Einfache Fotos bei Tageslicht mit dem iPhone schießen kann inzwischen jeder. Schwieriger sind Fotos, die im Dunkeln mit Licht gezeichnet werden. Wir erklären, wie diese künstlerischen Bilder mit dem iPhone gelingen.

Für tolle Lichtgemälde braucht ihr eigentlich nicht viel: Dunkelheit, eine Kamera und eine kleine Lichtquelle, beispielsweise ein Feuerzeug oder eine kleine LED-Taschenlampe. Bei der Kamera ist es ein Vorteil, wenn ihr manuell die Verschlusszeit auf mehrere Sekunden einstellen könnt. Bei Sony- und Nikon-Kameras ist das die Einstellung „S“, bei Canon wählt ihr „Tv“. Wie aber geht ihr mit einem iPhone vor, das Belichtungsdauer, Blende und ISO-Wert selbstständig wählt? Genau: Dafür gibt es eine App.

 

iPhone als DSLR-Ersatz

Auch wenn das Resultat nicht ganz so gut ist, wie mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera, können auch auf dem iPhone tolle Lichtgemälde entstehen. Viele Fotos-Apps wie ProCamera erlauben zwar die manuelle Konfiguration der genannten Parameter, allerdings nur in begrenztem Umfang. ProCamera kann beispielsweise maximal drei Sekunden belichten. Das reicht für ein gezeichnetes „O“, nicht aber für ein komplexes Bild. Die Lösung: Apps, die speziell für die Fotografie bei Nacht entwickelt wurden. Ziemlich gut ist NightCap Camera, das ihr für 2,29 Euro im App Store erhaltet.

 

 

Vorbereitungen

Bevor ihr den Lichtpinsel schwingt, müsst ihr iPhone und App entsprechend vorbereiten. Damit das Bild nicht verwackelt, stellt euer iPhone auf einen stabilen Untergrund. Dazu verwendet ihr entweder ein klassisches Stativ mit einem Adapter für das iPhone oder einfache Hilfsmittel wie eine Tasse, in die das iPhone positioniert wird. Draußen könnt ihr das iPhone auch einfach an einen Baum oder einen Stein lehnen. Hauptsache ist, dass ihr das Smartphone nicht in der Hand halten müsst, da bei Langzeitbelichtung schon kleinste Bewegungen ein verwackeltes Resultat ergeben. Damit ihr während der Aufnahmen nicht durch die PIN-Eingabe unterbrochen werdet, deaktiviert in den Einstellungen unter Anzeige & Helligkeit die Automatische Sperre.

 

App starten

Öffnet nun NightCap Pro und tippt im Menü unten links auf den Stern. Hier findet ihr die Kamera-Optionen, beispielsweise für das Fotografieren von Sternen, aber auch die benötigte Option Light Trails. Am oberen Menürand seht ihr die automatisch gewählten Einstellungen. Die Belichtungszeit ändert ihr schnell, indem ihr über den rechten Bildschirmrand nach oben und unten wischt. Den ISO-Wert findet ihr links und den Weißabgleich oben. Der ISO-Wert bestimmt die Empfindlichkeit. Je höher der Wert, desto empfindlicher reagiert euer Kamerasensor auf Licht. Mit steigendem ISO-Wert erscheint aber auch ein Rauschen im Bild. Weniger ISO ist also besser. Spielt am besten ein bisschen mit den Einstellungen, damit ihr einen Eindruck davon bekommt, wie diese das Bild beeinflussen.

 

Für den Fokus wischt ihr einfach am unteren Bildschirmrand nach links oder rechts. Damit dieser richtig eingestellt ist, solltet ihr mindestens zu zweit das Lichtgemälde erstellen. Bittet dazu die andere Person, sich auf genau den Punkt zu stellen, wo die Person oder ihr später mit Licht zeichnen wollt. Mit einem Wert zwischen 60 und 80 solltet ihr gut zurecht kommen.

 

Licht-„Pinsel“ wählen

Je nach Einstellung muss die Lichtquelle unterschiedlich stark sein. Mal reicht ein Feuerzeug, mal braucht ihr eine kleine LED-Taschenlampe. Das hängt auch davon ab, welchen Effekt ihr erzielen wollt. Bei einer schwachen Lichtquelle seht ihr mehr von der Person, bei einer starken stehen die Lichtstreifen im Vordergrund. Nehmt euch am besten eine kleine Palette verschiedener Lichtquellen mit zum Fotoshooting und probiert damit herum. Im Handel findet ihr sogar spezielle, stiftförmige Lampen in verschiedenen Leuchtfarben. Wenn ihr erfolgreich getestet habt, könnt ihr endlich loslegen. Schreibt mit dem Licht wie auf einer Tafel. Am Computer oder mit einer Fotobearbeitungs-App spiegelt ihr später dann eure Bilder, damit die Texte auch lesbar sind.