Apple Event September 2018: Neue Apple Watch, drei neue iPhone X, magische Momente

„iOS hat verändert, wie wir leben – von der Art, wie wir lernen, bis hin zur Art, wie wir arbeiten“, resümierte Apple-Chef Tim Cook auf dem Apple Event am 12. September. Wie erwartet, stellte Apple dort die neue Apple Watch Series 4 sowie neue iPhones vor. Beides mit revolutionären neuen Technologien.

Traditionell im September präsentiert Apple neue Produkte. Auch in diesem Jahr lud das Unternehmen wieder zur großen Show ins Steve Jobs Theater in Cupertino. Weltweit konnten Apple-Fans live mitverfolgen, was Tim Cook, Phil Schiller und weitere Produktverantwortliche zu präsentieren hatten. Und Apple hielt, was CEO Tim Cook versprach: „Bei Apple bringen wir unsere Produkte immer nach vorne.”

Apple Watch Series 4 rundum neu

Dabei führte Tim Cook allen noch einmal vor Augen, dass es hier um mehr geht, als um neue Produkte. „iOS hat die Art verändert, wie wir leben – von der Art, wie wir lernen, bis hin zur Art, wie wir arbeiten“, sagte er. Wir erledigen inzwischen nahezu alles mit den Geräten, auf denen iOS läuft: wir kommunizieren, kontrollieren unsere Gesundheit und lassen uns unterhalten. Doch die Entwicklung geht weiter. COO Jeff Williams stellte im Steve Jobs Theater die neue Generation der Apple Watch vor: „Heute heben wir die Apple Watch auf ein neues Level“, leitete er ein. Und Designer Jony Ive kommentierte in einem eigens eingespielten Video: „More than an evolution, it represents an fundamental new redesign.” Es sei mehr als eine Evolution, sondern ein fundamentales neues Redesign. Tatsächlich, führte Williams aus, fasste Apple jedes Detail seiner Smartwatch an und überarbeitete es für Series 4 vollständig. Die Display-Fläche ist um mehr als 30 Prozent größer, der Bildschirm reicht bis zu den Kanten, die Uhr an sich ist flacher und – besonders hervorzuheben – die digitale Krone bietet nun ein „haptisches Feedback“. Auch der Lautsprecher und das Mikrofon wurden verbessert. Der Sound kann damit bis zu 50 Prozent lauter abgespielt werden und es gibt weniger Echos. Alle Modelle gibt es mit Saphir- und Keramik-Rücken und einem neuen Chip, den S4. Zudem verbesserte Apple den WLAN- und LTE-Empfang.

Dank eines neuen Beschleunigungssensors und eines verbesserten Gyroskops kann die Apple Watch Series 4 noch mehr: Sie trackt nicht nur die Fitness besser, sie erkennt auch Stürze und fragt den Nutzer, ob der Notruf gewählt werden soll. „Wir hoffen, dass das ein Feature ist, dass ihr niemals braucht. Aber es ist gut, dass es das gibt“, meinte Jeff Williams ernst.

Leben retten kann die neue Generation der Apple Watch auch dank drei neuer Herztrackingfunktionen und der Erkennung von Herzrhythmusstörungen mittels eines neuen optischen Sensors auf der Rückseite der Watch. Mit ihr kann man sogar ein EKG erstellen. Ivor Benjamin, Präsident der American Heart Association, nannte dies bei der Vorstellung ein wichtiges Feature, um die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Für die EKG-Funktion besitzt Apple bereits eine Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA, sodass sie bereits dieses Jahr den US-Kunden zur Verfügung stehen wird. In anderen Ländern müssen die Kunden dagegen noch auf die Zulassung der Behörden warten, erklärte Williams.

Verbessert hat Apple außerdem die Laufzeit der Apple Watch, denn trotz neuer Bedienoberfläche mit noch mehr Funktionen, neuen dynamischen Zifferblättern und elektrischem Herzsensor, ist die Batterielaufzeit die gleiche wie beim Vorgängermodell.

Die Apple Watch Series 4 wird in den Farben Silber, Gold und Space Grey angeboten. Zudem gibt es das brandneue Finish Gold Stainless, also gold aussehendes Stahl. Bestehende Armbänder passen weiterhin, Apple stellte aber auch viele neue Modelle vor. Apple Watch Series 4 ist ab 21. September ab 429 € erhältlich, die Cellular-Version ist ab 529 € verfügbar. Das zugehörige neue Watch OS  kann ab dem 17. September auf Version 5 aktualisiert werden.

Drei neue iPhone X-Modelle

Weiter ging es auf dem Event mit dem neuen iPhone – oder besser gleich drei Modellen. „Das iPhone X hat die Industrie verändert und wurde das Nummer 1 Smartphone in der Welt“, freute sich Tim Cook. Um dann ein noch besseres iPhone vorzustellen: Das iPhone Xs und das iPhone Xs Max nannte er „the most advanced iPhone we ever created”. Dann übergab Cook an Marketing-Chef Phil Schiller. Der geriet nahezu ins Schwärmen, als er die Neuerungen des Xs und des Xs Max präsentierte: besonders haltbares Glas auf dem Display, das eine Größe von 5,8” beim iPhone Xs und 6,5” beim Max-Modell hat. Außerdem sind beide bis zu 2,3 Meter wasserdicht nach IP68, besitzen ein Super Retina Display mit OLED-Technologie und beherrschen Dolby Vision sowie HDR 10. Aber das war noch nicht alles: Mit den beiden neuen iPhone Xs und Xs Max lässt sich der Ton sogar in Stereo aufnehmen. Das neue Display mit dem verbesserten Sound – „das ist wie im Kino“, versprach Phil Schiller.

A12 Bionic Chip neuronale Netze und maschinelles Lernen

Die sicherlich größte Revolution der neuen Smartphone-Serie von Apple ist jedoch der darin verbaute A12 Bionic Chip, der ausschließlich für das iPhone entwickelt wurde. Dieser beinhaltet 6,9 Milliarden Transistoren und eine 6-Core-CPU mit Fusion System. Dadurch sind das iPhone Xs und iPhone Xs Max bis zu 15 Prozent schneller und verbrauchen bis zu 40 Prozent weniger Energie. Anders ausgedrückt: Das iPhone Xs  bis zu eineinhalb Stunden länger durch als das iPhone X. Vor allem aber besitzt es ein neuronales Netzwerk, das selbstständig lernt. Bis zu fünf Milliarden Operationen kann das iPhone damit pro Sekunde abarbeiten, sodass unter anderem FaceID noch schneller funktioniert. Aber auch alle anderen Apps werden bis zu 30 Prozent schneller damit, kündigt Apple an. Die bereits auf der WWDC vorgestellten Neuerungen von iOS 12 können also kommen: Siri Shortcuts sowie eine verbesserte Augmented Reality mit ARKit2, neuer Measure App und AR Quick Look. Vor allem aber bringt der A12 Bionic Chip das maschinelle Lernen voran, indem er neunmal schneller ist und nur ein Zehntel der Energie von herkömmlichen CPUs benötigt. Für mehr Grafikpower sorgt eine 4-Core-GPU, die bis zu 50 Prozent schnellere Grafiken liefert und damit dem iPhone einen großen Sprung in puncto Performance bringt.

Verbesserte Fotofunktionen

Den A12 machen sich auch die neuen Kameras im iPhone Xs und iPhone Xs Max zunutze: Beide kommen mit zwei Objektiven, die 12 Megapixel mit Weitwinkel und Zoom bieten. Von den Bildern, die daraus resultieren „werdet ihr weggeblasen“, ist Phil Schiller überzeugt. Und mit den neuen Modellen hält jetzt Smart HDR  Einzug: Mit jedem aufgenommenen Foto werden mehrere Bilder gleichzeitig gespeichert, analysiert und zusammengefügt. Mit bis zu einer Billionen Operationen pro Bild wendet das iPhone Verbesserungen wie Zero shutter lag, Highlight details, Shadow details und mehr gleichzeitig auf die Bilder an. Dann werden alle Teile miteinander verbunden, sodass die besten Fotos daraus entstehen – das ist Smart HDR. Apple verbesserte und beschleunigte dazu eigens den Image Signal Processor (ISP) und verband ihn mit dem neuronalen Netzwerk. So wurde auch die Gesichts- und Szenenerkennung verbessert. Ebenfalls optimiert wurde der Bokeh-Modus, den Phil Schiller überschwänglich demonstrierte. Denn dank dieser Funktion für den Porträtmodus kann jedes Bild in der Tiefe im Nachhinein, also nachdem das Bild aufgenommen wurde, verändert werden: „Das ist nicht möglich auf irgendeinem anderen Smartphone. Das geht nur mit dem A12 Bionic“, sagte Schiller.

Duale SIM-Karte dank e-SIM

Die neuen iPhones haben außerdem nun endlich die Möglichkeit, zwei SIM-Karten von unterschiedlichen Mobilfunkanbietern zu unterstützen. Allerdings kann man nur in China tatsächlich zwei physikalische Karten in die Geräte einstecken. In allen anderen Ländern müssen die Nutzer mit einer sogenannten e-SIM arbeiten. Mit ihr kann man – wie bei der Verwendung von zwei SIM-Karten – zwei unterschiedliche Nummern nutzen und unterschiedliche Tarife oder Länderkarten verwenden. Apple gab dieser neuen Technologie, über die das Unternehmen bereits mit vielen Anbietern weltweit verhandelt, den Namen DSDS Dual SIM Dual Standby.

One More iPhone: iPhone XR

Als letztes zauberte Phil Schiller noch ein „one more iPhone” aus der Tasche: Das iPhone XR. „Wir hoffen, damit noch mehr Kunden zu gewinnen”, sagte er. Anders als die anderen Modelle ist das iPhone XR in insgesamt sechs Farben erhältlich: Weiß, Schwarz, Blau, Koralle, Gelb und auch eine Red Edition gibt es. Von einer Seite zur anderen reicht das 6,1” große  LC-Display, das den Namen Liquid Retina erhielt. „Das neue Display des iPhone XR ist das fortschrittlichste LCD Display der Branche“, schreibt Apple dazu.

„Durch das innova­tive Design der Hintergrund-Beleuchtung reicht das Display bis in die Ecken. So siehst du lebensechte Farben von einem Rand bis zum anderen.“ Es ist damit größer als das iPhone 8 Plus, verfügt aber über ein schmaleres Design. Das Aluminiumgehäuse ist nach IP67 wasser- und staubgeschützt. Und wie seine großen Brüder hat es keinen Home-Button mehr, dafür aber Haptic Touch mit Rückmeldung vom Display. Außerdem sind Face ID und dieselbe Technologie wie im Xs und Xs Max verbaut, allen voran der schnelle A12 Bionic Chip. Zwar gibt es nur eine Kamera auf der Rückseite iPhone XR (und eine True Tone Kamera auf der Vorderseite), die kann aber mit ihren 12 Megapixeln mit Weitwinkel und Zoom alles, was auch die anderen iPhones können, inklusive integrierter verbesserter Bokeh-Funktion. Phil Schiller nannte sie „the best single Camera System we ever made”.

Verfügbarkeit und Preise

Mit den neuen iPhones verfügt Apple in dieser Wintersaison über eine unglaubliche Produktpalette an Smartphones, angefangen beim iPhone 7 und iPhone 8 bis zum iPhone Xs, iPhone Xs Max und iPhone Xr. iPhone Xs und iPhone Xs Max werden in Modellen mit Speicherkapazitäten von 64 GB, 256 GB und 512 GB in Space Grau, Silber und einem neuen Finish in Gold beginnend ab 1.149 Euro inkl. MwSt. und 1.249 Euro inkl. MwSt. erhältlich sein. Beide sind ab Freitag, den 14. September zu bestellen und ab 21. September auch in Deutschland verfügbar. Das iPhone Xr kommt wahlweise mit 64 GB, 128 GB und 256 GB und startet ab 849 Euro inkl. MwSt. Es ist ab 19. Oktober zu bestellen, die Auslieferung beginnt eine Woche darauf.

HomePod OS und tvOS

Nicht nur dem iPhone und der AppleWatch spendierte Apple neue Software, auch der HomePod und das AppleTV wurden aktualisiert. Mit dem neuen HomePod OS „könnt ihr mit dem HomePod nach Songs zu suchen, wenn ihr den Text kennt. Ihr könnt über den Speaker telefonieren und euer iPhone finden“, versprach Tim Cook. Und: „HomePod bekommt die beste MultiRoom Experience.“ Ab 17. September ist das neue HomePod OS zusammen mit einem neuen tvOS erhältlich, das Atmos unterstützt. Außerdem kündigte Tim Cook an, dass macOS Mojave am 24. September zu haben sein wird.

Apple goes green

Stolz zeigten sich die Manager noch über etwas anderes: Apple wird immer umweltfreundlicher, wie Umweltchefin Lisa Jackson auf der Bühne berichtete. „Wir bei Apple hören nie auf, darüber nachzudenken, was das Beste für unseren Planeten ist. Deshalb arbeitet Apple jetzt zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien.“ Apple strebt an, eines Tages der Erde keinerlei Ressourcen mehr zu entnehmen. Dazu versucht das Unternehmen, neue Wege zu finden, wie Produkte recycelt und mit alternativen Materialien betrieben werden können. Mit dem iPhone, sagte Jackson, gehe man hier schon erste Schritte. Darin kommt recyceltes Glas und Zinn zum Einsatz. Die Lautsprecher sind bereits zu 35 Prozent aus Recycling-Kunststoff. Die Umrandung des Displays besteht zu 25 Prozent aus recyceltem Kunststoff. Außerdem bemüht sich Apple, seine Produkte langlebiger zu machen: „Weil sie länger halten, kann man sie länger nutzen. Und eine längere Nutzung ist das beste, was wir für den Planeten tun können”, meinte Jackson. Außerdem nimmt Apple mit dem Apple GiveBack Programm Produkte zurück und recycelt das Material mit einem Roboter namens Daisy.

Tim Cook schloss das Produktfeuerwerk dieses Apple Events mit dem Wunsch, dass noch mehr Menschen, Zugang zu Smartphones erhalten. Warten wir es ab, ob ihm sein Wunsch erfüllt wird. Für magische Momente mit eindrucksvollen Video-Einspielungen und vielen Neuerungen hat er an diesem Tag gesorgt. Der Live-Mitschnitt der Keynote kann übrigens hier noch einmal angesehen werden.