Ständiges Telefonieren im Büro oder eine laute Reisegruppe im Zug können schnell störend wirken beim konzentrierten Arbeiten oder der Entspannung mit dem Lieblingsalbum. Dabei ist es ganz einfach, die Außenwelt in solchen Momenten akustisch außen vor bleiben zu lassen.

 

Mit Kopfhörern und guter Musik kann eine lärmende Umgebung ausgeschlossen werden – zumindest bei geringem Lärm. Wenn es aber richtig laut wird, hilft meist nur noch, die Lautstärke entsprechend zu erhöhen. Das ist jedoch weder für die Ohren, noch für die Konzentration gut. Und: Nicht immer möchte man Musik hören, nur um sich von ein paar störenden Geräuschen zu schützen.

 

Die richtigen Kopfhörer

Die einfachste Möglichkeit, für Ruhe zu sorgen, ist natürlich Ohropax. Allerdings schützen die Gehörschutzstöpsel nur begrenzt. Außerdem sind diese nicht mit Kopfhörern kompatibel. Zum Glück gibt es aber Kopfhörer mit aktiver Lärmunterdrückung – eine Art digitales Ohropax. Mithilfe von Mikrofonen zeichnen die Kopfhörer dabei mit aktiver Lärmunterdrückung (englisch: Active Noise Cancelling, kurz ANC) die Umgebungsgeräusche auf. In Sekundenbruchteilen berechnet ein eigener Prozessor das passende Gegensignal, das den Lärm neutralisiert. Während eure Musik wie gewohnt per Bluetooth oder Kabel vom Smartphone eure Ohren erfreut, streuen die Kopfhörer dieses Antischall-Signal ein. Der Umgebungslärm bleibt dadurch außen vor, während ihr störungsfrei Musik hören könnt.

 

 

Kopfhörer mit passiver Lärmunterdrückung funktionieren etwas anders. Diese enthalten keine spezielle Technik zur Auflösung der Umgebungsgeräusche. Stattdessen blockieren diese Modelle den Lärm durch Abdeckung: In-Ear-Kopfhörer, die direkt in den Gehörkanal geschoben werden, und Over-Ear-Kopfhörer, die eure Ohren komplett überdecken. On-Ear-Kopfhörer liegen auf euren Ohren auf. Das ist zwar komfortabel, sorgt aber für die geringste Geräuschisolierung.

 

 

Ruhe per App

Theoretisch wären auch Apps in der Lage, über das Smartphone-Mikrofon die Umgebung zu erfassen und die Umwelt wie die oben beschriebenen Kopfhörer ruhig zu stellen. Und tatsächlich gibt es Anwendungen für Android und iOS, die genau das versprechen. In der Praxis dauert die Verarbeitung des Signals aber zu lange. Eine wirkliche Besserung gibt es dadurch nicht. Lasst also besser die Hände von solchen Apps.

 

Was allerdings funktioniert, sind Anwendungen die eine Hintergrundkulisse mit mehreren Frequenzen bereitstellen. Quasi so, als wenn ihr aufgrund des Lärms der Nachbarn einfach die Musik der HiFi-Anlage richtig hochdreht. Die schiere Menge unterschiedlicher Frequenzen überdeckt den Lärm dabei komplett. Ähnlich funktioniert „weißes Rauschen“. Dabei handelt es sich um mehrere, gleichzeitig ertönende Frequenzen. So wie rot, gelb und grün für weißes Licht sorgen, schaffen mehrere Tonfrequenzen zusammen das weiße Rauschen. Vielleicht kennt ihr das Geräusch noch vom Sendeschluss oder schlechtem Fernseh- oder Radioempfang. Das Rauschen klingt zwar am Anfang etwas seltsam, nach nur wenigen Minuten gewöhnt sich euer Gehirn aber daran und nimmt es nicht mehr wahr – genau so wenig wie den Lärm, den das weiße Rauschen überdeckt. Dadurch könnt ihr euch entspannt an die Arbeit machen. Musik hören geht damit natürlich nicht.

 

 

Wenn ihr weißes Rauschen zur Beruhigung ausprobieren wollt, öffnet einfach im Browser noisli.com. Auf der Webseite oder in der App könnt ihr euch einen individuellen Mix an Hintergrundgeräuschen zusammenstellen. Grundlage sind 16 verschiedene Geräuschkulissen, beispielsweise „Gewitter“, „Am Meer“, „Sommernacht“ oder eben einfaches weißes Rauschen. Eine Alternative sind YouTube-Videos wie „Celestial White Noise“. Diese mehrere Stunden dauernden Videos kombinieren weißes Rauschen mit sanfter Hintergrundmusik.