In Kürze erscheint das neue Desktop-Betriebssystem von Apple. Big Sur bringt zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen. Wir erklären, was wichtig wird und welche Anwendung ihr schon jetzt installieren könnt.

Apple macOS Big Sur
©Apple

Apple bleibt seiner Linie der vergangenen Jahre treu und benennt auch das neue macOS wie eine Region in Kalifornien. Nach Sierra, Mojave und Catalina wird nun auch der Küstenstreifen Big Sur zur Marke. Das zur Entwicklerkonferenz WWDC im Juni (zur Keynote) vorgestellte Betriebssystem gilt als die umfangreichste technische wie optische Aktualisierung seit OS X Yosemite (benannt nach dem Nationalpark). Im Herbst soll das System für alle Nutzer ausgerollt werden. Grund genug also, einen Blick auf die Neuerungen zu werfen.

Was sind die optischen Veränderungen?

Allgemein hat Apple die Systemelemente abgerundet. Das Dock sowie der überwiegende Teil der vorinstallierten App-Symbole sind nun – wie in der mobilen Darstellung – abgerundete Quadrate, aber ergänzt durch Reflexionen und Schatten. 

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Die Menü-Leiste ist nun transparent, und das vom iPad bekannte Kontrollzentrum wurde auch in einer etwas abgewandelten Version hinzugefügt. Häufig benutzte Funktionen könnt ihr einfach per Drag & Drop aus dem Kontrollzentrum in die Menüleiste ziehen.

Das neue Design der Mitteilungszentrale kombiniert Nachrichten und Widgets. Bei interaktiven Elementen lassen sich weitere Informationen oder Funktionen abrufen – so könnt ihr beispielsweise eine neue Podcastfolge abspielen oder Kalendereinladungen bekommen.

Was ändert sich in Safari?

Als eine der wichtigsten Apps für Nutzer hat Apple den Browser neu gedacht. Mit dem Wechsel auf Big Sur ist es möglich, die Startseite von Safari zu personalisieren. Neben der Wahl eines eigenen Hintergrundbildes könnt ihr entscheiden, was auf eurer Startseite angezeigt wird, etwa die Leseliste, Favoriten, iCloud Tabs oder ein Datenschutzbericht (dazu mehr im nächsten Punkt).

Als optisches Schmankerl hat Apple den Tabs einen neuen Look verpasst und lässt bei Mouseover eine Vorschau der Website aufpoppen. Leider zunächst nur als beta in der kanadischen und US-Version verfügbar: die One-Click-Übersetzung von Websites in sieben Sprachen: Englisch, Spanisch, Chinesisch (vereinfacht), Französisch, Deutsch, Russisch und Portugiesisch (Brasilien).

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Auch wenn es Safari mittlerweile gelungen ist, sich auf Platz zwei der weltweit meistgenutzten Browser vorzuarbeiten, ist der Abstand zu Google Chrome gewaltig: 56,85 Prozent (Chrome 84.0) vs. 6,34 Prozent (Safari 13.1), Stand August 2020. Deshalb betont Apple die Vorzüge gegenüber Chrome und verspricht eine schnellere Ladegeschwindigkeit von häufig besuchten Websites (+50 %) und längeres Streaming pro Batterielaufzeit (bis zu drei Stunden länger).

Mehr Transparenz für eine bessere Privatsphäre

Apple hat die Privatsphäre als ein wichtiges Bedürfnis der Nutzer erkannt und in Safari einen Tracking-Schutz integriert. Die Software identifiziert Tracker und hindert sie daran, ein Profil von euch zu erstellen oder euch im Internet zu folgen. Wie Safari vorgeht und welche Tracker der Browser blockiert, erfahrt ihr mit einem Klick auf den Schutzschild in der Symbolleiste oder im wöchentlich aktualisierten Datenschutzbericht auf der Safari-Startseite.

Apple macOS Big Sur
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Auch der App Store bietet mit einem weiteren Update von Big Sur zum Jahresende mehr Transparenz mit Blick auf den Datenschutz. Die Entwickler sind zukünftig aufgefordert, zur App-Beschreibung auch eine Zusammenfassung der Datenverwendung mitzuliefern. Nutzer sollen verstehen, was mit ihren Daten passiert, bevor sie sich zu einem Kauf und Download einer App entscheiden. Diese Angabe informiert beispielsweise darüber, welche Daten die App sammelt und ob sie dazu verwendet werden, euch in anderen Apps und Websites zu tracken.

Besser kommunizieren, schöner reisen

Auch die Nachrichten App erhält neue Funktionen und schließt damit zu anderen Messaging-Diensten auf. Mit dem Update auf Big Sur ist es nun möglich, auf bestimmte Nachrichten direkt zu antworten, Dialoge in einer Gesprächsleiste übersichtlich festzupinnen, Gruppen mit Fotos zu versehen und Personen innerhalb einer Unterhaltung zu taggen und somit zu benachrichtigen. Und weil Worte manchmal nicht genug sind, könnt eure Nachrichten mit Emojis, Memojis, Bildern und trendigen GIFs den passenden Subtext mitgeben.

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Das Update der Karten App ist ganz klar auf die Planung von Trips und Reisen ausgelegt. Allerdings kommen zum Start von Big Sur nur eine Handvoll Städte in den Genuss von kuratierten Reisetipps, darunter San Francisco, New York, London und Los Angeles. Auch die Wegbeschreibungen für Radfahrer sind explizit nur für die San Francisco Bay Area, Los Angeles, New York City, Shanghai, und Peking verfügbar. Weitere Angebote sollen folgen. Lediglich ein iPhone mit iOS 14 und ein kompatibles Fahrzeug erfordert dagegen die Routenplanung für Elektrofahrzeuge. Diese spezielle Streckenführung plant automatisch Ladestopps ein.

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Welche Neuerungen sind sonst noch erwähnenswert?

Neben den großen Updates gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Verbesserungen. Hier eine Übersicht:

  • Überarbeitete Systemgeräusche, mit dem Ziel, die vertrauten Klänge angenehmer zu gestalten.
  • Behördliche Warnungen vor Unwettern wie Tornados, Winter­stürmen oder Fluten im Wetter Widget.
  • Bei Sprachmemos mit einem Klick automatisch Hintergrund­geräusche und Hall in Räumen reduzieren.
  • Erweiterte Möglichkeiten zur Foto- und Videobearbeitung in der Foto App, darunter ein Machine-Learning-Tool zum Retuschieren von Makel, Staub und andere Objekten.
  • Identifikation von Menschen mit Sicherheitskameras, die HomeKit Video unterstützen. 
  • Automatische Erkennung und Hervorhebung von Gebärdensprache in Facetime.

Eine Liste aller neuen Funktionen von Big Sur findet ihr hier.

Auf welchen Macs läuft Big Sur?

Big Sur unterstützt folgende bestehende Mac-Modelle:

  • MacBook: Anfang 2015 oder neuer
  • MacBook Air: Mitte 2013 oder neuer
  • MacBook Pro: Ende 2013 oder neuer
  • Mac mini: Ende 2014 oder neuer
  • iMac: Ende 2014 oder neuer
  • iMac Pro
  • Mac Pro Ende 2013 oder neuer

Ab wann steht Big Sur zum Download bereit?

„Kommt diesen Herbst“ ist die offizielle Formulierung auf der Apple Website. Ein genauer Veröffentlichungstermin ist noch nicht bekannt. Aktuell liegt das Betriebssystem in der fünften Beta für die Entwickler vor. Eine Überraschung gibt es aber bereits: Zusammen mit iOS 14 hat Apple schon einen wichtigen Teil von Big Sur freigegeben. Seit dem 17. September lässt sich Safari 14 über Systemeinstellungen, Bereich Softwareupdate von macOS herunterladen und installieren.