Noch bevor Apple mit der WWDC im Juni die heiße Phase des Jahres einläutet, lief sich Cupertino mit neuen iPads und neuen Möglichkeiten für Schüler und Lehrer warm. Das Bildungsevent zeigte viele Neuerungen, die insbesondere in der Ausbildung interessant sind.

Schon mit dem Titel „Let’s take a field trip“ – auf Deutsch in etwa „Lasst uns einen Ausflug machen“ – war klar, worum es beim Event geht: Bildung. Apple unterstrich auf seinem diesjährigen Bildungsevent seinen Anspruch im Klassenzimmer mit zahlreichen positiven Erfahrungsberichten von Lehrern, die schon jetzt Apples Tablets im Unterricht verwenden. Das neue iPad unterscheidet sich im Vergleich zum Vorgänger vor allem durch den schnelleren, aus dem iPhone 7 bekannten A10 Fusion Prozessor statt des bisherigen A9. Außerdem sind Stereolautsprechern mit an Bord. Vor allem aber lassen sich mit dem Apple Pencil Notizen und Zeichnungen anfertigen. Unverändert enthalten sind der Fingerabdruck-Scanner, Touch ID, GPS, eine FaceTime-HD-Kamera auf der Vorder- und eine Acht-Megapixel-Kamera auf der Rückseite.

 

 

In Deutschland kostet das iPad in Silber, Spacegrau oder Gold mit 32 Gigabyte Speicher 349 Euro. Für 439 Euro erhalten Anwender 128 Gigabyte Speicher. Wer auch unterwegs ohne WLAN surfen möchte, muss für 130 Euro Aufpreis zur LTE-Version greifen. Für den Apple Pencil verlangt Cupertino wie bisher 99 Euro. Die Smart Cover in Anthrazit, Mitternachtsblau, (RED), Sandrosa und Weiß schlagen mit 45 Euro zu Buche. Bildungseinrichtungen erhalten das iPad und den Apple Pencil zu vergünstigten Preisen. Komplett kostenlos sind hingegen die 200 Gigabyte iCloud-Speicher, die Apple Schülerinnern und Schülern statt den bisher fünf Gigabyte künftig bietet.

 

Update für Pages, Numbers und Keynote

Auch Apples Office-Apps wurden von Apple aktualisiert und sind künftig kompatibel mit dem Apple Pencil. Statt Notizen umständlich über Textkästen zu erstellen, schreiben und kritzeln Anwender nun Notizen einfach direkt in Texte, Tabellen und Präsentationen. Außerdem ermöglicht der digitale Stift das Zeichnen und Ausmalen. Ein Highlight sind die sogenannten Smart Annotationen: Notizen verlinkt Pages ähnlich wie die klassische Korrektur mit dem Rotstift mit einer Textstelle. Auch bei Korrekturen bleiben die Anmerkungen enthalten.

 

 

Eine weitere Funktion für Pages: Damit lassen sich nun digitale Bücher erstellen. Statt wie bisher im iBooks Author entstehen interaktive Bücher also nun direkt in Pages. Eine Neuheit im Programm ermöglicht das Einfügen von Fotogalerien und Filmen. Praktisch für die Verwendung im Unterricht: Eine neues Präsentations-Feature macht aus iPads einen Teleprompter, auf dem ein Text mit einer frei wählbaren Geschwindigkeit, Schriftart und Hintergrund selbstständig über dem Bildschirm läuft.

Klassenzimmer-App für Lehrer

Um die von der Schule zur Verfügung gestellten iPads zu verwalten, verwenden Lehrerinnern und Lehrer künftig die Mac-Anwendung Classroom. Anders als die neuen iPads soll die App aber erst im Juni als Beta-Version erscheinen – vermutlich im Umfeld der Entwicklerkonferenz WWDC, die am 4. Juni 2018 mit einer weiteren Keynote beginnt. Die App versetzt Lehrer in die Lage, vom Rechner aus Apps, Bücher oder Webseiten auf allen iPads gleichzeitig zu starten, Dokumente zu verschicken oder von Schülerinnern und Schülern zu erhalten. Auch eine Überwachungsfunktion ist enthalten.

 

 

… und Schoolwork für Schüler

Auch an die Schüler hat Apple gedacht. Die neue App namens Schoolwork, zu Deutsch „Hausaufgaben“, ist dafür gedacht, dass Lehrer Ausdrucke digital verteilen und den Lernfortschritt der Schülerinnern und Schüler verfolgen können. Die dafür benötigte Cloud-Infrastruktur stellt Apple kostenlos zur Verfügung.

 

 

Everyone can create: Neuer Lehrplan für Künstlerisches

Mit „Jeder kann programmieren“ bietet Apple schon heute Werkzeuge und Informationen, um Neulinge in die Kunst des Programmierens einzuführen. Mit „Everyone Can Create“ baut Apple derzeit an seinem zweiten Lehrplan. Dieser richtet sich an Lehrer, die Bereiche wie Musik, Video, Fotografie und Zeichnen in ihren Unterrichtsplan integrieren möchten.

 

 

„Everyone Can Create“ wurde in Zusammenarbeit mit Pädagogen und Kreativprofis entwickelt und beinhaltet Lehrer- und Schülerhandbücher, Unterrichtsstunden, Ideen und Beispiele, um Lehrern zu helfen, Kreativität und neue Kommunikationsfähigkeiten in ihre bestehenden Fächer wie Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften und Geschichte einzubringen. So können Schüler beispielsweise die eingebaute Kamera des iPad nutzen, um etwas über fraktale geometrische Muster zu lernen. Oder sie können den Apple Pencil mit Apps wie Tayasui Sketches verwenden, um mehr über Symmetrie zu lernen.

 

Im Laufe des Frühjahrs werden die Apple Stores im Rahmen ihrer regulären Today at Apple-Events für Lehrkräfte mit dem Unterrichten von „Everyone Can Create“ beginnen. In den Apple Stores finden dazu „Dienstage für Lehrer“ zu Themen wie Programmierung und App-Design, Film- und Musikkreation sowie Präsentationen oder Tabellenkalkulationen statt.