Frisch ausgelieferte Geräte verfügen über einen perfekt kalibrierten Bildschirm. Nach einigen Jahren können sich die Farben jedoch verstellen. Auch die persönliche Wahrnehmung spielt eine Rolle: Mehr Rot? Weniger Blau? Wer es genau wissen will, der sollte seine Farben am Mac, iPhone und iPad regelmäßig konfigurieren und kalibrieren.

Was bedeutet eigentlich „kalibrieren“?

Bei der normalen Verwendung des iPhones oder des Rechners spielt es keine große Rolle, ob eine oder mehrere der Primärfarben eines Bildschirm Rot, Grün und Blau etwas zu viel oder zu wenig eingestellt sind. Weichen die Werte jedoch zu stark ab, wirken Bilder und Videos am Display plötzlich grün-, rot- oder blaustichig. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn ihr diesen Stich mit einem Fotobearbeitungsprogramm korrigiert und dann beim Ausdruck bemerkt, dass ihr mit eurer Bearbeitung den Fehler erst eingebaut habt. Fotografen und Illustratoren arbeiten deshalb mit kalibrierten Monitoren und Druckern. Die Farben werden damit genau so ausgegeben, wie diese am Monitor erscheinen. Übrigens: Auch die Darstellung am Monitor variiert je nach Umgebungslicht. Beim iPad Pro kompensiert Apple diesen Effekt mit dem True Tone Display, das über Sensoren das Umgebungslicht misst und das Display entsprechend anpasst.

 

MacBook-Bildschirm und externe Display korrigieren

Wie die Farben auf einem Monitor dargestellt werden, regeln sogenannte Farbprofile. Auf dem Mac findet ihr diese in den Systemeinstellungen unter Monitore im Reiter Farben. macOS wählt ein für euren Monitor passendes Farbprofil automatisch aus. Ihr könnt aber auch ein anderes aktivieren oder aber über die Schaltfläche „Kalibrieren …“ ein eigenes Farbprofil erstellen. Die Kalibrierung basiert jedoch auf eurer subjektiven Wahrnehmung und ist deshalb nicht besonders genau.

 

MacKorrigieren

 

Anders ist das, wenn ihr spezielle Kalibrierungsgeräte einsetzt. Diese werden direkt auf euren Bildschirm gesetzt und messen per Kalibrierungssoftware – je nach Modell mit oder ohne Einbezug des Umgebungslichtes – exakt die dargestellten Farben des Bildschirms an mehreren Stellen. Aus den gesammelten Daten berechnet die Anwendung die nötigen Korrekturen, damit die Darstellung möglichst realistisch ist. Zu den bekanntesten Kalibrierungsgeräten gehört die Spyder-Serie des Schweizer Herstellers Datacolor.

 

 

Farben auf dem iPhone korrigieren

Eine Kalibrierung der Farben mit professionellen Geräten ist auf dem iPhone nicht ohne weiteres möglich. Aber es gibt eine Möglichkeit, gewisse Korrekturen vorzunehmen. Den Farbfilter findet ihr in den Einstellungen unter Allgemein > Bedienungshilfen > Display-Anpassungen und Farbfilter. Wechselt hier zuerst mit einem Wisch über die Buntstifte nach links, um die Farbmatrix aufzurufen. Damit bekommt ihr einen etwas besseren Eindruck von eurer Korrektur. Im gleichen Menü findet ihr neben Optionen für Menschen, die aufgrund von bestimmten Sehschwächen nicht das gleiche Bild wie Menschen mit gesunden Augen sehen, die Funktion Farbstich. Über den unteren Schieberegler Farbton konfiguriert ihr die Farbe, die verstärkt werden soll, und über Intensität die Stärke.

 

iPhoneKorrigieren

 

Zwar könnt ihr auf dem iPhone keine konfigurierten Farbprofile hinterlegen, mit der App ColorTrue von Pantone klappt das aber zumindest innerhalb der App. Mit einem Farbmessgerät wie dem ColorMunki Smile, ColorMunki Display, i1Display Pro oder i1Pro 2 messt ihr zuerst den Bildschirm eures iPhones oder iPads. Anschließend greift ihr mit der App auf eure mit dem iPhone aufgenommenen Bilder zu, um diese in den korrekten Farben zu betrachten.