Im Baumarkt den Weg zum richtigen Regal finden? Wie wird die Erweiterte Realität unseren Alltag bereichern? Wir blicken mal in die Zukunft.

Spätestens seit Pokémon Go ist die Augmented Reality (erweiterte Realität, kurz: ER) in der breiten Masse bekannt geworden. Auf digitalen Geräten werden dabei virtuelle Objekte auf verschiedenen Wegen in der realen Welt eingeblendet. Mithilfe von ER-Browsern auf Smartphones, Tablets oder Datenbrillen wird die real wahrgenommene Welt mit zusätzlichen Bildern oder Infos überlagert. Bei Pokémon Go war es über das Smartphone-Display, aber immer mehr Unternehmen nutzen die neue Technologie auch mit speziellen Brillen oder Projektionen. Forscher behaupten, die erweiterte Realität habe eine größere Relevanz als die virtuelle, da sie keine Konkurrenz zur physischen Welt darstellt. Wir blicken mal in die Zukunft und zeigen euch, wie sich ER in unserem Alltag und in Unternehmen positiv auswirken könnte.

 

Erweiterte Realität in Unternehmen

Die virtuelle Monsterjagd hat uns einen kleinen Vorgeschmack von dem gegeben, was ER leisten kann. Aber tatsächlich kann ER noch viel mehr. An der Universität Stuttgart wurde zum Beispiel innerhalb einer Promotion ein System entwickelt, das Angestellten von Behindertenwerkstätten jeweils den nächsten Arbeitsschritt auf einer intelligenten Brille einblendet. Dadurch können die Mitarbeiter anspruchsvollere Aufgaben übernehmen und sind laut Umfrage insgesamt selbstständiger und zufriedener.

 

Comeback der Datenbrille?

Die Google-Brille namens Google-Glass hat sich 2014 nicht durchsetzen können, weil die Bevölkerung lieber die ER-Technologie auf dem Smartphone genutzt hat und Angst davor hatte mit der Brille heimlich gefilmt zu werden. Nun erlebt die intelligente Brille ein Comeback, vor allem im Industriebereich. Pilotprojekte laufen in der Logistikbranche: Manche Unternehmen bieten Kopfdisplays an, die Mitarbeitern relevante Informationen anzeigen, oder Postboten den Weg zur richtigen Adresse einblenden.

 

Wie kann ER smarter werden?

Das wesentliche Problem von ER ist vor allem, dass es räumlich noch nicht konsistent ist. Bei Pokémon Go zum Beispiel, konnten die kleinen Monster nicht erkennen, ob sie von einem Tisch hüpfen oder eine Treppe hinaufsteigen müssen: Die Einblendungen passen sich noch nicht der Umgebung an. Um das umzusetzen, bräuchte man viele Sensoren, die den Nutzer verorten und die virtuellen Gegenstände korrekt in die Umwelt einblenden. Diese aufwendigen Sensoren machen die ER-Technologie sehr teuer, weshalb die Optimierung noch andauern wird. In Zukunft könnten sie unseren Alltag aber wesentlich bereichern. Wie wäre es mit einer unauffälligen Einblendung im Auge mittels einer Kontaktlinse, die uns den schnellsten Weg zur Arbeit zeigt, in dem wir immer zu grünen Ampeln gelotst werden? Oder den Weg zum richtigen Regal im Baumarkt, wo uns die Schrauben angezeigt werden, die wir suchen? So müsste man nicht ständig auf sein Smartphone schauen. Stets informiert sein, aber gleichzeitig auf den Verkehr achten oder für Freunde, Familie und Kollegen präsent sein: Das ist die Zukunft von ER. Bleibt abzuwarten, wann die Technologie so weit ist, dass wir sie in unseren Alltag integrieren können.

Augmented reality marketing street. Hand holding smart phone use AR application to check information
Mit ER durch den Alltag: Euer Smartphone zeigt euch den Weg zum besten Kaffeeladen oder Modegeschäft. / Quelle: iStock.com