Sicher surfen: iPhone und iPad für Kinder einrichten

Smarte Funktionen erlauben die sichere und selbstständige Nutzung des ersten Smartphones oder Tablets. Wir zeigen, wie die digitale Erziehung klappt.

Fake-Freundschaftsanfragen, Spiele mit In-App-Abzocke oder Videoplattformen mit Suchtgefahr sind nur drei Kategorien, mit denen sich Erziehungsberechtigte bei den ersten digitalen Gehversuchen ihrer Kinder herumplagen müssen. Ein ständiges Beobachten und an die Hand nehmen ist über den Anfang hinaus nur wenig hilfreich. Denn iPhone und iPad sind nicht nur eine Gefahren-, sondern auch Inspirationsquelle. Wir zeigen euch, wir ihr iPhone, iPad und die damit verbundenen Dienste optimal für die ganze Familie einrichtet.

Vorbereitung: Geräte sicher weitergeben

Irgendwann kommt der Moment, wo ihr euer iPhone oder iPad nicht mehr mit dem Nachwuchs teilen könnt oder wollt. Sobald die Kleinen selbstständig Apps öffnen und Inhalte wie Webseiten, Mails oder auch Nachrichten lesen können, besteht Handlungsbedarf. Spätestens dann erwächst die Überlegung, dem Nachwuchs ein eigenes Gerät zu überlassen. Vielleicht habt ihr noch ein älteres iPhone oder iPad in der Schublade. Achtet aber darauf, dass dieses weiterhin Updates erhält. iOS 16, das voraussichtlich im September zur Verfügung stehen wird, unterstützt das iPhone 8 und neuer. iPadOS 16 für das iPad und iPad mini ab der 5. Generation, das iPad Air ab der 3. Generation und das iPad der 5. Generation oder neuer folgt etwas später. Auch alle iPad-Pro-Modelle bekommen noch weiterhin Updates und sind so vor Sicherheitslücken geschützt.

Perfekt für Einsteiger: Das iPad der 5. Generation ist auch nach fünf Jahren noch up-to-date. (Bild: Apple)

Bevor ihr euer Altgerät weitergebt, solltet ihr einen vollständigen Reset durchführen. Dazu öffnet ihr einfach die Einstellungen und Allgemein und wischt runter bis zur Funktion iPhone zurücksetzen. Klickt dort Alle Inhalte & Einstellungen löschen. Nach ein paar Minuten startet ihr den Setup-Assistenten erneut. Diesen durchlauft ihr am besten gemeinsam mit eurem Nachwuchs und erklärt, wieso es wichtig ist, Phone oder iPad mit einem Passcode, mit TouchID oder FaceID zu schützen. Tipp: Konfiguriert TouchID oder FaceID auch für euch, damit ihr im Notfall Zugriff auf das Gerät habt. In einem der letzten Schritte aktiviert ihr Screen Time, um eine Übersicht über die App-Nutzung zu erhalten.

Apple ID für Kinder und Jugendliche erstellen

Jugendliche bis 16 Jahren können in Deutschland keine eigene Apple ID erstellen. Ohne Apple ID fehlt aber eine der wichtigsten Funktionen: der App Store. Aber auch Features wie die Familienfreigabe oder iMessage setzen ein Konto bei Apple voraus. Eltern oder andere Familienangehörige mit einer bestehenden Apple ID haben daher die Möglichkeit, eine mit ihrem Apple-Account verbundene Apple ID zu kreieren. So geht ihr auf dem iPhone oder iPad vor:

  • Öffnet die Einstellungen und tippt oben auf euren Namen.

  • Wechselt zu Familienfreigabe und tippt auf Mitglied hinzufügen.

  • Jetzt könnt ihr Einen Kinderaccount erstellen und diesen anschließend auf dem neuen iPhone oder iPad des Kindes einrichten.

Alle einsteigen! Über die Familienfreigabe und einer von euch verwalteten Apple ID für Jugendliche behaltet ihr die volle Kontrolle. (Bild: Apple/Montage)

Käufe genehmigen

Damit der Nachwuchs nicht jede App ungeprüft herunterladen kann, gibt es die praktische Funktion „ Kaufanfrage“. Jede App – egal ob kostenpflichtig oder kostenfrei – wird nicht sofort geladen, sondern macht einen „Freigabe“-Umweg über die Apple-Geräte des Familienorganisators. Erst wenn dieser den Download oder Kauf bestätigt, erfolgt die Installation – oder bei Verweigerung eben nicht. Die Kaufanfrage ist standardmäßig für Kinder unter 13 Jahren aktiviert. Für ältere Kinder schaltet ihr diese in den iCloud-Einstellungen unter Familienfreigabe und Kaufanfrage ein. Die Kaufanfrage funktioniert ebenfalls für andere Stores wie Bücher.

Mit der Kaufanfrage bestimmt ihr, ob neue Apps und Bücher erlaubt sind. (Bild: Apple)

Bildschirmzeit einrichten

Mit der Funktion „ Bildschirmzeit“ legt ihr verschiedene Limits für den Gebrauch des iPhones oder iPads fest, darunter …

  • die Auszeit, die nur die Nutzung zugelassener Apps sowie der Telefonfunktion erlaubt,

  • App-Limits, mit denen ihr Apps zwar erlaubt, diesen aber zeitliche Grenzen setzt,

  • Kommunikationslimits, um Anrufe und Nachrichten einzuschränken,

  • Beschränkungen, mit denen ihr weitere Dienste wie die App-Store-Nutzung, Datenschutz-Einstellungen wie Ortungsdienste oder Änderungen an den Einstellungen für mobile Daten eingrenzt. Besonders wichtig sind hier die Inhaltsbeschränkungen. Durch die Einschränkung der Webinhalte lassen sich „Nicht jugendfreie Inhalte“ mit einem Klick unterbinden.

Limits setzen: Bildschirmzeit ist Statistik- und Kontrollinstrument zugleich. (Bild: Apple/Montage)

Praktisch: Ist die maximale Nutzungsdauer einer App erreicht, können Jugendliche mehr Zeit anfordern. Die Familienorganisatoren erhalten anschließend eine Anfrage, die diese entweder ablehnen oder bestätigen können.

Lesetipp: Wie erlernen Kinder den richtigen Umgang mit digitalen Medien?

Digitale Medien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb ist es sinnvoll, Kinder bei der Nutzung zu unterstützen und ein aufgeklärtes Verhalten anzutrainieren. Im Gespräch mit GRAVIS erklärt Mediencoach Kristin Langer von der „Initiative Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht“, wie die Digitalerziehung gelingt.

Étienne

macOS, iOS und alles Drumherum - Mit Leib und Seele

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