Datensicherheit bei Facebook (1)

Die Abwägung zwischen Facebook-Nutzung und Datenschutz ist nicht einfach. Auf der einen Seite stehen die Vorteile von Facebook: Partyeinladungen, Neuigkeiten, Musiktipps; wer nicht bei Facebook aktiv ist, der verpasst wichtige soziale Informationen. Auf der anderen Seite bestehen Datenschutzbedenken. Was macht der Konzern mit meinen Daten? Was können Leute, die ich gar nicht kenne, auf Facebook über mich herausfinden?

Fest steht: Einhundertprozentige Sicherheit gibt es nicht! Da es zum Konzept von Facebook gehört, Daten zu sammeln, bleiben die eingegebenen Informationen auch bei hohen Sicherheitseinstellungen nicht vor dem Konzern verborgen. Wer jedoch weiß, welche Datenschutzeinstellungen es gibt, der hat es selbst in der Hand, was er dem Rest der Welt preisgibt. Im ersten Teil unserer Serie „Datensicherheit bei Facebook“ zeigen wir, welche Sicherheitseinstellungen zu beachten sind.

Mit https surfen
Durch die Umstellung auf https hebe ich den Schutz vor dem „Abhören“ durch Dritte auf das Niveau, das etwa Banken für ihr Online-Banking verwenden. Die sichere Verbindung kann ich dauerhaft einrichten. Unter „Kontoeinstellungen“ und „Kontosicherheit“ aktiviere ich dazu das Kästchen „Facebook mit einer sicheren Verbindung (https) durchstöbern, wenn möglich“. (BILD) Verschiedene, vor allem kommerzielle Inhalte sind zwar mit https nicht aufrufbar, Facebook fragt in diesen Fällen jedoch nach, ob man zu http zurückkehren will. Mit https surfen

 

Sichtbarkeiten bestimmen
Eigentlich selbstverständlich, trotzdem sei es hier erwähnt: Wer private Informationen preisgibt, der sollte die Sichtbarkeit dieser Inhalte begrenzen. Ob nur Freunde, Freunde von Freunden oder alle User meine Informationen sehen können, sollte ich davon abhängig machen, wie sensibel meine veröffentlichten Informationen sind und – natürlich – mit wem ich befreundet bin. Auf die Möglichkeiten zur genaueren Personalisierung der Privatsphäreeinstellungen wird Teil zwei dieser Reihe eingehen.

 

Vernetzung kontrollieren
Wenn ich nicht möchte, dass jeder Hinz und Kunz mit mir in Kontakt treten kann, dann kann ich dies ändern. Unter „Privatsphäreeinstellungen“ und „Auf Facebook vernetzen“ lässt sich bestimmen, wer mir Nachrichten oder Freundschaftsanfragen senden darf. Zum Beispiel nur die Hinzes und Kunzens, die ich persönlich kenne.

 

Vor Google verstecken
Wer nicht mit seinem Profilbild und grundlegenden Informationen in der Google-Suche auffindbar sein möchte, sollte unter „Privatsphäre-Einstellungen“ in der linken unteren Ecke auf „Anwendungen und Webseiten“ klicken. Dort lässt sich beim letzten Punkt „Öffentliche Suche“ die Auffindbarkeit abstellen.

 

Einstellungen, die durch Freunde sichtbar sind
Manche Apps oder Webseiten versuchen nicht nur, die Informationen ihrer Nutzer auszulesen, sondern auch die derer Freunde. Durch wenige Klicks kann ich verhindern, dass meine Einstellungen darunter sind. Dies geschieht ebenfalls bei „Anwendungen und Webseiten“ unter „Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind“. Hier kann ich auswählen, was fremde Apps über mich wissen dürfen.

 

Von Freunden nicht an Orten markieren lassen
Wenn ich nicht möchte, dass ein Freund angeben kann, an welchem Ort ich mich befinde, dann kann ich dies ebenfalls abstellen. Dazu muss ich allerdings meine Privatsphäreeinstellungen manuell definieren. Im unteren Teil der Benutzerdefinierung kann ich unter „Freunde können angeben, dass ich mich an einem Ort befinde“ die Ortmarkierung durch meine Freunde sperren. Zugegeben, die Option hat Facebook gut versteckt.

 

Individualisierte Werbung abstellen
Bin ich Fan einer Seite, kann diese auf Facebook oder in einer Facebook-Fan-Box auf ihrer Homepage mit mir werben, sofern ich dies nicht abstelle. Dazu gehe ich auf „Kontoeinstellungen“ und dort auf den letzten Reiter „Facebook-Werbeanzeigen“. Hier muss ich eventuell mein Passwort erneut eingeben. Nun kann ich für zwei Formen der Werbung wählen, ob ich sie genehmige. Unter „Einstellungen…“ kann ich dies jeweils definieren, indem ich „Niemand“ wähle und die Änderungen speichere.

Mit diesen Anpassungen kann ich mein Konto und die eingegebenen Daten sicherer vor Missbrauch machen. Die genannten Sicherheits- und Privatsphäreeinstellungen sind aber freilich kein Muss. Jeder User kann selbst entscheiden, welche Daten er wem zugänglich machen möchte. Der sicherste Weg muss dabei nicht der beste sein. Es kann jedoch nicht schaden, sich einmal Gedanken über die Facebook-Sicherheit zu machen und nicht einfach nach den Voreinstellungen zu surfen.

In weiteren Folgen zum Thema „Facebook-Sicherheit“ erklären wir euch, wie ihr Inhalte nur für einige Freunde sichtbar macht und was ihr bei Facebook besser ganz lassen solltet.

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Kommentare (9)

    Philothea Raab

    Super! habe ich nicht alles gewusst 🙂

    IT Security

    alles schön und gut aber bin mir sicher da gibt es trotzdem noch zig Hintertürchen. Wer perfekte Datensicherheitslösungen sucht bleibt am besten offline 😀

      Tizian Nemeth

      Eine hundertprozentige Sicherheit wird es wohl nie geben, aber man kann die Sicherheit mit unseren Tipps schon deutlich erhöhen.