Einfach Geld verdienen mit Fotos

Schöne Bilder füllen nicht nur Fotoalben, sondern mit etwas Geschick auch den Geldbeutel. So funktioniert‘s.

Statt für Print- und Online-Publikationen jedes Mal Fotos zu schießen, verwenden viele Unternehmen sogenannte Stock-Fotos für diese Zwecke. Dabei handelt es sich um Fotos aus Bilddatenbanken, die Fotografen Unternehmen gegen eine Lizenzgebühr überlassen. Für einige Fotografen machen Stock-Fotos (das englische Wort „Stock“ bedeutet übrigens übersetzt „Vorrat“) die Haupteinnahmequelle aus. Doch auch ihr könnt gute Bilder online stellen und darauf hoffen, dass eure Highlights einen Käufer finden. Je nach Bild und Lizenznehmer könnt ihr mit einem Foto zwischen ein paar Euro bis mehrere hundert Euro verdienen. Was ihr braucht? Nur euer Smartphone und eine passende App.

Quantität oder Qualität?

Professionelle Stock-Fotografen fotografieren bestimmte Motive in mehreren Einstellungen. Das kostet zwar viel Zeit, Lizenznehmer finden so aber das perfekte Motiv. Einzelne Stockfotos einer Serie bringen meist nur wenig Umsatz, dafür macht’s die Menge. Das bedeutet wiederum viel Zeit und Arbeit. Die Alternative: echte Highlights. Statt lange Fotosessions abzuhalten, nutzt ihr einfach schöne Bilder, die ihr ohnehin aufgenommen habt. Aber: Die Qualität muss stimmen. Je höher die Auflösung, desto besser. Da Bildbearbeitungs-Apps oft die Qualität beeinträchtigen, solltet ihr wenn möglich auf Nachbearbeitung verzichten. Künstliches nachschärfen und einfache Filter sind sogar tabu. Viele Käufer verwenden Stock-Bilder als Grundlage, die sie anschließend ihren Bedürfnissen anpassen. Wenn ihr schon zu viel bearbeitet habt, beeinträchtigt das die anschließende Bearbeitung.

Auf die Rechte achten

Neben den technischen Anforderungen müsst ihr auch rechtliche Aspekte beachten. Nicht alles, was ihr vor die Linse bekommt, dürft ihr auch so veröffentlichen. Völlig unbedenklich sind Fotos von Naturmotiven, Essen, euren eigenen Kunstwerken oder auch von Tieren. Etwas kritischer wird’s bei Architektur. Wenn das Gebäude das Hauptmotiv ist, benötigt ihr eine Freigabe des Architekten oder Besitzers. Ein Bild des Pariser Eiffelturms oder Detailfotos vom Berliner Fernsehturm dürft ihr nicht einfach so verkaufen. Das gilt jedoch nicht, wenn das Gebäude nur ein Teil eines großen Fotos ist. Ein Panorama-Bild von Berlin oder Paris, auf denen Eiffel- oder Fernsehturm als Teil der Silhouette erscheinen, ist in Ordnung.

Auch viele alte Gebäude, deren Architekten seit mehr als 70 Jahren verstorben oder deren Erbauer seit mehr als 120 Jahren tot sind, dürfen ohne Anfrage fotografiert und die Bilder verkauft werden. Burgen, Schlösser oder alte Fabrikgebäude sind somit meist unproblematisch. Eine Ausnahme gibt’s aber auch hier: Liegt das Grundstück des Gebäudes im Privateigentum, darf der Eigentümer die gewerbliche Anfertigung der Bilder unterbinden. So dürft ihr beispielsweise im Park Sanssouci erstellte Bilder von Schloss Sanssouci nicht verkaufen, da das Gelände der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gehört. Fotografiert ihr hingegen von der Straße aus, geht das in Ordnung.

Ein zweiter kritischer Punkt, auf den ihr beim Fotoverkauf achten müsst, sind Personen im Bild. Ist die Person erkennbar, braucht ihr einen Model-Vertrag, auch Model-Release genannt – die schriftliche Zustimmung der oder des Fotografierten. Dies gilt nicht, wenn die Person oder Personen nicht identifizierbar sind, beispielsweise weil ihr sie von hinten oder sehr unscharf fotografiert habt. Eine gute Übersicht mit Beispielen zu den rechtlichen Bestimmungen findet ihr bei Adobe Fotolia.

App installieren und loslegen

Wenn ihr ein tolles Bild gefunden habt, die Qualität stimmt und ihr die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt habt, steht eurem ersten Bildupload nichts mehr im Weg. Dazu braucht ihr eine passende App wie Twenty20, EyeEm oder Foap. Die Apps sind gleichzeitig Marktplatz und Portfolio, ähnlich wie Instagram. Ihr könnt anderen Fotografen folgen, Kommentare hinterlassen und Bilder liken. Außerdem gibt’s ab und zu mit Missionen konkrete Aufträge von Unternehmen, die bestimmte Motive suchen.

Titel, Tags und Schlagworte

Egal für welche App ihr euch entscheidet: Wichtig sind auf allen Plattformen Schlagworte. Damit beschreibt ihr euer Bild so genau wie möglich, um Interessenten auf euer Angebot zu lenken. Wie das geht? Stellt euch vor, ihr müsstet das Bild einem Freund am Telefon erklären. Welches Motiv ist zu sehen? Wo steht es? Was sieht man im Hintergrund? Zu welcher Tages- und Jahreszeit habt ihr fotografiert? Welche Farben dominieren? Manche Apps unterstützen die Verschlagwortung durch eine Analyse des Bildes. So bekommt ihr gute Hinweise, welche Schlagworte euch noch fehlen.

Der letzte Schritt ist der schwierigste: abwarten. Bis Lizenznehmer auf eure Bilder aufmerksam werden, können Wochen, Monate und Jahre ins Land gehen. Umso schöner die Überraschung, wenn ihr nach langer Wartezeit endlich mit einem unerwarteten Bonus belohnt werdet.