Actionreiche Fahrradtouren, waghalsige Sprünge ins Wasser oder mit dem Gleitschirm und rasante Fahrradtouren: Action Cams holen Erlebnisse in perfekter Qualität ins Wohnzimmer. Wir zeigen, wie die Ergebnisse mit einfachen Tricks noch besser werden.

Action Cams haben sich in den letzten Jahren vor allem dank des Erfolgs der GoPro gut etabliert. Die Kameras sind klein und damit überall einsetzbar, sie sind mit entsprechendem Zubehör gut gegen Wasser und Stöße gewappnet und vor allem besonders einfach zu bedienen. Ein Tastendruck genügt, um die Aufnahme zu starten, ein weiterer beendet sie. Wer auf mehr Einstellungen zugreifen möchte, braucht nur ein Smartphone oder Tablet mit der Kamera zu verbinden.

Schaltpult als App

Die Kamera in Richtung des Motivs halten und Aufnahme drücken funktioniert zwar in vielen Fällen, für einige wenige Aufnahmen ist die manuelle Kontrolle dann aber doch unverzichtbar. Hersteller wie GoPro machen aus dem Smartphone per App ein Kameradisplay. Um Kamera und Smartphone zu verbinden, baut die Kamera ein kleines, lokales WLAN-Netz auf. In diesem finden dann iOS- und Android-Geräte zueinander. Nach dem Start der App erscheint das Livebild der Kamera auf dem Bildschirm und ihr könnt durch Bewegung der Kamera den perfekten Bildausschnitt wählen. Außerdem erlaubt die App die Konfiguration von Funktionen wie Auflösung und Aufnahmewinkel. Auch für Selfies lohnt sich die Verbindung: Aus eurem Smartphone wird so eine Fernbedienung zum Auslösen der Kamera.

GoPro-App

Auflösung und Frame Rate richtig wählen

Eine der wenigen Einstellungen, über die alle Action Cams verfügen, ist die Konfiguration von Auflösung und Frame Rate. Die Auflösung liegt meist bei 720p, 1080p, 4k oder Zwischenstufen. 720p bedeutet, dass ein Video im 16:9-Format mit 1.280 x 720 Bildpunkten aufgenommen wird, 1080p beschreibt eine Aufnahme mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten und 4K ganze 4.096 x 2.160 Pixel oder umgerechnet 8,85 Megapixel. Je höher die Auflösung, desto schärfer wird das Bild. Allerdings bedeutet eine höhere Auflösung auch mehr Speicherverbrauch. Wenn ihr also beispielsweise Videos für einen Podcast mit maximal 1080p dreht, genügt die gleiche Einstellung auf der Action Cam.

Auflösung

Die Bildrate beschreibt, wie viele Bilder pro Sekunde die Kamera aufnimmt. Eine hohe Bildrate erlaubt die spätere Darstellung von Videos in Zeitlupe ohne Verwischungen. Durch eine hohe Bildrate oberhalb der üblichen 30fps (etwa 60fps, 120fps oder sogar 240fps) wird aber auch der Kamerasensor empfindlicher. Filme, die mit hoher Bildrate bei Dämmerung aufgenommen werden, wirken dunkler als Videos mit geringer Bildrate. Verwendet eine hohe Bildrate also nur dann, wenn ihr später Aufnahmen in Zeitlupe präsentieren wollt und ihr genügend Licht zur Verfügung habt. Die Bildrate beeinflusst das Bild zudem noch auf eine andere Art und Weise. Da Kinofilme mit 24fps aufgenommen werden, wirken Filme mit 30fps cineastischer. Höhere Bildraten verleihen euren Clips also die Ausstrahlung einer Daily Soap.

Halterung

Einer der Vorteile der Action Cams ist, dass ihr diese problemlos mit einer Hand halten könnt, während die Kamera die Bilder aufzeichnet. Allerdings hat dieser Vorteil den Nachteil, dass verwackelte Aufnahmen entstehen können. Wenn möglich, solltet ihr deshalb die Kameras auf festen Untergrund stellen. Das klappt dank Standardgewinde sogar mit einem herkömmlichen Kamerastativ. Unser Tipp: Wählt ein Stativ mit flexiblen Füßen, die ihr beispielsweise um einen Ast wickeln oder auch auf unebenen Untergrund aufstellen könnt.

Stativ

Alternativ könnt ihr verwackelte Videos im Nachhinein per Software ruhiger machen. Mac-Anwendern steht ein entsprechendes Werkzeug sogar kostenlos zur Verfügung: iMovie. Sobald ihr ein neues Projekt erstellt und Videos zu eurer Timeline hinzugefügt habt, könnt ihr oberhalb des Videos die Bildstabilisierung aktivieren. iMovie analysiert und optimiert den Clip dann automatisch. Wer seine Videos nur mit dem iPhone oder iPad bearbeitet, erzielt ein ähnliches Resultat mit der kostenlosen App Emulsio.

iMovie Trailer statt mehrerer Clips

Damit die Clips vom Vormittag schon am Abend auf dem großen Bildschirm laufen, braucht man nicht mehr, als ein USB- oder HDMI-Kabel. Beides ist bei den meisten Action Cams bereits im Lieferumfang enthalten. Aber Vorsicht: Gerade längere Clips können für Außenstehende langweilig sein. Auch mehrere „Passt auf! Gleich passiert’s!“ täuschen über eintönige Clips nicht hinweg. Schneidet deshalb die Highlights lieber vorher zusammen. Auch das klappt mit iMovie schnell und einfach – nicht nur auf dem Mac, sondern auch auf dem iPhone. So könnt ihr direkt nach dem Ausflug schon unterwegs anfangen, die Clips zu sortieren. Die iMovie-Trailer eignen sich besonders gut, da ihr dort Hinweise angezeigt bekommt, wie die Clips zusammengestellt werden sollen. So wechseln sich Landschaftsaufnahmen, Portraits und Actionszenen gut ab. Als kleiner Bonus ist sogar der Soundtrack inklusive.

iMovie

Den ganzen Tag auf Video

GoPros und deren Konkurrenz sind zwar kompakt, aber nicht so klein, dass ihr die Kameras den ganzen Tag am Gürtel haben wollt. Genau das schafft aber der Drift Compass. Die kleine Action Cam lässt sich mit einem Clip problemlos an Kleidungsstücken oder Taschen anbringen und eine Videoaufnahme per Tastendruck starten. So verpasst ihr keine Video- oder Fotogelegenheit mehr. Ziemlich cool ist zudem die magnetische Rückseite aus dem Zubehörpaket. Damit könnt ihr euch und eure Freunde auch ohne fremde Hilfe per Foto oder Video aufnehmen.

Compass