Digital Detox: Mit Bildschirmzeit einfach mal abschalten

Finger weg vom Handy. Das ist für viele leichter gesagt als getan. Wir zeigen, wie es geht.

Ständig online und erreichbar zu sein stresst. Da ist es manchmal ganz gut, das iPhone beiseite zu legen oder wenigstens seltener auf den Bildschirm zu schauen. Das ist gar nicht so schwer.

Loslassen können

Das kennt ihr bestimmt: Das Smartphone auf dem Tisch vibriert leise, es blinkt oder piept. Sofort ist die Versuchung groß, zum iPhone zu greifen. Es könnte ja wichtig sein. Oder interessant, oder schlicht ganz unterhaltsam. Und so merkt ihr gar nicht, wie oft ihr im Lauf eines Tages zum Smartphone greift. Bis zu 200 Mal haben Untersuchungen ergeben. Oft zückt ihr das Smartphone aber auch nur aus purem Reflex, zum Beispiel beim Warten auf den Bus.

Wenn ihr euch vom Smartphone unabhängiger machen wollt, könnt ihr euch natürlich iPhone-freie Zeiten verordnen. Oder ihr legt Smartphone-freie Orte fest, wie zum Beispiel das Schlafzimmer. Wie oft checkt ihr nach dem Wecken – durch das Smartphone – sofort die Nachrichten oder was eure Freunde über Nacht bei Instagram gepostet haben. Und schon müsst ihr euch unter der Dusche wieder beeilen, weil ihr wieder Zeit verplempert habt.

Entschleunigen

Dabei gibt es einige Möglichkeiten zur digitalen Entschlackung. Dafür müsst ihr einfach eure Gewohnheiten ändern. Oft reicht es, nicht gleich auf alles zu reagieren, was euer iPhone anzeigt. Einfach mal die Finger weglassen, wenn es piept und blinkt. Oder das iPhone ein paar Stunden auf lautlos stellen und Push-Nachrichten sowie Benachrichtigungen abstellen. Denn eine E-Mail könnt ihr auch noch am nächsten Tag beantworten, auf eine WhatsApp müsst ihr nicht sofort reagieren. Alles was ablenkt, könnt ihr zudem abschalten. Am einfachsten ist es, ihr geht einfach ab und zu in den Flugmodus. 

With a little help

Wenn ihr euch solche Pausen vom iPhone nicht selbst verordnen wollt, lasst euch dabei helfen: natürlich vom iPhone. Denn eine neue Funktion in iOS 12 ist Bildschirmzeit, die ihr unter Einstellungen findet. Einmal aktiviert, zeigt sie euch auf einen Blick, wie ihr euer iPhone oder iPad verwendet. Ihr werdet überrascht sein, was ihr dort seht. Nach Minuten und Apps aufgeschlüsselt, listet das iPhone genau auf, wieviel Zeit ihr mit dem Gerät verbracht habt. Aufschlussreiche Statistiken, die euch einen guten Überblick geben.

Bildschirmzeit hilft euch auch, bewusster mit dem Smartphone umzugehen. Denn beim Klick auf einzelne Apps erkennt ihr, wieviel Zeit ihr pro Tag mit dieser App verbracht habt, welche App ihr am ausdauerndsten genutzt habt. Unter Aktivierungen wird gezeigt, wie oft und zu welchen Tageszeiten ihr das iPhone aktiviert habt. Genau analysiert, bietet sich hier die Möglichkeit, euer iPhone-Verhalten zu hinterfragen. 

Setzt euch ein Limit

Erkenntnis ist der erste Schritt zur digitalen Enthaltsamkeit. Bildschirmzeit erlaubt euch, eigene Limits zu setzen, also maximale Nutzungszeiten für einzelne Apps festzulegen oder gar Sperren einzutragen. Sogar für einzelne Wochentage. Während dieser Zeit könnt ihr nur Apps starten, die ihr zuvor unter Immer erlauben… freigeschaltet habt. Übrigens: diese Einschränkungen könnt ihr auf all eure Geräte übertragen, die mit derselben Apple ID verknüpft sind. So könnt ihr beispielsweise auch die Smartphone-Zeit eurer Kinder sinnvoll begrenzen, indem ihr den Gebrauch von Spiele-Apps zeitlich einschränkt.

Und da Apple Bildschirmzeit voraussichtlich auch als Bestandteil des kommenden neuen macOS 10.15 Betriebssystems einplant, erhaltet ihr weitere Möglichkeiten zur geräteübergreifenden digitalen Entschlackung.

Konsequent minimalistisch

Einen anderen Ansatz verfolgt das sogenannte „Minimalist Phone“. Dabei reduziert ihr euer iPhone auf das Notwendigste mit einem minimalistischen Setup, das ihr euch selbst erstellen könnt. Dahinter steckt die Grundannahme, dass euer iPhone ein Werkzeug sein soll, das euch produktiver macht und dabei hilft, Dinge zu erledigen. Aber eben nur das. Ihr benutzt das iPhone für diesen Zweck und legt es anschließend beiseite.

Das funktioniert leichter als ihr denkt: Wenn ihr heute euer iPhone entsperrt, springen euch sogleich viele bunte App-Symbole, Benachrichtigungen oder Push-Mitteilungen entgegen, die alle um eure Aufmerksamkeit buhlen. Jetzt wählt ihr drei Apps aus, die ihr im Dock behalten wollt. Zum Beispiel jene, die ihr wirklich unbedingt und häufig benötigt, wie zum Beispiel WhatsApp. Alle anderen Apps packt ihr in einen Ordner, benennt ihn „Apps“ und schiebt diesen ebenfalls ins Dock. Was bleibt, ist ein leerer Bildschirm, den ihr noch mit einem minimalistischen, nicht ablenkenden Hintergrundbild ausrüsten könnt.

Und dann folgt der letzte Schritt: Ihr benutzt einfach für alles die Spotlight Suche. Die aktiviert ihr, wenn ihr den Screen nach rechts wischt. Spotlight erlaubt euch alle Apps zu öffnen und darin zu stöbern, eine Person zu suchen, die ihr anrufen wollt, oder das ganze iPhone nach speziellen Inhalten zu durchforsten.

Ihr werdet sehen, wieviel Zeit ihr plötzlich für andere Dinge habt, und wie schnell das iPhone nicht mehr zum Zeitfresser wird.