Im Gegensatz zum Alleskönner iPad sind E-Reader nur für eine Aufgabe geschaffen: das Lesen. Mit einer langen Akkulaufzeit und Papier-ähnlichem Display sind sie dafür besonders gut geeignet. Aber nicht jedes E-Book ist auf jedem Reader zu lesen. Mit ein paar Tricks verbindet ihr die unterschiedlichen Welten und profitiert so von deren Vorteilen.

Der Bildschirm des neuen iPadmisst in der Diagonale knapp 25 Zentimeter. Das Display stellt Fotos, Zeichnungen, Filme und mehr mit 2.048 x 1.536 Bildpunkten und einer Punktdichte von 264 dpi gestochen scharf dar. Hohe Bildschirmhelligkeit und ein großer Farbraum machen das iPad zu einem angenehmen Lebensbegleiter in allen Lebenslagen. Trotzdem gibt es gute Gründe, Bücher lieber auf einem E-Reader zu lesen: Diese sind leichter als vollwertige Tablets, bieten eine Akkulaufzeit über mehrere Wochen und sind vor allem aufgrund des Papier-ähnlichen Displays augenschonender, vor allem abends. Doch je nachdem, in welchen Shop man sein E-Book erstanden hat, muss man entweder einen besonderen Reader nutzen oder kann die Bücher nur in einer Anwendung öffnen.

 

Amazon, Apple und die Anderen

Für iOS gibt’s zwar Apples eigene iBooks-Appmit dem angeschlossenem digitalem Bücherladen iBookstore, allerdings handelt es sich dabei um ein geschlossenes Ökosystem: iBooks stehen nur auf iPads, iPhones, Macs oder dem iPod touch zur Verfügung. Ein bei Apple gekauftes Buch kann man nicht auf einen Tolino oder Kindle übertragen. Auch Amazon verknüpft eure Käufe mit eurem Konto und verhindert so, dass E-Books außerhalb des Amazon-Universums lesbar sind.

 

 

Anders der deutsche Buchhandel mit seinem Partner Tolino: E-Books aus den Online-Shops von Händlern wie Weltbild, Thalia oder Hugendubel verfügen nur noch selten über einen Kopierschutz. Dieser sollte in der Vergangenheit unter anderem das Teilen gekaufter Bücher verhindern. In der Praxis sorgte der technisch komplizierte Prozess aber eher für Probleme. Eine Einladung zum freien Austausch ist der inzwischen weitgehende Verzicht auf den Kopierschutz aber nicht: Über ein digitales, unsichtbares Wasserzeichen ist der Käufer eines Buchs jederzeit ersichtlich.

 

Alles miteinander verbinden: Tolino- und Kindle-App

Wer nur gelegentlich liest, ist mit einem iPad oder einem iPad mini bestens bedient. Für Leseratten lohnt sich hingegen ein E-Reader, da ihr mit diesem länger und komfortabler durch die Seiten blättert. Eine Entscheidung zwischen dem einen oder anderen ist aber kein Muss. So ist es möglich, unterwegs auf dem Weg zur Arbeit auf dem iPhone zu lesen, am Nachmittag am iPad zu schmökern und am Abend gemütlich mehrere Stunden auf der Couch mit dem E-Reader zu verbringen.

 

Die Lösung, um die Welten miteinander zu verbinden lautet: Lest die Bücher mit Amazons Kindleoder der Tolino Lese-App. Während ihr euch in der Kindle-App mit eurem Amazon-Konto einloggt, meldet ihr euch in der Tolino-App mit dem Konto eines Partners aus dem Buchhandel an. Praktisch: Durch die Verknüpfung weiterer Konten seht ihr in der Tolino-App alle gekauften E-Books der anderen Tolino-Partner. So seid ihr nicht von einem Anbieter abhängig, sondern wechselt je nach Angebot und Preis.

 

 

Eigene Bibliothek mit Calibre

Ein Vorteil des DRM-Verzichts ist, dass E-Books im .epub-Format ohne DRM-Schutz auch in iBooks funktionieren. Einen Tolino oder die Tolino-App braucht ihr also gar nicht unbedingt zu nutzen. Sobald ihr ein Buch beim Händler eures Vertrauens kauft und runterladet, öffnet das Buch einfach in iBooks. Über iCloud synchronisiert sich das Buch im Anschluss auf eure anderen Apple-Geräte.

 

Komplette Unabhängigkeit vom Anbieter habt ihr mit der Anwendung Calibre. Die App ist kostenlos für Windows, Mac und Linux erhältlich und eine Art iTunes für E-Books. Einzige Voraussetzung ist auch hier: Die Bücher dürfen keinen Kopierschutz enthalten. Ziemlich cool ist die Möglichkeit, Bücher in andere E-Book-Formate zu konvertieren. So macht ihr beispielsweise aus einem DRM-freien und bei Weltbild gekauften E-Book im .epub-Format ein mit dem Amazon Kindle kompatibles .mobi-Buch. Über die integrierte Mail-Funktion verschickt ihr die konvertierten E-Books im Anschluss direkt an eure Kindle Email-Adresse und ladet diese E-Books so auf euren Kindle-E-Reader. Außerdem hilft euch Calibre mit einer Suchfunktion verschiedener Online-Shops bei der Suche nach DRM-freien Titeln.

 

 

Tipp: E-Books ausleihen

Wie für gedruckte Bücher gibt es auch die Möglichkeit, E-Books in den städtischen oder örtlichen Bibliotheken auszuleihen. In Deutschland, Österreich, Belgien, Italien, Frankreich und in der Schweiz klappt das dank einer Partnerschaft von 3.100 Bibliotheken mit dem Dienst Onleihe. Ob eure Biliothek auch mit dabei ist, erfahrt ihr unter diesem Link. Aktuell braucht ihr zum Lesen die zugehörige iOS-App. Im Sommer 2018 will Onleihe aber vom bisherigen Adobe-DRM-System auf CARE wechseln, mit dem das Ausleihen von Lesemedien ohne zusätzliche Registrierung oder Software möglich wird. Schon bald soll die Onleihe dadurch auch mit Tolino-Geräten und der Tolino-App funktionieren.