Externe USB-Festplatten kennt jeder. Wer aber mehreren Personen gleichzeitig Zugriff auf die Daten bieten möchte, sollte zu einer Netzwerkplatte greifen. Sie sind der zentrale Datenspeicher für die gesamte Familie oder Firma, auf den auch Backups gespeichert werden können.

Netzwerk-Festplatten werden auch NAS genannt, was „Network Attatched Storage“ oder zu deutsch netzwerkverbundener Speicher bedeutet. Sie haben mehrere Vorteile gegenüber normalen USB-Festplatten: Zum einen arbeiten sie mit 3,5-Zoll-Festplatten anstelle der in externen Gehäusen meist verwendeten, kleineren 2,5-Zoll-Modelle und bieten daher meist mehr Speicherplatz als herkömmliche (externe) Festplatten. Da die Geräte direkt per LAN-Kabel mit dem Router verbunden sind, könnt ihr vom Laptop oder Smartphone aus überall in der Wohnung per WLAN auf eure Daten zugreifen. Auch anderen Personen könnt ihr Zugriff auf das NAS geben – je nach Modell sogar beschränkt auf einen bestimmten Ordner. Während ihr in einem nur für euch zugänglichem Ordner Dokumente und Fotos sichert, ist der Ordner mit euren Lieblings-Filmen also beispielsweise öffentlich. Auf diesen haben dann nicht nur eure Familie oder Mitbewohner Zugriff, sondern auch alle direkt vom Fernseher aus. Einige Hersteller bieten außerdem die Möglichkeit, von unterwegs aus per App, VPN oder einer speziellen Webseite auf die Daten zugreifen zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt für die Entscheidung zu einer Netzwerkfestplatte ist ihre Sicherheit.

 

 

RAID: Doppelt hält besser

Viele USB-Festplatten enthalten nur eine Festplatte. Geht diese zu Bruch oder hat einen Fehler, sind auch die Daten meist nicht mehr oder nur schwer zu retten. Die Lösung: RAID. Das „Redundant Array of Independent Disks“, auf Deutsch „Redundante Anordnung unabhängiger Festplatten“ beschreibt ein System, bei dem zwei oder mehr Festplatten miteinander verbunden werden, um mehr Speicherplatz, mehr Sicherheit oder aber mehr Geschwindigkeit zu erreichen. Letzteres ist vor allem bei professionellen Serversystemen wichtig. Im privaten Bereich zählt hingegen eher die Sicherheit der Daten. Dazu legt das NAS die Daten einfach auf beiden Festplatten gleichzeitig ab – sie werden gegenseitig gespiegelt. Ist eine der Festplatten defekt, könnt ihr diese austauschen und durch eine neue ersetzen. Die Daten sind derweil auf der zweiten Festplatte gespeichert und damit sicher. RAID-Anordnungen gibt es zwar auch für USB-Festplatten, aufgrund der dadurch benötigten doppelten Größe ist das aber eher selten der Fall. Bei Netzwerk-Festplatten ist ein RAID aus zwei oder mehr Festplatten hingegen eher die Regel als die Ausnahme. Gut zu wissen: Bei einem NAS mit mehr Festplatten könnt ihr euch für mehr Speicher (RAID0) oder Sicherheit (zum Beispiel RAID1) entscheiden.

 

 

Für Einsteiger und Profis

Ein Nachteil von Netzwerkfestplatten ist neben ihrer Größe, dass diese vor der Verwendung konfiguriert werden müssen. Einfach anstecken und Daten kopieren funktioniert nicht. Stattdessen müssen beispielsweise die Netzwerkverbindung eingerichtet und sogenannte Freigaben – also Ordner mit Zugriffsrechten – konfiguriert werden. Hersteller wie Synology oder Western Digital haben dafür eigene Betriebssysteme entwickelt. Diese nehmen euch bei der ersten Einrichtung an die Hand und ermöglichen es so auch unerfahrenen Anwendern, eine Netzwerkfestplatte in Betrieb zu nehmen.

 

 

Traut ihr euch etwas mehr zu, könnt ihr sogar noch weitere spannende Sachen probieren. Der Disk Station Manager von Synology enthält beispielsweise einen Pakete-Manager. Bei diesem könnt ihr wie im App Store oder Play Store zusätzliche Anwendungen runterladen und installieren. Beispielsweise lässt sich die DiskStation als Medienserver, iTunes Server oder Foto-Tresor mit intelligenter Sortierung konfigurieren. Auch ein eigener Mail- oder Webseiten-Server ist auf diesen NAS-Systemen kein Problem.

 

Alternative: Backup in die Cloud?

Statt NAS-Gehäuse und Festplatten zu kaufen, könntet ihr theoretisch auch einfach einen Cloud-Dienst wie Dropbox, Google Drive und Co verwenden. Praktisch funktioniert das aber nur mit geringen Dateimengen. Wenn ihr nicht gerade an eine leistungsfähige Glasfaserleitung angeschlossen seid, dauert ein Backup damit leicht mehrere Tage. Bei einem NAS, das mit mindestens 100 MBit/s Daten empfängt, reicht eine Nacht. Außerdem sind die Kosten nur auf den ersten Blick geringer. Mit 10 Euro pro Monat bei Dropbox, Google oder Apple rechnet sich ein NAS samt Festplatte bereits nach etwa drei Jahren.