MacBook Air oder MacBook Pro: Welcher mobile Mac ist der richtige für mich?

Direkt die volle Leistung mit einem MacBook Pro oder doch lieber ein leichtes MacBook Air für unterwegs? Und welche Upgrades lohnen sich?

Beim ersten Blick auf Apples MacBook Lineup scheint die Wahl ziemlich einfach. Die zwei Modellreihen – Air und Pro – lassen den Schluss zu, dass man hier einfach zwischen leicht, ausreichend und günstig oder schwer, High End und teurer wählt. Doch weit gefehlt. Denn spätestens seit Apple in allen MacBooks die gleichen Prozessoren verwendet, sind die Unterschiede gering. Dafür gibt’s einige Konfigurationsmöglichkeiten bei der SSD- und Speichergröße.

Apple M1 statt Intel Core

Zur Entwicklerkonferenz WWDC 2005, gab Apple eine weitreichende Änderung bekannt. Statt der bisherigen PowerPC-Prozessoren würde man künftig Macs mit Intel-Prozessoren liefern. Grund für den Wechsel war, dass Apples damaliger Prozessor-Lieferant IBM nicht den von Apple geforderten Leistungszuwachs bieten konnte. 15 Jahre später wiederholte sich die Geschichte mit Apples Ankündigung, künftig selbst entwickelte Prozessoren statt Intel-Chips zu verbauen. Der Grund ist der gleiche: Eine zu langsame Entwicklung beim Partner. Und der Leistungsunterschied zwischen Intel-Prozessoren und Apple Silicon ist tatsächlich riesig. Wichtigster Grund für den Leistungszuwachs ist die gesteigerte Energieeffizienz. Dadurch dass Apples Prozessoren weniger Wärme erzeugen, hält der Akku laut Apple statt zwölf nun bis zu 18 Stunden durch. Und da weniger Energie in Wärme umgewandelt wird, kommt das MacBook Air seit 2020 ohne aktive Kühlung aus. Nervige Lüftergeräusche sind damit passé. Die Zukunft heißt Apple Silicon.

Vorteil Apple: Prozessor-Leistung im Verhältnis zum Stromverbrauch | Foto: Apple

Gleicher Prozessor, unterschiedliche Kerne

In der Vergangenheit unterschieden sich MacBook Air und MacBook Pro durch unterschiedliche Prozessoren. Energieeffizienz fürs MacBook Air, maximale Leistung im MacBook Pro. Mit dem Wechsel auf die eigenen Prozessorarchitektur ist die Basis nun aber die gleiche. Unterschiede zwischen den MacBooks gibt es aber bei der Anzahl der CPU- und Grafik-Kerne. Und hier heißt mehr Kerne nicht gleich mehr Leistung! Nur wenn Anwendungen für mehr Kerne („Multithread“) ausgelegt sind oder Grafikleistung wichtig ist, etwa für Apps wie die Adobe Suite oder Apples Final Cut Pro, lohnen sich Konfigurationen mit M1 Pro oder M1 Max.

Übrigens: Im aktuellen MacBook Air kommt mit dem M2 bereits die zweite Generation von Apples Prozessoren zum Einsatz. Da das aktuelle MacBook Air dadurch aber auch teurer ist, ist das weiterhin erhältliche 2020er MacBook Air ein Preis-Leistungs-Tipp!

Größer, heller, lauter, flexibler und jetzt auch in Gold und Blau

Das aktuelle MacBook Air verfügt bereits über den Apple M2. Große Leistungssprünge gibt es beim Nachfolger aber nur beim Video-Import und -Export. Und wenn ihr mit besonders großen und vielen Dateien arbeitet, lohnen sich die optional bis zu 24 Gigabyte Arbeitsspeicher statt bisher maximal 16 Gigabyte. Verbesserungen gibt’s zudem beim Display: Dieses ist etwas größer und heller als beim Vorgänger von 2020. Die FaceTime-Kamera löst nun in Full HD statt wie bisher mit 720p auf. Anstelle von Stereo-Lautsprechern ist ein 4-Lautsprecher-System mit Unterstützung für 3D-Audio an Bord. Auch das magnetische Ladekabel MagSafe ist wieder vorhanden. Das schützt nicht nur vor kleinen Stolperunfällen, sondern erlaubt auch die gleichzeitige Verwendung der beiden Thunderbolt-/USB-C-Ports für anderes Zubehör.

Wieder da: Das neue MacBook Air kommt mit MagSafe-Ladeanschluss. | Foto: Apple

Mehr Display und mehr Leistung: MacBook Pro

Ein schärferes, helleres und größeres Display im 14- oder 16-Zoll-Format bietet Apple mit dem MacBook Pro aus 2021. Hier ist nicht nur das Display „Pro“, sondern auch die Prozessoren: Der M1 Pro und M1 Max sind performanter und erlauben außerdem statt maximal 24 Gigabyte bis zu 64 Gigabyte Arbeitsspeicher. Ein Upgrade, das sich besonders für die Arbeit an sehr großen Dateien lohnt. Außerdem ist beim MacBook Pro ein weiterer Thunderbolt-/USB-Kombianschluss, ein HDMI-Port sowie ein SDXC-Kartensteckplatz inklusive. Ein Hub braucht ihr nur für USB-A oder um ein Netzwerkkabel anzuschließen.

Ein Gerät das ebenfalls den Zusatz „Pro“ im Namen trägt, ist das MacBook Pro mit 13-Zoll-Bildschirm. Im Vergleich zum MacBook Air unterscheidet sich das kleinste Pro nur durch etwas mehr Akkulaufzeit (bis zu 20 statt bis zu 18 Stunden), die Touch Bar und 160 Gramm zusätzlich auf der Waage.

Größer, schärfer und flexibler: Das MacBook Pro lässt keine Wünsche offen. | Foto: Apple

Mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher

Aus allen MacBooks könnt ihr mit zusätzlichen Optionen noch etwas mehr Leistung herauskitzeln. Das günstigere MacBook Air aus 2020 kommt in der Standardversion mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher. Aufgrund der „System on a Chip“-Architektur des M1 kann macOS einen Teil des Arbeitsspeichers als virtuellen Speicher auf der SSD auslagern. Dadurch sind M1-Macs mit 8 Gigabyte schneller als Intel-Macs mit identischem Arbeitsspeicher.

Mit immer mehr neuen Funktionen wächst aber auch der Speicherbedarf von macOS und Mac-Anwendungen. Wählt deshalb am besten schon jetzt mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Das MacBook Pro gibt’s standardmäßig nur mit mindestens 16 Gigabyte RAM. Um den 4K-Videoschnitt zu beschleunigen, könnt ihr aber auch auf 32 Gigabyte hochrüsten. Zudem sind beim Pro weitere Chip-Konfigurationen möglich: Je mehr Grafikkerne, desto schneller arbeiten Photoshop, Premiere und Co. Für Standard-Anwendungen genügt die Basiskonfiguration.

Warum nicht ein iPad statt MacBook?

Eine spannende Alternative zu einem MacBook ist für den ein oder anderen ein iPad. Mit dem iPad mini gibt’s auf der einen Seite ein handtaschenfreundliches Gerät für unterwegs, während das iPad Pro mit 12,9-Zoll-Display nur geringfügig kleiner ist als das MacBook Air. Dafür ist das iPad deutlich leichter, mit Apple Pencil perfekt für Notizen geeignet und kann optional mit einem 5G-Modul für das mobile Datennetzwerk konfiguriert werden. Eine Maus und externe Tastatur schaffen den gleichen Komfort wie die Arbeit am MacBook. Und dank iPadOS 16, das im Herbst diesen Jahres erscheint, funktioniert das iPad mit M1-Chip perfekt mit externen Bildschirmen.

Konkurrenz für Desktop-Rechner: iPad mit M1-Chip und Stage Manager | Foto: Apple

Fazit: MacBook Pro, MacBook Air oder doch ein iPad?

Bevor ihr zu einem MacBook greift, überlegt euch, ob ein iPad nicht vielleicht eine leichtere und günstigere Alternative ist. Macht euch am besten eine Liste eurer Aufgaben und schaut, ob es die dafür benötigten Anwendungen für’s iPad gibt.

Wenn es ein MacBook sein muss, entscheidet euch zuerst, wie viel Leistung ihr braucht. Für die meisten alltäglichen Aufgaben ist das MacBook Air ausreichend. Wer programmiert, Videos schneidet oder im Grafikbereich arbeitet sollte besser ein MacBook Pro nehmen. Allerdings sind die vier Farb-Finishes beim MacBook Air – Silber, Polarstern, Space Grau und Mitternacht – für stilbewusste Anwender nicht außer Acht zu lassen.

Genügt euch die Basisleistung und ein 13-Zoll-Display, bleibt beim MacBook Air. Wer mehr Leistung für die genannten Spezial-Anwendungen sucht oder ein größeres Display bevorzugt, nimmt ein MacBook Pro. Denkt beim MacBook Air daran, auf 16 Gigabyte Arbeitsspeicher hochzurüsten, damit ihr länger die volle Leistung genießen könnt. Seid auch bei der Wahl der SSD nicht zurückhaltend. Ein späteres Upgrade ist nicht mehr möglich.

Étienne

macOS, iOS und alles Drumherum - Mit Leib und Seele

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