Viele Softwarehersteller bieten ihre Anwendungen für Microsoft Windows und Apples macOS an. Einige Programme gibt es allerdings nur für Windows. Dennoch können Mac-Nutzer auch diese Programme auf dem Rechner einsetzen. Voraussetzung dafür ist, dass sie eine von drei möglichen Lösungen einsetzen.

Schnell aber getrennt: Bootcamp

Mit dem Wechsel auf Intel-Prozessoren zur Jahrtausendwende wurden Apple-Rechner leistungsfähiger und offener für Windows-Programme. Mit der auf Macs vorhandenen Bootcamp-App liefert Apple sogar bereits eine Möglichkeit, Windows-Apps am Mac laufen zu lassen. Mit der Anwendung kann Windows ebenbürtig neben macOS auf eurem Mac installiert werden. Ihr entscheidet einfach beim Start des Rechners, mit welchem System ihr arbeitet. Die App findet ihr in den Programmenunter Dienstprogramme. Voraussetzung für die Installation ist eine Windows-DVD mit einer gültigen Lizenz oder ein Disk-Image. Dieses stellt Microsoft auf dieser Seitezum Download bereit. Bootcamp kopiert die benötigten Daten automatisch auf ein USB-Laufwerk. Wenn ihr auf einem Mac Pro, iMac Pro oder einem aus dem Jahr 2015 stammenden oder neuerem MacBook-Modell arbeitet und OS X 10.11 „El Capitan“ installiert habt, kopiert Bootcamp die Windows-Dateien aus dem internen Speicher. Der USB-Stick entfällt.

 

 

Größter Vorteil von Bootcamp ist, dass Windows den vollen Zugriff auf die Hardware eures Macs hat. Dadurch funktionieren auch leistungshungrige Anwendungen wie Spiele oder Grafikprogramme so, als würdet ihr diese auf einem Windows-Rechner starten. Der Nachteil ist, dass ihr euch beim Rechnerstart immer zwischen Windows und macOS entscheiden müsst. Das Auswahlmenü für Windows oder Mac ruft ihr durch drücken der [alt]-Taste beim Start auf.

 

Parallel, aber langsamer: Virtualisierung

Um eine Windows-Anwendung und eine Mac-App gleichzeitig zu verwenden, braucht ihr zwei gleichzeitig laufende Rechner – der eine mit Windows, der andere mit macOS. Wer nur einen Rechner zur Verfügung hat, kann sich mit einem zusätzlichen virtuellen Rechner helfen. Bekannte Virtualisierungsumgebungen sind Parallels Desktop, VMware Fusion und Oracle VirtualBox. Letztere ist zwar kostenlos, dafür in ihren Funktionen stark beschränkt. Vor allem Parallels Desktop, das inzwischen in der Version 13 erhältlich ist, überzeugt mit vielen praktischen Features und sehr guter Leistung. Für die Installation benötigt ihr ebenfalls ein Windows-Installationsmedium als Image oder auf DVD oder USB-Stick. Nach dem Start von Parallels führt euch das Programm Schritt für Schritt durch den Installationsprozess. Am Ende der Installation startet Windows wie eine ganz normale Mac-App in einem Programmfenster. Ziemlich cool: Im sogenannten Coherence-Modus blendet Parallels den Windows-Schreibtisch und Windows-Elemente, wie Startmenü etc., aus und stellt nur die von euch verwendete Windows-Anwendung in der Mac-Oberfläche dar – perfekt für die störungsfreie Arbeit!

 

 

Da ihr mit Parallels euren Zweitrechner parallel zu macOS betreibt, ist die Leistung von beiden Betriebssystemen etwas geringer im Vergleich zum alleinigen Betrieb eines OS. Zwar gibt es eine Option, mit der ihr die Leistung zu Gunsten eines der beiden Betriebssysteme optimiert, vergleichbar mit einer vollwertigen und allein laufenden Installation ist das aber nicht. Für einfache Programme ist die Leistung aber meist ausreichend.

 

Der Zwischenweg: Crossover

Eine weitere Lösung für die Nutzung von Windows- und Mac-Anwendungen auf einem Apple-Rechner heißt Crossover. Für diese Anwendung benötigt ihr keine eigene Windows-Lizenz, denn die Anwendung ist quasi ein Übersetzer zwischen eurem Mac-System und Windows. Dadurch steht euch – ähnlich wie unter Bootcamp – die volle Leistung eures Rechners zur Verfügung. Gleichzeitig ermöglicht Crossover die parallele Nutzung von Windows- und Mac-Apps. Das hört sich zu schön an, um wahr zu sein. Und tatsächlich hat die Sache einen kleinen Haken: Die Liste der unterstützten Programmeist begrenzt. Programme, die nicht in der Liste des Herstellers aufgeführt sind, funktionieren nicht immer. Hinzu kommt, dass der Installationsprozess etwas komplizierter ist als bei Bootcamp oder Parallels. Im Zweifel versucht ihr euer Glück aber einfach mit der kostenlosen Probeversion.