Fitbit Flex vs. Jawbone UP

Up_Flex_LogosVier Wochen lang habe ich jetzt das Jawbone UP und das FitBit Flex gemeinsam am Handgelenk getragen, um euch einen ausführlichen Vergleichstest präsentieren zu können. In dieser Zeit bin ich mehr als ein Mal Wolle Petry genannt worden. Wie mir die Armbänder darüberhinaus im Vergleich gefallen haben, erfahrt ihr im Folgenden.

 

Das Jawbone UP trage ich bereits seit April. In einem Artikel zum Test-Start und in der Test-Auswertung könnt ihr jede Menge über diesen Fitness-Tracker erfahren. Zusätzlich trage ich nun seit einem Monat das FitBit Flex am Handgelenk. Das Armband ist in schwarz und in blaugrau erhältlich. In jeder Packung findet ihr ein größeres und ein kleineres Exemplar, sodass ihr den eigentlichen Tracker in das für euch passende Armband einstecken könnt.

 

Ständiger Begleiter

FitBit ist ein alter Hase auf dem Gebiet der Fitness-Tracker. Die Armband-Form ist jetzt aber etwas neues. Denn dadurch, dass man das Armband praktisch niemals abnehmen muss (außer zum Laden), ist es weniger Fremdkörper als seine Stick-förmigen Vorgänger. Laden muss man das Flex übrigens etwa ein Mal die Woche. Im Vergleich zum Jawbone UP hält der Akku damit ein bis zwei Tage kürzer. Im Rahmen dieses Tests habe ich die Armbänder einfach immer gleichzeitig geladen.

Während die Synchronisation beim Jawbone UP über einen Klinke-Stecker erfolgt, setzt FitBit weiterhin auf Bluetooth. Wenn Bluetooth am Computer oder Smartphone aktiviert und die FitBit-App geöffnet ist, überträgt das Armband automatisch seine Daten.

 

Up_Flex_Logos

 

Härtetests

Der Verschluss ist einhändig eher schwierig zu schließen, dafür hält das Armband aber auch sicherer als das UP. Bei zahllosen Härtetests auf dem Trampolin hat das Jawbone UP zweimal seine abnehmbare Kappe verloren. Das ist beileibe keine hohe Quote. Aber beim FitBit Flex gibt es einfach nichts, was man verlieren könnte. Das bringt ihm schon einen gewissen Vorteil bei Sportarten, die viel Kontakt mit Sportgeräten oder mit gegnerischen Spielern beinhalten.

Das Jawbone UP trage ich noch immer unter der Dusche. Es ist wasserdicht wie am ersten Tag, und das ist jetzt knapp drei Monate her. Auch das FitBit ist wasserdicht. Und zwar nicht nur unter der Dusche, sondern auch im Pool. (Erzählt man sich. Leider hatte ich keine Gelegenheit, das selbst auszuprobieren.) Beide Armbänder müssen also mit mir durch die tägliche Dusch-Prozedur. Im FitBit Flex sammelt sich dabei Feuchtigkeit. Ab und zu muss man daher den Tracker herausnehmen und das Armband auswischen, sonst beschlägt das Display-Fenster von innen.

 

Flex_Tracker_UP

 

Den Überblick behalten

Das Display ist ein weiteres wichtiges Thema, denn es ist für mich ein großer Pluspunkt für das Flex. Durch zweimaliges Antippen frage ich bei meinem Flex an, wieviel Prozent meines Tagespensums an schritten ich schon geschafft habe. Und das Flex antwortet mit einem bis fünf leuchtenden Punkten, wobei jeder davon für 20 Prozent steht. Ein blinkender Punkt steht für um die zehn Prozent. So kann ich ganz leicht unterwegs den Überblick über meine Schritte behalten. Wenn die 100 % Tagespensum voll sind, vibriert das Armband ein Mal leicht, um mich zu informieren.

 

Flex_LED

 

Um mir beim UP einen Überblick zu verschaffen, muss ich es über den Klinke-Eingang mit der kostenlosen App UP by Jawbone verbinden, synchronisieren und dann in der App die Aktivitäten des Tages anschauen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Sowohl die UP-App als auch die App zum Fitbit sind übersichtlich und bieten viele Analyse-Möglichkeiten. In beiden Apps kann man seine Mahlzeiten aufzeichnen und so einen Überblick über aufgenommene und verbrannte Kalorien behalten. Insgesamt fallen die Auswertungen beim UP noch etwas ausführlicher aus als beim Flex. Dafür bietet letzteres die Möglichkeit, über einen Browser plattformunabhängig sein Daten auf www.fitbit.com einzusehen.

Die Ergebnisse der beiden Armbänder ähneln sich. Das FitBit Flex zeichnet bei mir tendenziell mehr Schritte auf als das UP, liegt mit seiner Umrechnung in zurückgelegte Kilometer dann aber hinter dem UP. Wer sich mit Freunden vergleichen will, sollte daher wohl am besten den gleichen Tracker wählen wie sie.

 

FitBit App und Jawbone App

 

Beide Tracker bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Fitness-Freunden zusammenzutun und sich über eine Community-Funktion zu messen. Beim FitBit kann man zusätzlich Abzeichen für erreichte Ziele wie die ersten 20.000 Schritte am Tag oder die ersten 50 km sammeln.

Eine Sache fällt jedes Mal auf, wenn man die FitBit-App oder das Dashboard im Browser öffnet: Das FitBit Flex zeichnet nicht die bewältigten Stockwerke auf. Da andere Fitness-Tracker aus dem Hause FitBit das tun, ärgere ich mich jedes Mal ein bisschen, dass mein Flex keinen Höhenmesser hat. Verglichen mit dem Jawbone UP ist das aber kein Nachteil, denn das UP zeichnet ebenfalls keine Höhenunterschiede auf. Vielleicht ist dieser Punkt auch nicht so wichtig, aber die Treppen-Abzeichen sammeln zu können, wäre natürlich ein weiterer Anreiz, mich mehr zu bewegen.

 

FitBit Dashboard

 

Schlaf-Modus

Ob ich auch mein Nachtpensum an Schlaf bekomme, verfolgen beide Tracker. Bei beiden aktiviere ich abends den Schlaf-Modus. Dazu drücke ich beim UP lange auf den einzigen Knopf, während ich beim Flex fünfmal schnell auf das Display tippe. Morgens wiederhole ich den jeweiligen Befehl, um wieder in den Tag-Modus zurückzukehren.

Das Jawbone UP geht bei seiner Aufzeichnung etwas weiter in die Tiefe: Es schließt aus meinen nächtlichen Bewegungen auf die Tiefe meines Schlafs. Das Flex hingegen unterscheidet einfach zwischen Schlaf- und Wachphasen. Hier ist es allerdings etwas genauer als das UP und erkennt auch kurze Wachphasen, die das UP einfach übersieht.

Wichtig zu erwähnen ist noch die Weck-Funktion: Beim FitBit Flex kann man wie beim Jawbone UP einen Vibrations-Wecker einstellen. Die Vibration am Handgelenk ist mir morgens sehr viel lieber als ein laut klingelnder Wecker oder selbst mein Lieblingslied. Das UP weckt noch etwas sanfter als das Flex, weil es in einem von mir selbst gewählten Zeitraum den Moment mit den seichtesten Schlaf zum Wecken abpasst. Das Flex zeigt da weniger Einfühlungsvermögen: Es vibriert einfach zur vereinbarten Zeit.

 

Fazit nach vier Wochen Vergleichstest

Ich bin von beiden Lifestyle-Armbändern ziemlich begeistert. Letztendlich entscheidet wohl allein der persönliche Geschmack, denn an keinem der beiden Kandidaten gibt es wirklich etwas auszusetzen. Am FitBit Flex gefällt mir aber das Display. Hey, ich tippe darauf und schon leuchtet und blinkt es! Und ich kann eine Bemerkung machen wie: „Soso. Gut, dann habe ich meine 10.000 Schritte für heute wohl so gut wie geschafft.“ Und mein Gegenüber macht große Augen ob dieses wirklich spacigen Geräts an meinem Arm, das mir offensichtlich gerade eine wichtige Information übermittelt hat. Auch die Tatsache, dass am Flex keine verlierbaren Kleinteile angebaut sind, ist für mich ein großer Pluspunkt, genau wie das kurze Vibrationssignal, wenn ich die 10.000 Schritte am Tag voll mache. Das motiviert mich. Daher werde ich persönlich mich in Zukunft eher für das Flex entscheiden, wenn ich nicht der Wolle Petry im Freundeskreis sein will. Den intelligenten Wecker werde ich dann aber sicher vermissen.

Habt ihr schon Erfahrungen mit einem der beiden Fitness-Tracker sammeln können?

 

Beide Fitness-Armbänder findet ihr im GRAVIS Online Shop und in unseren 28 GRAVIS Stores.

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Kommentare (8)

    Raphael

    Wie kann es sein, dass bei solchen Fitness-Armbänder die Schrittzahlen so weit auseinanderliegen? Man sollte diese Zahlen mal mit einem richtigen Schrittzähler vergleichen.

      Katrin

      Hallo Raphael!

      Das FitBit ist offensichtlich etwas empfindlicher als das Jawbone. Es interpretiert vermutlich eher mal eine Bewegung als Schritt, die gar kein Schritt gewesen ist. Daher der Hinweis: Der Vergleich über einen längeren Zeitraum und der Vergleich mit Freunden machen nur Sinn, wenn man Daten des gleichen Tracker-Typs nimmt. Wenn ich ein FitBit Flex trage und meine Freundin ein Jawbone UP, dann können wir unsere Schritte oder die Kilometerzahl eigentlich nicht vergleichen.

      Viele Grüße
      Katrin

    Lukas

    Danke für den Vergleich! Ich habe nun schon mehrfach überlegt, ob ich mir ein solches Armband anschaffen soll. Der Preis schreckt mich allerdings (noch) ab, bei Schülern wie mir ist der Geldbeutel ja meist leer… 😉 (Falls du eines der beiden Armbänder unbedingt loswerden willst: Meine Mailadresse ist hinterlegt… ;-))

      Katrin

      Hallo Lukas!

      Danke für dein Feedback! „Unbedingt loswerden“ stimmt jetzt nicht. 😉

      Viele Grüße
      Katrin

    Simon

    ich selbst habe zwar weder das Fitbit Flex noch das Jawbone UP da ich mir schon vor einiger Zeit ein Nike Fuelband zugelegt habe, was den beiden sehr ähnlich ist und mir vom Design her auch ehr zusagt 😉

    Zu der Tatsache das die Ergebnisse bzw. die Schritt Messungen weit auseinander liegen sei mal so viel gesagt, der sinn von den Geräten ist es nicht exakte Schritt oder Kalorien Werte auszuspucken, sondern ehr einen Tages Wert zu ermitteln (beim Fuelband halt die Fuel Punkte etc). die mann dann täglich vergleichen kann, sich steigende punkte ziele setzen kann und auch ein bisschen mit Freunden vergleichen kann.

    Es ist also ehr eine Motivations Hilfe und tolle Spielerei und kein Medizinisches Sport Gerät.

    Danny

    Ein wesentliches Merkmal des Jawbone UP ist nicht erwähnt worden.
    Man kann einen Aktivitäten Intervall einstellen, dass man nach zB. 1 Stunde, die man sich nicht bewegt hat, von dem Armband an-vibriert wird. Auch kann man einstellen, dass er diese Überwachung z.B. nur bis 20 Uhr machen soll und danach nicht mehr.
    Das halte ich persönlich für ein gutes Feature. Ich nutze das Jawbone UP seit 3/2012 und habe nach einem Defekt (1. Generation) nun das zweite in Betrieb (2. Generation).
    Grüße an alle Trackies 🙂

      Katrin

      Hallo Danny!

      Da hast du Recht: Die Funktion kann auch ganz praktisch sein. Mich persönlich hat sie im Büro ein bisschen genervt. Daher habe ich sie schnell wieder deaktiviert und vergessen. 🙂 Aber klar: Wenn man die Möglichkeit hat, der „Beweg dich mal!“-Aufforderung des UP nachzukommen, dann ist die nützlich.

      Danke für den Hinweis und viele Grüße
      Katrin

    Dani

    also ich besitze seit Juni das Flex: Das mit dem Höhenmesser stört mich auch, da andere fitbit Träger damit immer prahlen :/ Aber das nur am Rande.
    Der Verschluß ist tatsächlich etwas haarig, dafür sitzt er aber fest. Ich habe das Band beim Duschen oft abgemacht (anfangs, weil ich keine Lust auf das Wasser innen hatte) dabei hat es Materialermüdungen gegeben und das Band ist an der Stelle des Displays abgerissen! Doof, aber der Fitbit Support hat anstandslos ein Neues geschickt. Das sollte an dieser Stelle erwähnt werden.
    Das einzige was mich echt stört ist die Ernährungstabelle innerhalb des Apps, da ist es manchmal ziemlich umständlich neue Produkte einzugeben und man merkt, dass es nicht auf deutsche Bedürfnisse ausgerichtet ist. Ich heöfe mir in dem ich es online am Rechner eintrage. Das könnte allerdings verbessert werden. Dass der Wecker beim Jawbone besser ist find ich schade aber gegen das Jawbone spricht einfach das Ein- und Ausstöpseln müssen… Cheers