In Notfällen, wie bei einem Herzinfarkt entscheiden oft Sekunden darüber, ob der Betroffene überlebt. Auch Laien können Leben retten. Wir stellen euch am Erste-Hilfe-Tag dazu passende Apps vor.

Die meisten Smartphones verfügen über einen vorinstallierten Notfallpass und zahlreiche Apps leiten an, wie man sich in einem Notfall verhält. Doch was leisten digitale Notfallpässe, Apps und Anleitungen wirklich und welche sollte man unbedingt auf dem Smartphone-Screen haben? Wir durchleuchten die wichtigen Erste-Hilfe-Apps für euch.

Kindernotfall-App

Weil viele Eltern Angst davor haben, Erste Hilfe für ihre Kinder zu leisten, gibt es jetzt eine App für die Erste Hilfe. Gemeinsam von der Johanniter-Unfallhilfe, der Barmer Ersatzkasse und dem Uniklinikum Münster entwickelt, gibt es jetzt seit Mittwoch eine App, die Eltern die Angst vor der Ersten Hilfe nehmen soll. Bei rund 1,7 Millionen Unfällen mit Kindern in Deutschland, bei denen sich  die Hälfte davon zu Hause ereignen, lohnt es dafür eine App herauszubringen. Die Kindernotfall-App listet nicht nur die Kinderärzte im Zehn-Kilometer-Umkreis des jeweiligen Standorts auf, sie weist auch den Weg zur nächsten Apotheke, gibt Tipps zum Vorbeugen und setzt bei Bedarf auch einen Notruf ab. Mit der Kindernotfall App habt ihr alle wichtigen Infos immer griffbereit. Dafür müsst ihr nur die beobachteten Symptome, wie “Nicht aufweckbar” oder die entsprechenden Verletzungen in das Suchfeld der App eingeben und schon wird euch übersichtlich gezeigt was zu tun ist. Bis zum Tipp ist es immer nur ein Klick. Pluspunkt: Die App verfügt auch über Checklisten, die präventive Schutzmaßnahmen für die Schule,  Kita und Zuhause übersichtlich darstellen.

Download: iOS / Android

Die Kindernotfall App soll Eltern helfen, sich auf Notfälle vorzubereiten, um im Ernstfall richtig reagieren zu können./ Quelle: itunes.com

Mein kleiner Lebensretter von der DRK App

Gleich zwei Apps gibt es vom Deutschen Roten Kreuz. “Mein DRK” ist kostenlos und bietet euch eine Übersicht sämtlicher Notrufnummern. Unter der Rubrik “Mein kleiner Lebensretter” gibt es Anweisungen, wie man sich im Falle eines Herzinfarktes verhalten soll und wie man einen solchen erkennt. Die Tipps in der kostenlosen App Variante sind allerdings eher vorbereitend, da die Texte sehr lang und ausführlich sind und sich eher nicht für einen Notfall eignen. Die zweite DRK App nennt sich “Erste Hilfe” und listet die wichtigsten Tipps gut lesbar auf einer Seite auf, so dass der Ersthelfer nicht lange suchen muss. Insgesamt bietet die App vier Funktionen. Eine davon ist der interaktive Erste Hilfe-Assistent. Er gibt per Sprache und wahlweise Text oder Bild Tipps, wie man sich in Notfällen verhalten soll und lotst Schritt für Schritt durch die Anweisungen. Hier können die Fragen zur jeweiligen Notfallsituation mit Ja oder Nein-Tasten beantwortet werden. Je nachdem wie der Ersthelfer antwortet, wird er zur entsprechenden Maßnahmen weitergeleitet, die detailliert und durch Abbildungen beschrieben werden.

Die zweite Version kostet 0,89 Cent für die Android oder 1,09 Euro für die iPhone Version.

Die DRK App “Erste Hilfe” bietet den Ersthelfern detaillierte Anweisungen, wie man sich in Notfällen verhalten soll./ Quelle: play.google.com/store/apps


Mobile Retter App – Weil jede Sekunde zählt

Mit dem Mobile Retter Projekt werden Ersthelfer im Falle von Herz-Kreislauf-Stillstand zum Einsatzort gerufen. Das System ortet die registrierten Ersthelfer im Umkreis des Einsatzortes und sendet eine Einsatznachricht auf das entsprechende Smartphone. Nimmt die Person den Einsatz im Besten Fall an, bekommt sie sofort Informationen über Einsatzort, die Wegbeschreibung und über die Art des Notfalls. Bis der ausgebildete Ersthelfer eintrifft, überbrückt die Person am Unfallort mit den Tipps und Anleitungen der App die Zeit. Die Ersthelfer Maßnahmen sind bebildert und einfach erklärt. Getragen wird das App-System durch das Deutsche Rote Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Johanniter Unfallhilfe, DLRG sowie Feuerwehren im Landkreis und der Stadt Osnabrück, die 70 Trainer zur Ausbildung zur Verfügung stellen. Seit Systemstart befinden sich 250 registrierte Ersthelfer im System, die sich im Vorfeld zum Mobilen Retter qualifiziert haben. Diese müssen vor der Registrierung an einem speziellen Training teilnehmen, das von den oben genannten Unternehmen angeboten wird.

Download: iOS / Android

Die Mobile Retter App ruft Mobile Retter aus dem Umkreis und gibt Infos zu Erste Hilfe Maßnahmen./ Quelle: mobile-retter.de

Prinzipiell sollen Erste Hilfe Apps keinen Arzt ersetzen, sondern nur die Wartezeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken. Also scheut euch nicht eine der nützlichen Notfall Apps aufs Smartphone zu packen, um im Ernstfall reagieren zu können.