDesign bietet. Dass Macs im Kreativbereich beliebt sind, heißt aber nicht, dass sie für andere Aufgaben nicht geeignet sind. Im Gegenteil: Die meisten wichtigen Apps gibt es auch für den Mac. Aufgrund ihrer einfachen Bedienung, dem sicheren System und der langen Lebensdauer eignen sich Macs ganz hervorragend auch in anderen Lebensbereichen – vom Studium bis in die Chefetage.

Heißer Tipp: Affinity Photo macht Photoshop auf dem Mac, Windows und iPad Konkurrenz. (Bild: Serif)

„Windows und Mac vertragen sich nicht“

… könnte die Aussage des IT-Administrators in einem Windows-lastigen Unternehmen lauten, wenn ihr euch nach einem Mac als Alternative zum PC erkundigt. Und tatsächlich ist beim Mac einiges anders. Grundsätzliches aber wie der Datei-Austausch funktioniert zwischen beiden Welten. Dazu müsst ihr nur die Dateifreigabe für Windows aktivieren. Auch mit einigen Windows-Tools wie der in Unternehmen beliebten Active Directory ist macOS teilweise kompatibel. Und falls ihr in einem Betrieb arbeitet, der die Rechner mit Microsoft Intune verwaltet, könnt ihr euren Admin beruhigen: Auch da können Macs inzwischen zur Verwaltung eingebunden werden.

Keine Angst vor Macs: Microsoft Intune unterstützt macOS. (Bild: Microsoft)

„Auf Macs gibt es keine Viren“

Schön wär’s. Im Endeffekt aber führt auch macOS nur von Entwicklern geschriebenen Code aus. Ob dieser „gut“ oder „böse“ ist, ist dem System erstmal egal. Der entscheidende Vorteil von macOS ist die im Vergleich zu Windows geringere Verbreitung. Windows-Rechner sind mit mehr als 87 Prozent in der Überzahl und dazu häufig noch stark veraltet – ein perfektes Angriffsziel! Zusätzlich enthält macOS einige smarte Sicherheitsfeatures. So werden alle im App Store vorhandenen Apps von Apple nach Schadsoftware überprüft. Programme aus anderen Quellen, beispielsweise direkt von der Hersteller-Webseite, können mit einem von Apple ausgestellten Zertifikat digital signiert werden. Ist das nicht der Fall, erhaltet ihr einen Hinweis, dass es sich bei einem Download potenziell um Schadsoftware handelt. Der in macOS integrierte Virenscanner XProtect durchforstet euer System zusätzlich in Echtzeit nach schadhaftem Code.

„Macs sind viel teurer als Windows-Rechner“

Schaut man sich die aktuellen Windows- und Mac-Angebote an, könnte dieser Eindruck tatsächlich entstehen. Allerdings gilt das nur auf kurze Sicht betrachtet. Einerseits sind Macs durch ihre hervorragende Hardware langlebiger als viele Windows-Rechner. Andererseits erhalten Macs oft länger als Windows-Systeme Software-Updates. Beide Vorteile sorgen dafür, dass ein Mac viele Jahre treue Dienste leisten kann. Das kommende macOS 13 „Ventura“ ist beispielsweise mit dem iMac, MacBook und MacBook Pro aus dem Jahr 2017 kompatibel. Rechnet man drei Jahre übliche Nachkomma-Updates hinzu, bedeutet das, dass Apple die Rechner mindestens sieben Jahre voll unterstützt. Erst wenn keine Updates mehr nachgereicht werden, nimmt die Sicherheit langsam ab. Nutzbar bleiben die Geräte deutlich länger. Die hochwertigen Komponenten eines Macs sorgen zudem für einen vergleichsweise hohen Wiederverkaufswert.

Lange haltbar: macOS Ventura lässt sich auf inzwischen fünf Jahre alten Macs installieren. (Bild: Apple)

Étienne

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