Das können smarte Lichtschalter

Die Smart-Home-Steuerung muss nicht immer am Smartphone erfolgen. Einfache Schalter erleichtern die Bedienung und schaffen gleichzeitig neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Beleuchtung, Rollläden, Belüftung und Sicherheits-Technik: Sämtliche Funktionen des smarten Zuhauses steuert ihr über das Smartphone. Zumindest am Anfang, denn einmal eingerichtet können auch smarte Lautsprecher mit Amazon Alexa, der Google Assistent oder Apple Siri mit dem richtigen Befehl Wünsche auf Zuruf erfüllen. Smarte Schalter ergänzen die Steuerung. So schaltet ihr zum Beispiel schnell und unkompliziert ein Gerät ein und aus oder aktiviert eine Lieblings-Szene. Zudem ermöglicht ihr auch weniger technikaffinen Familienmitgliedern oder euren Gästen die Steuerung eures Smart Homes ohne Lernkurve. Smarte Schalter helfen aber nicht nur Zuhause, sondern auch unterwegs.

Wenige Szenen statt vieler Geräte

Je mehr smarte Geräte bei euch vorhanden sind, desto unübersichtlicher wird euer Zuhause. Mit Szenen schafft ihr Ordnung. Eine Szene enthält mehrere Smart-Home-Geräte, deren Konfiguration ihr vorher festlegt. Eine Szene „Filmabend“ könnte so zum Beispiel die folgenden Geräte steuern:

  • Rollläden im Wohnzimmer schließen

  • Fernseher einschalten

  • Soundanlage aktivieren

  • Lampen in allen Räumen ausschalten

  • Lampen im Wohnzimmer auf warmweißes Licht einstellen

  • Lampen im Wohnzimmer auf zehn Prozent dimmen

Statt alle Geräte einzeln zu steuern, genügt für eine Szene ein Handgriff oder Sprachbefehl. Szenen konfiguriert ihr so:

  1. Stellt zuerst alle Geräte so ein, wie ihr sie in einer Szene speichern wollt. Das klappt wahlweise über die Hersteller-eigene App, beispielsweise Hue oder Eve, oder aber in Apples Home-App.

  2. Öffnet die Home-App, tippt oben links auf das Plus-Zeichen und dann auf Szene hinzufügen.

  3. Wählt Eigene und gebt der Szene einen Namen.

  4. Über die Schaltfläche Geräte hinzufügen markiert ihr alle Geräte, die die Szene ein- oder ausschalten, beziehungsweise ändern soll.

  5. Tippt auf Fertig und speichert die Szene.

Einmal eingerichtet koppelt ihr im nächsten Schritt verschiedene Szenen mit einem smarten Lichtschalter. Auch das klappt in der Home-App in den Schalter-Einstellungen. Doch welche Modelle sind überhaupt mit euren Geräten kompatibel? Und welche Unterschiede gibt es?

Foto: Senic

Smart schalten und walten

Beim Kauf der smarten Lichtschalter müsst ihr auf zwei wichtige Aspekte achten. Erstens: die Kompatibilität. Prüft vorher, ob der Schalter mit euren bestehenden Smart-Home-Produkten funktionier. Schaut dazu am besten direkt auf der Webseite des Herstellers nach. Tipp: Sind eure Geräte HomeKit-zertifiziert, müsst ihr euch bei der Schalter-Wahl keine Gedanken um technische Details machen und könnt einfach zu einem ebenfalls HomeKit-fähigen Schalter greifen. Achtet dabei auf das „Works with Apple HomeKit“-Logo.

Foto: Apple | Montage

Der zweite Punkt ist die Einbindung ins Netzwerk. Smart-Home-Produkte kommunizieren entweder direkt per WLAN oder Bluetooth oder aber über eine Zentrale (oft auch „Bridge“ genannt), die ihr mit eurem Router verbindet. Philips-Hue-Lampen verfügen zum Beispiel über so eine Bridge. Wenn ihr nur ein oder zwei smarte Lichtschalter benötigt, greift ihr am besten zu einer Lösung ohne Bridge.

Der Eve Light Switch beispielsweise verbindet sich direkt mit eurem iPhone oder Apple TV und ist innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit. Der Eve Light Switch hat aber noch ein Ass im Ärmel: Dank externem Eingang erkennt der Schalter auch Befehle von herkömmlichen Lichtschaltern. So könnt ihr nahezu jede Lichtschalterkombination in ein smartes Beleuchtungssystem verwandeln – beispielsweise den langen Flur oder das Wohnzimmer mit mehreren Schaltern.

Foto: Eve Systems

Benötigt ihr mehr Lichtschalter, lohnt sich eine auf einer Bridge basierten Lösung wie die Schalter von Philips Hue. Vielleicht verwendet ihr ja bereits eine Philips-Hue-Bridge für die Fernsteuerung eurer Lampen. Ein Vorteil der Hue-Schalter: diese lassen sich auf zwei Arten konfigurieren. Direkt in der Hue-App eingerichtet könnt ihr über den smarten Lichtschalter eine oder mehrere Lampen ein- und ausschalten sowie über die mittleren Tasten dimmen. Konfiguriert ihr den smarten Lichtschalter aber über Apples Home-App stehen alle vier Tasten zur freien Verwendung zur Verfügung. Auch die Dimm-Tasten könnt ihr so zum Beispiel mit einer Szene verknüpfen.

Foto: Philips

Gut zu wissen: Wer optimal auf Philips-Hue-Lampen abgestimmte Lichtschalter benötigt ist nicht auf Schalter von Philips Hue angewiesen. Mit „Friends of Hue“ bietet Philips Hue ein eigenes Zertifizierungssystem, das auch anderen Herstellern den Zugriff auf die smarten Lampen erlaubt. Dank dieser Kooperation bekommt ihr mit dem Senic Smart Switch einen smarten Lichtschalter im klassischen Format, der auf Gira-Rahmen passt. Die vier Tasten könnt ihr jeweils mit „einmal drücken“ oder „gedrückt halten“ für insgesamt acht Funktionen belegen. Den smarten LIchtschalter gibt’s in mattem weiß, glänzendem weiß, anthrazit oder schwarz. Eine Version mit Spritzwasser-Schutz eignet sich zudem für den Gebrauch im Freien. Praktisch: der Schalter funktioniert ohne Batterien!

Foto: Senic Schalter | Montage

Dass auch beides geht – direkte Verbindung oder Bridge – zeigt Flic mit seinen bunten Smart Buttons. Die kleinen Taster mit selbstklebender, wiederverwendbarer Rückseite könnt ihr sowohl direkt mit eurem Smartphone als auch mit dem Flic Hub LR verbinden. Für die Smart-Home-Steuerung lohnt sich allerdings die Version mit Bridge, da ihr den Button so bequem in der Home-App konfigurieren könnt.

Foto: Flic Smarte Buttons | Flic

Ohne Bridge müssen die Smart Buttons mit dem Smartphone verbunden sein, das im Zusammenspiel mit der Flic-App zur Zentrale wird. Das bedeutet aber auch, dass die Buttons nicht mehr funktionieren, wenn euer iPhone leer ist oder ihr nicht Zuhause seid. Außerdem werden nur ausgewählte Smart-Home-Produkte unterstützt, darunter Nanoleaf, LIFX, Philips Hue und Belkin WeMo.

Die technisch versierten unter euch können mit IFTTT, Microsoft Flow oder Zapier aber auch weiteres Zubehör anbinden. Dass die direkte Bluetooth-Verbindung nicht nur eine Einschränkung, sondern auch eine Chance ist, zeigen die vielen weiteren Funktionen, die Flic ermöglicht. So lässt sich der Smart Button beispielsweise als Kamera-Auslöser konfigurieren, zur Musiksteuerung verwenden oder aber als externer Home-Button einsetzen. Weitere praktische Möglichkeiten findet ihr direkt auf der Webseite von Flic.
 

Was passiert mit normalen Lichtschaltern im Smart Home?
Tauscht ihr bestehende Leuchtmittel durch smarte Lampen aus, könnt ihr die herkömmlichen Wandtaster weiterhin zum ein- und ausschalten verwenden. Damit aber die Steuerung vom Smartphone immer funktioniert – von unterwegs oder beim Aktivieren einer Szene – müssen die „alten“ Lichtschalter permanent auf „An“ stehen. Schaltet ihr die Lampen aus, ist die smarte Steuerung nicht mehr möglich. Nur der Schalter von Eve kann herkömmliche Wandtaster ersetzen. Die Lösungen von Senic und Hue passen zumindest optisch auf einen Einbauschalter, die Elektronik dahinter muss aber von einem Elektriker entsprechend überbrückt werden, damit der Stromkreislauf immer geschlossen ist. Alternativ montiert ihr die neuen, smarten Lichtschalter direkt über oder neben den klassischen Schalter.
Étienne

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