Mac OS X 10.7, iOS 5 und iCloud – die Zusammenfassung

Wie jedes Jahr startet Apple auch diesmal die WWDC mit einer Keynote. Lion, iOS 5 und iCloud sind die Themen der Präsentation. Zwar gab es die ersten Informationen zu Mac OS X 10.7 bereits im Oktober letzten Jahres, aber mit Funktionen wie Auto Save hat Apple doch noch überraschen können. Viel Neues gibt es zu iOS 5: beispielsweise AirPlay Mirroring, Reminders und iOS-Updates, die man direkt ohne Kabel auf das iPhone lädt. Gänzlich neu ist Apples Online-Speicher-Dienst iCloud. Dank des Dienstes soll der Anwender künftig zahlreiche Daten nicht mehr auf dem iOS-Gerät speichern müssen. Und überrascht hat Apple vor allem mit dem Preis. Hier findet ihr die Zusammenfassung der wichtigsten Neuerungen aus der Keynote.

Mac OS X 10.7 Lion

Multi-Touch Gesten und Full Screen in Lion

Am Anfang der Präsentation steht zunächst Lion auf der Tagesordnung. Noch umfangreicher sind die Multi-Touch-Gesten, wie Phil Schiller während der Keynote demonstriert. Auch Lion wird sich mit einem, zwei und vielen Fingern steuern lassen. Die Entwickler können die neuen Steuerungsmöglichkeiten bereits in den Entwickler-Builds von Mac OS X 10.7 testen. Einen ersten Ausblick gibt Apple im aktuellen Video.

Full-Screen ist ein weiteres Highlight in Lion. Mit einem Klick lassen sich Fenster nun auf den gesamten Bildschirm ausweiten – eine Funktion, die Windows-Anwender bereits kennen und die viele Mac-User bislang schmerzlich vermisst haben.

Mission Control und Launchpad sorgen für mehr Ordnung am Mac

Nächste Funktion ist Mission Control: Diese Funktion hat Apple bereits im Oktober letzten Jahres während der Keynote vorgestellt. Mit einem Klick lassen sich alle Fenster einblenden und man behält leichter den Überblick. Die ersten Versuche hier in der Redaktion machen wirklich Spaß, auch wenn der Dienst noch etwas hakt.

In Mission Control können Anwender mit einem Druck auf die Leertaste in die einzelnen Fenster hineinzoomen. Per Drag-and-drop lassen sie sich zudem neu anordnen – ja auch auf dem Bildschirm kehrt damit deutlich mehr Ordnung als noch unter Exposé ein.

Ebenfalls neu in Mac OS X wird das Launchpad sein. Die Funktion zeigt deutlich an, woher sie stammt: aus iOS. In Launchpad werden sämtliche offenen Anwendungen angezeigt, per Drag-and-drop kann man sie zu Ordnern zusammen fassen – so wie man es von iPhone und Co kennt.

Auto Save – Time Machine Backups für einzelne Dokumente

Eine, auch hier in der Redaktion, lang ersehnte Funktion steht ebenfalls im Mittelpunkt: Auto Save. Dank der Funktion können Anwender künftig zu früheren Versionen eines einzelnen Dokuments zurück springen. Mit einem Klick landet man im Time Tunnel des Dokuments, beim Design hat Apple bei Time Machine abgeschaut. Im Grunde ist Auto Save die Light-Version von Time Machine – erstere sichert einzelne Dokumente, während Time Machine das komplette System oder zumindest ausgesuchte Teile davon als Backup sichert.

Zudem ist Auto Save für Anwender von Vorteil, die häufig vergessen, zu speichern. Mac OS X 10.7 übernimmt diesen Job auch ohne Anweisung. Als Ergebnis braucht man nie mehr verloren gegangene Texte betrauern.

AirDrop – Datenaustausch auf Einfach

AirDrop: Die Funktion gehört zu den Neuerungen, die noch nicht so bekannt sind. Dahinter verbirgt sich ein Datei-Austausch-Programm, das stark an Dropbox erinnert. In einem Fenster wählt man die Person oder das Gerät aus, zu dem man die Datei übertragen möchte. Der Dienst funktioniert allerdings anders als Dropbox nur in einem Peer-to-peer-Netzwerk. Per WiFi überträgt man die Daten von einem Gerät zum anderen.

Mail – Im iOS-Look und mit Twitter-Anbindung

Auch an das Mail-Programm haben die Entwickler Hand angelegt. Das Layout erinnert stark an Mail auf dem iPhone. Links sieht man die Mails im jeweiligen Postfach, rechts sieht man die Vollansicht der ausgewählten E-Mail. E-Mails lassen sich zudem künftig mit unterschiedlich farbigen Flaggen deutlich von einander trennen, für übervolle Postfächer ist das durchaus ein Gewinn. Und auch Twitter-Feeds lassen sich nunmehr über das Mail-Programm einfangen.

Neben all der Entwicklungsarbeit für die wichtigen Funktionen haben die Entwickler auch noch Zeit gefunden, um der Foto- und Video-Anwendung PhotoBooth ein paar neue Bilderrahmen zu verpassen.

Mac OS X 10.7 – Verfügbarkeit und Preise

Ein Wermutstropfen für Einige: Mac OS X 10.7 wird es (zunächst) nur im Mac App Store geben. Der Download soll vier Gigabyte groß sein und ab Juli zur Verfügung stehen. Kosten für das neue System: Das Update von Snow Leopard auf Lion kostet 23,99 Euro, die Server-Version gibt es für 39,99 Euro. Wer gewappnet sein möchte, kann sich sein Guthaben bereits per iTunes-Karte aufstocken.

Eine Frage indes bleibt bei der Download-Version von Lion offen. Was macht der Anwender, wenn sein Mac nicht mehr startet? Bislang legt man eine System-DVD ein und startet das System, installiert notfalls neu und kann weiter arbeiten. Der Download von Mac OS X 10.7 hingegen entpackt und installiert sich selbstständig. Ob vorher das bestehende System gelöscht wird, müssen wir erst noch testen. Am besten wird wohl in diesem Fall eine immer griffbereite externe Festplatte mit einem Notfallsystem sein. Die gibt es ja zum Glück in vielen Formen und Farben bei GRAVIS.

iOS 5

Notification Center – Mehr Überblick bei eintreffenden Nachrichten

iOS 5 erhält unter anderem ein neues Notification Center. Auf dem Startbildschirm des iPhones wird künftig nicht mehr eine Statusmeldung die andere auslöschen, sondern in einer Übersicht werden alle neuen Nachrichten aufgelistet. Mit einem Fingertip kann man die einzelnen Benachrichtigungen aufrufen.

Kamera-App – Schnappschuss direkt vom Lock-Screen und eine Auslöser-Taste

Auch die Kamera-App kann man besser machen – das hat nun auch Apple erkannt und einige Funktionen ergänzt. Unter iOS 5 wird man einen Button bereits auf dem Lock-Screen finden, mit der Laut-Taste lässt sich künftig der Schnappschuss auslösen – in beiden Fällen haben wir uns diese Funktionen schon lang gewünscht.

Zudem lassen sich Bilder nun auch in Apples eigener Kamera-App bearbeiten. Wer allerdings einen deutlich größeren Funktionsumfang für die Bearbeitung von Bildern auf dem iPhone benötigt, der ist mit Apps von Drittanbietern deutlich besser beraten.

iMessage und AirPlay Mirroring

Ebenfalls neu ist iMessage: Der Dienst verbindet nunmehr alle iOS-Geräte miteinander. Künftig lassen sich auch Nachrichten vom iPhone direkt auf ein iPad und einen iPod touch schicken. Mit iMessage können Anwender auf Wunsch nicht nur Nachrichten versenden, sondern auch live Chatten. Einigen Anwendern dürfte das von der App Whats-App bekannt vorkommen.

AirPlay Mirroring – das was man auf dem iPad sieht, lässt sich unter iOS 5 direkt auf den Fernseher streamen. Eine Funktion die sicher auch den ein oder anderen Screencaster begeistert und womöglich künftige Spiele auf einem Full-HD-Fernseher ermöglicht.

Systemweite Integration von Twitter, Tabs im Safari-Browser, Reminders und Mail im Überblick

Bereits erwartet wurde von der Apple-Gemeinde eine umfassende Integration des Micro-Blogging-Dienstes Twitter. Den Dienst hat Apple unter anderem in Safari und Google Maps integriert, aus vielen Anwendungen heraus kann man künftig 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen.

Beim Thema Browser hat iOS diesmal vom Mac gelernt – Tabs halten Einzug im mobilen Safari-Browser. Damit muss man nicht mehr umständlich von Seite zu Seite über die Seitenauswahl wechseln, sondern kann per Reiter zur nächsten Seite.

Die nächste Funktion heißt Reminders. Virtuelle Post-its erinnern künftig an anstehende Aufgaben, Termine und wichtige Fakten. Die bunten Zettel kann man zudem thematisch ordnen.

Bei der Mail-App kann man künftig E-Mail-Adressen per Drag-and-drop verschieben. So kann man beispielsweise einen Empfänger auf einfache Weise auf Kopie oder Blindkopie setzen, ohne die Adresse erst löschen und anschließend wiederum im Adressbuch suchen zu müssen.

iOS-Updates – ohne Kabel auf iPhone und Co. installieren

iOS-Updates wird es künftig als Delta-Versionen direkt auf das iPhone, iPad und den iPod touch geben. Bei einem Delta-Update lädt man ausschließlich die Neuerungen und nicht das gesamte Betriebssystem. Damit braucht man nun also nicht mehr am Computer anzudocken, wenn man auf dem neuesten Stand sein will.

Gute Nachrichten für alle iPhone 3GS-Besitzer – iOS 5 wird auch für sie zum Download bereit stehen. Ob man alle Funktionen verwenden kann, werden wir testen, sobald iOS 5 erscheint. Ansonsten läuft das neue mobile Betriebssystem auf iPhone 4, iPad 1 und 2 sowie iPod touch der dritten und vierten Generation. Erscheinen soll iOS 5 im Herbst.

iCloud

Kommen wir nun zur iCloud. Künftig sollen Anwender alle ihre Daten in der Cloud speichern und von überall mit allen Apple-Geräten darauf zu greifen können. „MobileMe gehört nicht zu unseren besten Stunden“, sagt Steve Jobs über den bisherigen Online-Dienst von Apple. Damit ist klar, iCloud ersetzt MobileMe und soll alles besser machen.

Synchronisation zwischen Mac und iOS-Gerät, zwischen iOS- und iOS-Gerät und mehr

Nach wie vor können Anwender Kontakte, Termine und E-Mails auch mit iCloud synchronisieren. Dazu benötigen sie allerdings einen me.com-Account. Den MobileMe-Account gibt es allerdings künftig kostenlos.

Auch bei den Apps kann iCloud nun weiter helfen. In der Übersicht der Apps zeigt der Dienst an, welche man auf einem anderen iOS-Gerät installiert hat. Die Funktion steht bereits zur Verfügung. Wer in der „App Store“-App auf den Reiter Updates tippt, der sieht künftig, welche Apps er erworben hat, welche ein Update bereit halten und welche nicht auf diesem aber auf einem anderen iOS-gerät des Anwenders installiert sind.

Online-Speicher für Dokumente, Fotos und Musik

Lang erwartet und in den Gerüchteküchen bereits seit geraumer Zeit durchgekocht: iTunes in der Cloud. Mit dem Dienst lassen sich im iTunes Store gekaufte Musiktitel auf alle iOS-Gerät laden.

Auch Dokumente werden künftig vom iOS-Gerät in der Cloud gespeichert. Egal ob Text, Präsentation oder Numbers-Tabelle, Apples Office-Anwendungen speichern die Dokumente auf einem Apple Server. Damit bleibt mehr Speicher für Apps. Auf den ersten Blick fehlt nur noch die Möglichkeit zur kollaborativen Arbeit an einem Dokument.

Fotos in der Cloud und damit mehr Platz auf dem iOS-Gerät – dank iCloud landen die speicherhungrigen Bilddateien auf den Apple Servern und von dort kann man sie unter anderem auf Apple TV streamen.

Da die Foto-App Bilder nur per WiFi in die Cloud verfrachtet, muss man nach jeder Foto-Safari die Bilder erst einmal hoch laden. Dort speichert sie Apple für 30 Tage. Zum dauerhaften Sichern muss man sie sich auf den Mac holen.

Tägliche iOS-Backups in der Cloud

Und keine Angst mehr vor verlorenen Daten. iCloud sichert täglich das gesamte iOS-System ab und bei Verlust kann man das alte System jederzeit mit ein paar Fingertips wieder herstellen. Ob sich der Dienst auch deaktivieren lässt, bleibt indes ungeklärt.

iCloud – Kostenloser Online-Speicher für jedermann

Insgesamt stehen in der iCloud jedem Anwender 5 Gigabyte an Speicherplatz für Dokumente, Mails und Backups. Den Speicherplatz gibt es kostenlos. Damit all diese Daten auch Platz finden, hat Apple zuletzt in North Carolina eine riesige Server-Farm für eine Milliarde US-Dollar gebaut.

iTunes Match – Gleiche Rechte für selbst gerippte Musik

Das One-mor-thing: iTunes Match. Künftig kann man auch seine Musik gleichberechtigt neben der im iTunes Store gekauften betreiben und mit den selben Funktionen wie iCloud nutzen – vorausgesetzt man zahlt 24,99 US-Dollar pro Jahr.

Damit hat die Apple Keynote viel Überraschendes gebracht und dem ein oder anderen Apple-Jünger dürfte nun die Zeit bis zur Veröffentlichung von Lion und iOS 5 etwas lang werden. Wir freuen uns zunächst auf das neue Mac-Betriebssystem und zeigen euch, wie man mit den neuen Funktionen umgeht.

Unser Dank gilt an dieser Stelle den Kollegen von Engadget für die Bilder.

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Kommentare (18)

    Justus

    super, aber woher habt ihr die Informationen?

    WWDC Fan

    Da Sitzt einer von Gravis oder von einem anderen drinne und schreibt alles uf die Webseite

    ICH

    so ist das. gibt es dort keinen live stream?

    Alexander Löbbert

    @Justus entweder sind sie live dabei oder es gibt irgendwo live Bilder oder live Fotos (die wichtigsten und die zu den Texten geeignet sind stellen sie dann rein, also so erkläre ich mir das… . 😉

    WWDC Fan

    Nee, aber es kommt ein Video Podcast späder im iTunes Store raus

    Justus

    Was heißt das jetzt für MobileMe? wird es komplett abgeschafft und ist dieses icloud das selbe?

    Kai

    icloud kann das selbe/ mehr und mobile me wird abgeschafft…

    Justus

    und wann wird das etwa erscheinen?

    WWDC Fan

    So ungefär July

    Justus

    Also man braucht mobile me Zum synchronisieren und es wird kostenlos und der online Speicher wird abgeschafft. und dieses icloud ist einfach online Speicher und so und das kann man mit mobile me verbinden??

    Alexander Löbbert

    Danke für die Infos
    Haben sehr geholfen saß die ganze Zeit daneben und habe F5 bzw. strg + R gedrückt :DD

    Alexander Löbbert

    Nur leider kein iPhone 5 :((

    Tobi95

    Danke Leute

    Chrib

    Wie ich gerade gesehen habe wurde mein Mobileme Account bis zum 30.6.2012 kostenlos verlängert.
    Sehr großzügig von Apple, wenn in Zukunft sowieso alles kostenlos ist.

    MGC

    Hallo! Guter Bericht! Nur ein kleiner Fehler: die plus- minus butons sind nicht zum zoomen sondern der plus buton funktioniert als Auslöser!

      Tizian Nemeth

      Danke für den Hinweis. Haben wir gleich verbessert.

    max

    hi also um auf lion zu kommen benötige ich erstmal snow leopard da am anfang apple nur lion im mac appstore rasubringt?!

    Phil

    Hey,
    schöner Bericht…habe aber auch was zu dem Thema:
    http://bit.ly/philpanzer
    Da sind Berichte über iOS5 und Lion 😉