Firefox 4 im Test: Neuer, schneller und schicker Browser

Der neue Firefox ist da. Für Version 4 des Mozilla-Browsers haben die Entwickler sowohl die Benutzeroberfläche überarbeitet als auch unter der Haube geschraubt. Das Hauptaugenmerk haben sie auf den Unterbau gerichtet. Dank der überarbeiteten Basis soll der neue Firefox einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber seinem Vorfahr haben. Wir schauen uns nicht nur die Neuerungen an sondern haben den Neuen in unterschiedlichen Benchmark-Tests auch gegen den Vorgänger und die Konkurrenz von Apple und Google antreten lassen und finden, es muss nicht immer Safari auf einem Mac sein.

Die Benutzeroberfläche – Von Tabs, Sync-Funktion und Passwort-Manager

Direkt nach dem Start des neuen Firefox-Browsers fällt auf, dass die neue Benutzeroberfläche deutlich aufgeräumter wirkt. Normaler Weise tut man sich immer etwas schwer, wenn man bestimmte Schaltflächen nicht mehr am Platz findet. Aber in diesem Fall gefällt uns beispielsweise die Anordnung der Tabs oberhalb der Adresszeile, die man auch bei Googles Chrome an dieser Stelle findet. Die Schaltflächen sind etwas kleiner, aber wirken deutlich schärfer konturiert, was auch für die Schrift gilt.

Vor allem bei den Tabs gibt es einiges zu entdecken. So lassen sich Internetseiten, die man permanent offen hat, als App-Tab abspeichern. Auf diese Weise kann man sie bei jedem Start mit einem Klick auf den Tab sofort aufrufen.

Gelegentlich kann es passieren, dass man mal einen Tab aus Versehen schließt und womöglich fällt einem die URL gerade nicht ein. Dann kann man in der Chronik die neue Funktion „Kürzlich geschlossene Tabs“ aufrufen und aus der Liste den gewünschten wieder hervor zaubern.

Die intelligente Adresszeile ist ebenfalls ein Highlight. Anstatt die URL einer Seite einzutippen, kann man auch ein Stichwort eingeben. Anhand der bisher besuchten Seiten, die in der Chronik abgespeichert sind, schlägt Firefox passende Internetseiten zu diesem Stichwort vor.

Ebenfalls neu und ein Hingucker: die Panorama-Funktion für Tabs. Mit einem Klick auf den Menüpunkt Tabs gruppieren öffnet Firefox eine Ansicht, in der alle offenen Seiten dargestellt werden. Per Drag-and-drop kann man die Seiten neu ordnen und schließt man die Ansicht wieder, hat man die neue Ordnung der Tabs in der Menüleiste.

Mit Switch-to-tab hat Mozilla eine Funktion für Anwender integriert, die bei all ihren offenen Tabs schnell den Überblick verlieren. Möchte man einen neuen Tab öffnen und tippt dazu eine vermeintlich neue URL einen, weist Firefox mit einem kleinen Symbol daraufhin, dass man die Seite bereits geöffnet hat.

Neu in Firefox ist zudem die integrierte Synchronisationsfunktion. Um die Funktion nutzen zu können, muss man zuvor ein Firefox-Benutzer-Konto einrichten. Im Grunde funktioniert der Abgleich ähnlich wie bei Xmarks, mit dem Unterschied, dass der Mozilla-Dienst Informationen zur Surf-Chronik, Passwörter, Tabs und Lesezeichen lediglich zwischen Firefox-Versionen austauscht.

Daneben gibt es einen neuen Passwort-Manager. Für alle die nicht auf 1Password setzen, ist das eine nützliche Funktion. Apropos 1Password: Obwohl Firefox nach der Installation zunächst verkündet, dass 1Password nicht unterstützt wird, findet man nach dem Start des Browser dennoch den bekannten Button. Und auch das Einsetzen der Log-in-Daten funktioniert ohne Probleme. Lediglich der Button für 1Password ist auf Anhieb schwerer zu finden.

Browser-Wettkampf mit Überraschungen

Aber was steckt den nun unter der Haube und ist der neue Firefox schneller als die Konkurrenz. Wir haben Firefox 4 gegen den Vorgänger, gegen den aktuellen Safari-Browser und gegen Chrom 10 antreten lassen. Um die Browser zu testen, haben wir sie dem Sunspider- und Mozillas Kraken-Benchmarktest absolvieren lassen und zusätzlich mit Googles V8-Test geprüft.

Beim Sunspider-Test müssen die Browser beweisen, wie gut sie mit JavaScript umgehen. Im Gesamtergebnis ist der neue Firefox mit 279 Millisekunden demnach mehr als drei Mal schneller als Firefox 3.6 mit 915 Millisekunden. Auch Safari 5 hat mit 301 Millisekunden das Nachsehen und hat seinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der Mozilla-Konkurrenz eingebüßt. Überraschend ist auch der Vergleich mit Googles Chrom. Bislang gilt er als schnellster Browser, in unserem Test braucht er 288 Millisekunden ist damit alenfalls noch auf gleicher Höhe mit dem neuesten Firefox.

Auch beim Kraken-Test ist Firefox 4 mit 6349 Millisekunden deutlich schneller als der Vorgänger mit 21437 Millisekunden. Chrome folgt auf den neuen Mozilla-Browser mit 9380 Millisekunden und den dritten Platz erringt Safari mit 13255 Millisekunden.

Mit dem googleeigenen V8-Benchmarktest kann man ebenfalls die JavaScript-Leistung testen. Hier schneidet erwartungsgemäß Chrome mit 8018 Punkten am besten ab, gefolgt von Firefox 4 mit 3439 Punkten und Safari 5 mit 2702 Punkten. Mit bescheidenen 440 Punkten ist Firefox 3.6 das Schlusslicht.

Fazit

Wer ohnehin Firefox als Standard-Browser verwendet, der sollte auf jeden Fall umsteigen. Der Geschwindigkeitsvorteil ist deutlich spür- aber auch messbar. Dafür sorgt die integrierte Hardwarebeschleunigung für Grafiken und die neue JavaScript-Engine mit dem Namen „Jägermonkey“. Und auch für die Zukunft ist Firefox 4 gut gerüstet, unterstützt er doch HTML5 und darunter sogar einige neue Elemente.

Eingefleischte Safari-Fans sollten sich den Browser zumindest einmal ansehen. Immerhin ist Firefox dann eine gute Alternative wenn auf mancher Internetseite beispielsweise ein Bestellknopf nicht funktioniert, eine Suchanfrage nicht beantwortet wird oder Safari eine Seite nur unvollständig anzeigt.

27,9 Megabyte Firefox 4-Download.

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Kommentare (7)

    Roman Maurer

    Nein, haben wir (zumindest ich) nicht…

    Ich bleibe weiterhin bei Opera 11 und benutze Firefox nur als Alternativbrowser, die neuen Funktionen sind bei Opera nämlich bereits länger enthalten und meiner Meinung nach auch besser integriert.

    Trotzdem:

    Jedem Das Seine 😉

    Günni

    Habe auch Firefox4 installiert, aber der button von 1password ist nicht mehr da?
    obwohl Firefox als Browser angeklickt ist

      Tizian Nemeth

      In dem Fall sollte man einen Blick in das Menü Ansicht werfen. In ihm findet man den Punkt Symbolleisten -> Anpassen. Mit einem Klick öffnet sich ein Fenster und man sollte im Menü den 1P-Button finden. Per Drag-and-drop in die Menüleiste lässt er sich wieder hinbasteln.

    Malik

    Firefox 4 ist zum kotzen.Ich bleib besser bei Firefo 3