Im Herbst kommen die neuen Betriebssysteme für Apples Smartphones und Rechner. Ihr könnt euch bereits jetzt auf die Neuerungen vorbereiten.

Nur noch ein paar Wochen trennen uns vom jährlichen System-Upgrade für iPhones, iPads und Macs. Mit iOS 12 für Apples Smartphones und Tablets werden selbst ältere Geräte wieder etwas flotter, AR zeigt neue Welten auf und iPhone-X-Eigentümer kommunizieren mit neuen Emojis oder den neuen Memojis, beispielsweise im neuen Gruppen-FaceTime. „Bildschirmzeit“ hilft dabei, die Zeit, die ihr mit iOS-Geräten verbringt, zu verstehen und zu kontrollieren. Außerdem führt iOS 12 Siri Shortcuts ein, mit denen Siri bei jeder Anwendung arbeitet und mit denen ihr Dinge viel schneller erledigen könnt. iOS 12 setzt mindestens ein iPhone 5s, iPad mini 2, iPad Air oder iPod touch der 6. Generation voraus – die gleichen Geräte also auf denen auch iOS 11 läuft.

macOS Mojave legt mit einem neuen, dunklen Look den Fokus auf Benutzerinhalte. Stacks organisiert chaotische Schreibtische durch automatisches Stapeln von Dateien in übersichtliche Gruppen. Außerdem stehen die iOS-Anwendungen Aktien, Sprachmemos und Home jetzt auf dem Mac zur Verfügung. Ein weiteres iOS-Feature sind die FaceTime-Gruppenanrufe. Anders als iOS 12, das alle iOS-11-fähigen Geräte einschließt, läuft macOS Mojave nicht auf allen macOS-High-Sierra-fähigen Rechnern. Ihr benötigt mindestens:

  • einen Mac mini von Ende 2012
  • MacBook von Anfang 2015
  • MacBook Air von Mitte 2012
  • MacBook Pro von Mitte 2012
  • iMac von Ende 2012 oder iMac Pro
  • Mac Pro von Ende 2013
  • … oder einen Mac Pro von Mitte 2010 oder Mitte 2012 einer Metal-fähigen Grafikkarte wie einer Radeon RX 560 oder Radeon PULSE RX 580

iPhone vorbereiten

Ein Upgrade ist eine gute Gelegenheit, klar Schiff zu machen. Manche iPhone-Eigentümer nehmen eine größere Aktualisierung wie auf iOS 12 sogar als Anlass, das iPhone komplett zurückzusetzen und sauber neu einzurichten. Dank iCloud, das automatisch Kontakte, Termine, Erinnerungen, Fotos und mehr speichert, ist ein solches Großreinemachen tatsächlich mit wenig Aufwand verbunden. Lediglich Dritt-Apps müssen im Anschluss wieder installiert und konfiguriert werden. Nutzt das neue iOS 12 lieber als Gelegenheit, einmal durch alle Ordner und Homescreens zu gehen und nicht mehr benötigte Apps zu entfernen. Auch in der Fotos-App gibt’s Aufräum-Potenzial durch unspektakuläre oder doppelte Fotos und Videos. Dabei hilft euch zum Beispiel Gemini Fotos. Die kostenlose App analysiert eure Bibliothek und schlägt unscharfe, doppelte und andere wenig spektakuläre Bilder zum Löschen vor. Mit der kostenlosen Testversion könnt ihr drei Tage lang so viele ähnliche Fotos entfernen, wie ihr findet. Danach verlangt der Entwickler für den Service 1,99 Euro pro Monat als In-App-Kauf. Wenn der Balast weg ist, könnt ihr mit dem zweiten Schritt fortfahren: ein aktuelles Backup.

Selbst wenn ihr euer iPhone regelmäßig automatisch über iCloud sichert, solltet ihr euch vor dem Upgrade noch ein zweites Backup über iTunes erstellen. Wenn nämlich bei der Aktualisierung auf iOS 11 etwas schief geht, klappt die Wiederherstellung des iPhones oder iPads über iTunes bedeutend schneller als über iCloud. Wie das Backup funktioniert, erfahrt ihr in diesem Blog-Post.

Tipp: Verwendet ihr mehrere iPhones des gleichen Modells selbst, innerhalb der Firma oder Familie, führt das Update über iTunes durch. Dadurch müsst ihr nur einmal das Update runterladen und die Aktualisierung ist deutlich schneller. Außerdem ist das Update über iTunes eine Alternative für iPhones mit wenig Speicher, auf denen ein Update über die Einstellungen nicht klappt.

Tuning für macOS Mojave

Beim Mac gilt das gleiche wie beim iPhone: Räumt vor dem Update einmal euren Rechner auf. Neben dem leeren des Papierkorbs lohnt sich ein Blick in den Downloads-Ordner, der gerne riesige Datenmengen ansammelt. Löscht außerdem nicht mehr verwendete Anwendungen. Mit der kostenlosen Anwendung GrandPerspective scannt ihr euren gesamten Rechner nach Platzfressern. Dazu klickt ihr beim Start der Anwendung einfach auf eure interne Festplatte. Wird diese im Dialog nicht dargestellt, öffnet den Finder, wechselt in die Einstellungen und aktiviert im Reiter Seitenleiste unter Orte die Festplatten. Je größer ein Feld in GrandPerspective, desto größer die Datei. Wichtig: Löscht Dateien nur, wenn ihr wisst, worum es sich dabei handelt. Vor allem bei Dateien im /Library und /System-Ordner solltet ihr sehr vorsichtig sein.

Anschließend kontrolliert ihr eure Festplatte auf Fehler. Öffnet dazu in Programme und Dienstprogramme das Festplattendienstprogramm. Markiert links eure Festplatte und klickt oben im Menü auf Erste Hilfe. Wenn Fehler gefunden wurden, repariert macOS diese automatisch.

Auch für euren Rechner gilt: Macht ein Backup eures aktuellen Systems bevor ihr loslegt. Hier lohnt sich neben einem aktuellen Time-Machine-Backup noch eine zusätzliche Eins-zu-eins-Kopie. Dafür braucht ihr zwar eine weitere, externe Festplatte, da die Kopie aber nur eine Absicherung für Fehler bei der Installation ist, könnt ihr diese später wieder löschen und für andere Zwecke verwenden. Holt euch dazu einfach das kostenlose Carbon Copy Cloner, wählt als Quelle eure interne Festplatte – meist Macintosh HD –, als Ziel die externe Festplatte und startet den Kopiervorgang. Sollte beim Upgrade etwas schief gehen, könnt ihr euer altes System von der erstellen Kopie booten und wiederherstellen.