Arbeiten mit dem iPad, geht das überhaupt? Aber klar, sagt der Journalist und Podcaster Gerd Blank im Interview. Er nutzt seinen Laptop fast gar nicht mehr und macht stattdessen alles mit dem iPad. 

Das iPad ist leicht, handlich und einfach zu bedienen – und damit der perfekte Begleiter für unterwegs. Sowohl in der Freizeit als auch bei der Arbeit wird das iPad immer beliebter. Doch geht das überhaupt, ausschließlich mit dem iPad zu arbeiten? Wir haben mit dem Journalisten, Autor und Podcaster Gerd Blank aus Hamburg gesprochen und von ihm wertvolle Tipps erhalten, wie man das iPad am besten im Job einsetzt. Im Interview berichtet Gerd Blank, welche Tools und Funktionen er besonders nützlich findet und wie sein Arbeitsalltag mit dem iPad aussieht. 

©Gerd Blank

Gerd, Sie arbeiten fast nur noch mit dem iPad. Warum sind Sie umgestiegen? 

Ich bin Technikjournalist und kam daher schon mit dem iPad Kontakt, als es vor zehn Jahren erschienen ist. Als ich begonnen habe, es zu nutzen, habe ich gleich realisiert, wie praktisch es in meinem Job als Redakteur ist, ein so mobiles und handliches Gerät zu verwenden. Bis heute hat sich das iPad enorm weiterentwickelt und kann mittlerweile für mich den Laptop nahezu komplett ersetzen.   

Für welche Aufgaben nutzen Sie das iPad konkret?

Mein Job besteht hauptsächlich darin, zu recherchieren und zu schreiben. Hier nutze ich das iPad ähnlich wie ein Notebook, wobei es für mich bereits ein großer Vorteil ist, dass ich beim iPad die Tastatur vom Bildschirm trennen kann. Außerdem habe ich zwei Podcasts, für die ich Tonaufnahmen, Schnitt und Upload über das iPad mache. Für die Zusammenarbeit mit Auftraggebern finde ich die iCloud sehr praktisch und auch virtuelle Meetings lassen sich über Videochat-Apps wie Zoom oder Skype bequem mit dem iPad durchführen.

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Welche Funktionen des iPads sind für Sie besonders wichtig?

Die All-in-One-Lösung für mich das ausschlaggebende Argument, ein iPad zum Arbeiten zu nutzen. Beim iPad habe ich meine Arbeit und Freizeit kompakt in einem kleinen leicht transportierbaren Gerät beisammen. Neben der Arbeit nutze ich das iPad auch zum Musik hören, Filme schauen und um E-Books zu lesen. Man könnte sagen, das iPad hilft mir dabei, meine Work-Life-Balance zu finden. Außerdem finde ich die lange Akkulaufzeit sehr praktisch. Mit den neuesten iPads kann man bis zu zwölf Stunden am Stück arbeiten ohne zwischendurch laden zu müssen. Nicht zuletzt finde ich die Auswahl an spezifischen Apps natürlich super.

Welche Apps nutzen Sie am häifigsten? 

Für Audioaufnahmen benutze ich beispielsweise Ferrite, das ist sozusagen ein Tonstudio im Taschenformat. Für meinen Podcast setzte ich die App Garage Band ein. Damit kann ich nicht nur Dateien schneiden und bearbeiten, sondern auch direkt hochladen. Als Ergänzung verwende ich das Programm Backpack, um Jingles einzuspielen. Sonst nutze ich Schreibprogramme wie Office und Google Docs. Ein weiteres Programm, das ich empfehlen kann, ist iA Writer. Es ist ein sehr schlichtes Schreibprogramm mit wenig Funktionen, wodurch man sehr fokussiert schreiben kann. Generell bin ich bei der Arbeit mit dem iPad fokussierter als beispielsweise am Laptop. Auch Bildbearbeitung mache ich übrigens mit dem iPad. Dafür nutze ich Pixelmator und Affinity Photo. Zum Surfen nehme ich den Standard-Browser Safari. Und privat schätze ich die App Djay zum Musik Auflegen.

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Haben Sie sich bewusst für Safari als Browser entschieden? 

Naja, ich finde Safari praktisch, weil der Browser automatisch voreingestellt ist. Generell funktionieren aber meiner Meinung nach die Apple-Programme am besten auf dem iPad, weil sie sich gut untereinander und mit dem iPhone verknüpfen lassen und durch das Design und den Aufbau in der Regel selbsterklärend sind. Da ich mich ungern ständig neu in Technik hineindenke, nutze ich am liebsten die Apps von iOS. Die unterstützen perfekt meine Faulheit. (lacht)

Das iPad ist also besonders geeignet für faule Menschen? 

Zumindest für Menschen, die keine Lust haben, immer wieder Zeit zu investieren, sich in neue Programme einzuarbeiten und sich deren Funktionen anzueignen – und zu denen gehöre ich.

Gibt es auch Arbeiten, für die Sie das iPad nicht einsetzen und stattdessen lieber einen Laptop oder Computer nutzen?

Tatsächlich gibt es bestimmte Programme, die auf dem Rechner immer noch besser funktionieren. Das sind komplexe Programme wie Videoschnittprogramme, die viel Arbeitsspeicher brauchen. Dafür nutze ich manchmal noch das MacBook, auch weil das Schneiden beispielsweise mit einem zweiten Bildschirm einfach sehr viel einfacher geht. Wegen der USB- und Speicherkartenanschlüsse ist auch die Datenübertragung und Datensicherung am Laptop immer noch praktischer, finde ich. Es gibt zwar die Möglichkeit, Daten in einer Cloud abzulegen und damit in einem Backup zu sichern, aber zum Ablegen und Ordnen von Dateien eignet sich der PC für mich einfach am besten. Trotzdem: Früher habe ich zu 80 Prozent den Laptop genutzt und zu 20 Prozent das iPad. Mittlerweile ist es so, dass ich den Computer kaum noch brauche. 

Haben Sie noch ein paar Tipps für Neulinge unter den iPad-Nutzern, was sollten sie beachten beim Umstieg aufs iPad? 

Als ersten Punkt würde ich hier das Zubehör nennen. Ob eine externe Tastatur, eine Maus, eine Halterung für flexible Bildschirmausrichtung, ein Apple-Pencil oder Adapter für die Datenübertragungen… Jeder sollte sich zunächst überlegen, was für Zubehör er konkret für seine Arbeit benötigt. 

Als Zweites solltet ihr euch überlegen, wo und wann ihr euer iPad einsetzen wollt. Seid ihr die meiste Zeit zu Hause oder im Büro, stellt sich die Frage, ob ein iPad mit all seinem Zubehör wirklich sinnvoll ist oder ob ein günstiges Notebook nicht vielleicht ausreicht? Anders ist es bei Leuten, die viel unterwegs sind, berufsbedingt reisen, auf Messen gehen und so weiter, da ist das iPad ideal.

Zuletzt solltet ihr die Infrastruktur eurer anderen Geräte prüfen: Das iPad korrespondiert perfekt mit anderen Apple-Geräten, nutzt ihr aber Android oder habt einen Windows-PC, kann die Arbeit mit dem iPad manchmal schon etwas komplizierter werden. Beispielsweise kann es passieren, dass ihr Programme, die ihr für Windows gekauft hat, für Apple erneut kaufen müsst. Aber wer sowieso in der Apple-Welt unterwegs ist, für den ist meiner Meinung nach ein iPad die perfekte Lösung zum flexiblen Arbeiten.

©Gerd Blank

Übrigens: Gerd Blank nutzt derzeit gleich zwei iPads: das iPad Pro 12,9 Zoll (2015) und das iPad Pro 9,7 Zoll (2016). „Leider“ funktionieren sie beide noch, sagt er. Daher gebe es für ihn noch keinen Grund für ein Update.