Sie haben den menschlichen Sportlern die Show gestohlen: Die Olympischen Spiele in Pyeongchang waren definitiv ein Durchbruch für die Roboterwelt. Ihre Ingenieure erklären, wie nützlich Roboter in Zukunft für unser Alltagsleben sein können.

Während der Olympischen Spiele in Pyeongchang wurden nicht nur die menschlichen Sportler bewundert, auch 85 Maschinen hatten ihren großen Auftritt. Roboter Hubo zum Beispiel, hat beim Fackellauf teilgenommen. Der Rest stand, fuhr, sprang und lief durch die Gegend, um in erster Linie die vielen Besucher zu beeindrucken, aber vor allem um der Welt zu präsentieren,  was sie alles drauf haben. Die Winterspiele sollten auch die Interaktion zwischen Mensch und Maschinen in den Mittelpunkt rücken, was auf jeden Fall gelungen ist.

Ein Roboter als Fackelträger


Ganz niedlich sah HUBO aus: Mit einer olympischen Mütze bekleidet, ging der kleine Roboter 150 Meter zu einer Holzwand, wo er ein Loch mit einem Bohrer schnitt und anschließend die Fackel seinem Schöpfer überreichte.


Olympia Premiere: Der Roboter HUBO übernahm den Fackellauf bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang./ Quelle: pyeongchang2018

Sein Schöpfer ist Professor Oh Jun-ho, der HUBO hauptsächlich für Rettungseinsätze entwickelt hat. Im Jahr 2015 besiegte  die kleine Maschine sogar 22 andere Roboter und gewann die DARPA Robotics Challenge, (kurz DARC) die mit zwei Millionen US-Dollar dotiert war.

HUBO beim Fackellauf:

Roboter-Skispringen

Etwas abseits der olympischen Skipisten trugen acht Entwicklerteams erstmals ein Turnier im Skispringen aus. Die Athleten hatten zwar keine Haut und Haare, geschweige den Muskeln, dafür aber keine Angst vor dem Absprung, denn es waren Maschinen. Auch die Sieger der Roboterolympiade wurden in Siegerposen abgebildet und sogar von einem Zeichenroboter gemalt, der mit mehr als 1.000 Farbtönen und vier Tintenarten bis zu 20 Meter hohe Wand Gemälde erschafft.


Wie echte Athleten bei den Olympischen Spielen: Auch die Roboter haben beim Skispringen mitgemacht./ Quelle: pyeongchang2018

Wie das Roboter-Skifahren ausgesehen hat, könnt ihr euch hier ansehen:

Maschinen als Putzkräfte und Wegweiser

Nicht nur als Athleten waren die Roboter in Pyeongchang im Einsatz: Sie haben den Besuchern auch als Wegweiser gedient, wie das tigerartige Geschöpf, das aussieht wie das Olympiamaskottchen Soohorand. Es funktioniert durch Spracherkennung und spricht vier verschiedene Sprachen. Bereits am Flughafen wurden Roboter von LG eingesetzt, die auf Rollen mit Flachbildschirmgesicht die Reisenden zu den Gates und Ausgängen geführt haben. Selbst die Putzkräfte während der Olympiade waren teilweise schlaue Maschinen, die für saubere Fußböden gesorgt haben und zwar immer genau dann, wenn gerade wenig Menschen versammelt waren, damit niemand gestört wurde.

Fazit

Damit Südkorea auch als Land wahrgenommen wird, das viel in die Forschung der Interaktion zwischen Mensch und Maschine steckt, wurden die Roboter während der Olympischen Spiele erfolgreich eingesetzt. Im Jahr 2016 wurden 41.000 Roboter nach China exportiert. Und: Der Anteil der Roboter an industrieller Produktion ist in Südkorea höher als in jedem anderen Land. Manch ein Kritiker wird bemängelt haben, dass die kleinen Maschinen den Athleten die Show gestohlen haben. Aber die Präsenz der Roboter hat einen Grund: “Die Olympischen Spiele sind die große Möglichkeit für uns, vielen Menschen auf der Welt zu zeigen, wie nützlich Roboter für unser Leben sein können”, so der Ingenieur Oh Jung-ho, der während der Olympia das koreanischer Roboterteam anführte. Die Roboter sollen nämlich früher oder später selbstverständlich in den Alltag der Koreaner und bestenfalls der ganzen Welt Einzug erhalten. Sie sollen vor allem dabei helfen, schwer zu erledigende Pflegeaufgaben in der schnell alternden koreanischen Gesellschaft zu übernehmen. Oder die Grenze zu Nordkorea bewachen. Für die Robotik von Südkorea waren die Olympischen Spiele also ein kleiner Meilenstein.