Dank eSIM konfiguriert ihr neben der Haupt-SIM weitere SIM-Karten im iPhone. Praktisch im Urlaub oder für die Dienstnummer.

Mit dem iPhone XS, XS Max und XR nutzt ihr mehrere Handy-Tarife gleichzeitig. Einen zweiten SIM-Karten-Steckplatz sucht ihr allerdings vergebens. Der Clou: Weitere SIM-Karten aktiviert ihr virtuell als sogenannte eSIM. Die auf einer SIM-Karte enthaltenen Funktionen zur Authentifizierung mit eurem Mobilfunkanbieter werden dabei direkt auf dem iPhone gespeichert. Das gilt übrigens nicht für iPhones, die in Festlandchina, Hongkong und Macau gekauft wurden. Diese Modelle enthalten zwei „echte“ SIM-Steckplätze.

Praktisch im Urlaub …

Beim Urlaub im europäischen Ausland können wir dank EU-Gesetzgebung inzwischen auf den SIM-Kartenwechsel verzichten. Statt teurer Roaming-Tarife surft und telefoniert ihr einfach im gleichen Tarif wie Zuhause – nach Deutschland und innerhalb des Reiselandes. Außerhalb der Europäischen Union oder um von Deutschland aus in ein europäisches Nachbarland zu telefonieren, kann sich eine zweite SIM-Karte aber lohnen. Das kann entweder die eSIM eines lokalen Anbieters sein oder eine für die weltweite Verwendung vorgesehene Karte. Bei Anbietern wie GigSky oder Truphone aktiviert und bucht ihr einen Datentarif ausschließlich über eine App.

… und für’s Büro

Mit einer eSIM könnt ihr außerdem darauf verzichten, mit zwei Smartphones – eurem privaten und dem vom Arbeitgeber gestellten –  unterwegs zu sein. Alle deutschen Mobilfunkanbieter haben die eSIM inzwischen im Angebot und erlauben es euch, die private und berufliche Nummer in einem Gerät zu kombinieren. Keine Angst: Wenn ihr am Wochenende nicht erreichbar sein wollt, deaktiviert ihr die geschäftliche Telefonnummer in den Einstellungen unter Mobiles Netz einfach per Schalter.

eSIM einrichten

Die Einrichtung der eSIM funktioniert entweder wie bei Truephone und GigSky per App oder durch Eingabe der eSIM-Daten. Die Eingabe erledigt ihr durch den Scan eines QR-Codes automatisch oder ihr tippt die Daten manuell ein. Die Einrichtung ohne App erledigt ihr am besten mithilfe eines Zweitgeräts, da ihr einen QR-Code nicht gleichzeitig anzeigen und scannen könnt. Der Dialog, in dem ihr „SM-DP+ Adresse“ und „Aktivierungscode“ manuell eingebt, schließt sich beim Wechsel der App. Einfaches Kopieren und Einfügen funktioniert deshalb nicht.

Nach der Eingabe der Daten legt ihr fest, wie die Nummern auf eurem iPhone heißen. Beispielsweise „Geschäftlich“ und „Privat“, mit Namen des Anbieters oder – wer’s bunt mag – mit Emojis. Anschließend legt ihr die Verwendung der Tarife fest. Dabei bestimmt ihr welcher Vertrag die „Hauptleitung“ ist, über die ihr Daten verwendet und telefoniert. Eingehende Anrufe und SMS laufen parallel über die Zweitleitung. Im Urlaub könnt ihr die eSIM auch nur für Daten konfigurieren.

Nummern zuordnen

Das zuvor festgelegte Label erscheint bei einem eingehenden Anruf unter dem Namen des Anrufenden. Für ausgehende Anrufe verwendet das iPhone automatisch die zuletzt verwendete Leitung. In der Kontakte-App legt ihr alternativ direkt unter dem Namen die Standardleitung pro Kontakt fest. Bei der manuellen Eingabe über das Ziffernfeld oder in der Nachrichten-App wechselt ihr am oberen Bildschirmrand zwischen den Tarifen. Die Einrichtung ist vielleicht etwas aufwändig, aber dafür habt ihr immer nur ein Gerät und damit immer das richtige dabei.