Der perfekte Mac: Auf Prozessor und Grafikleistung kommt es (nicht immer) an

Wie Display und Speicher sollten auch Prozessor und Grafikkarte den Bedürfnissen entsprechend gewählt werden. Wir erklären, worauf es beim perfekten Mac ankommt.

Neben der Menge und Geschwindigkeit des im Mac verbauten (Arbeits)speichers spielen Prozessor und Grafikkarte eine wesentliche Rolle bei der gefühlten Leistung. Der Prozessor ist dabei das Gehirn eines jeden Rechners. Vereinfacht gesagt: Je höher der Takt, desto schneller der Rechner. Und je mehr Rechenkerne, desto besser laufen Aufgaben parallel.

Die Grafikkarte hingegen bestimmt die Leistung bei grafikintensiven Aufgaben wie der Bildbearbeitung, dem Videoexport oder auch bei Spielen. Bei PCs und auch früheren Macs war die Wahl relativ einfach: Ein Intel Core i3 Prozessor passte optimal für kompakte Rechner, ein Core i5 für die meisten Mittelklassegeräte und der Core i7 für anspruchsvolle Aufgaben. In Profigeräten wie dem Mac Pro werkelt hingegen Intels Server-Prozessor Xeon. Wer mehr Grafikleistung zum Beispiel für Spiele brauchte, wählte zudem einen Rechner mit dedizierter Grafikkarte. Ende 2020 stellte Apple mit dem M1 das bisherige System komplett auf den Kopf.

Apple M1-Chip: 114 Milliarden Transistoren unterstützen bis zu 128 Gigabyte gemeinsamen Speicher | Foto: Apple

„System on a Chip“ macht Mobilrechner kompakter und flotter

Bei professionellen Desktop-Systemen kommt es mehr auf die Leistung und weniger auf die Größe an. Damit die Leistung auch ein paar Jahre nach dem Kauf stimmt, können einzelne Komponenten später durch performantere Teile ausgetauscht oder der Speicher hochgerüstet werden. Auch beim Mac Pro ist das zurzeit noch möglich.

Anders bei Laptops: Um eine möglichst taschenfreundliche Bauform zu erreichen, sind die einzelnen Komponenten meist fest verbaut. Bei den aktuellen MacBooks geht Apple sogar noch einen Schritt weiter: Prozessor, SSD-Speicher, Arbeitsspeicher und Grafik sind – als ein System oder „System on a Chip“ – auf einem einzigen Bauteil vereint. Ein späteres Upgrade ist nicht mehr möglich. Die sehr eng aneinanderliegenden Komponenten begünstigen nicht nur den Bau kompakter Geräte, sondern auch die Leistung. Die ist im Vergleich zu bisherigen Intel-Systemen tatsächlich so gut, dass selbst das lüfterlose MacBook Air, der Mac mini oder der iMac mit M1 den meisten alltäglichen Aufgaben gewachsen sind.

Apple Mac Pro mit Studio Display: Leistungsplus bei Multicore-Anwendungen | Foto: Apple

Dennoch gibt es verschiedene Konfigurationen zur Auswahl: beim MacBook Air und iMac lassen sich statt der sieben Grafikkerne auch eine 8-Core GPU wählen. Einen großen Unterschied dürftet ihr aber nur selten spüren. Viel wichtiger: Die Modelle mit acht statt sieben Grafikkernen verfügen über den doppelten SSD-Speicher!

M1 Pro und M1 Max mit mehr Arbeitsspeicher

Als Weiterentwicklung für das MacBook Pro bieten der M1 Pro und M1 Max mehr Leistung für anspruchsvolle Arbeiten wie Programmieraufgaben oder Grafik-Workflows. Spannender ist der zusätzlich verfügbare Arbeitsspeicher: Während der M1 maximal 16 Gigabyte ansteuern kann, schafft der M1 Pro bis zu 32 GB und der M1 Max bis zu 64 GB. Im Mac Studio werkeln auf Wunsch sogar zwei M1-Max-Chips als „M1 Ultra“ für die doppelte Rechenleistung und mit 128 GB doppelten Arbeitsspeicher.

M1-Familie: Jeder Chip bietet erstaunliche Möglichkeiten für den Mac. | Foto: Apple

Ein tatsächliches Leistungsplus durch mehr RAM spürt ihr aber nur bei der Arbeit mit (parallel) sehr großen Dateien oder bei Aufgaben, die Prozessorkerne gleichzeitig arbeiten lassen, wie zum Beispiel die Videokonvertierung. Übrigens: der Nachfolger des M1, der Apple M2, steht bereits in den Startlöchern. Das Anfang Juni veröffentlichte MacBook Air im neuen Design verfügt bereits über den noch etwas flotteren Nachfolger.

Das neue MacBook Air: Der M2 macht die Videobearbeitung in Final Cut zum Kinderspiel. | Foto: Apple

Checkliste perfekter Mac: Prozessor und Grafik richtig wählen

Für die meisten alltäglichen Aufgaben genügt ein Apple-Rechner mit M1- oder M2-Chip in der Basisversion. Das Upgrade auf die nächstgrößere Variante mit mehr Grafikkernen ist zwar etwas schneller bei grafikintensiven Aufgaben, deutlich lohnenswerter ist das Upgrade aber aufgrund der größeren SSD.

Noch mehr Leistung findet ihr beim MacBook Pro mit M1 Pro oder M1 Max. Bei Apples Pro-Rechnern gibt das größere, hellere und schärfere Display eher den Ausschlag. Außerdem ist hier mehr Arbeitsspeicher möglich.

Ein echtes Plus an Leistung durch mehr Rechenkerne spürt ihr nur bei Anwendungen die Multicore-Unterstützung bieten, darunter Apples Final Cut oder die meisten Adobe-Anwendungen. Einfache Aufgaben wie Office-Apps, Browser im Internet oder Datenbanken laufen auf allen Apple M-Prozessoren ähnlich schnell.

Étienne

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