Macs sind weniger anfällig gegenüber Schadsoftware als Windows-Rechner. Nach Aussage vieler Mac-Anwender sind sie auch einfacher zu bedienen. Das bedeutet aber nicht, dass mit Apple-Computern nie Probleme auftreten. Nicht immer ist dann ein Spezialist in der Nähe greifbar. Muss auch nicht, denn auch aus der Ferne kann man den Mac warten.

Mal eben schnell bei der Installation des Druckers helfen, das letzte macOS-Update installieren oder Unterstützung bei der Reinigung des Rechners auf Software-Ebene zu bieten ist für erfahrene Apple-Anwender ziemlich einfach. Um von einem anderen Ort aus mit Mac-Problemen zu helfen, ist es sinnvoll, den Bildschirm eures Gegenübers zu sehen. Im Notfall klappt das, indem dieser einfach mit dem Smartphone und einer VoIP-Anwendung wie Skype oder FaceTime abgefilmt wird. Allerdings verlangsamt diese Verbindung den Support-Prozess, da ihr stets Anweisungen geben müsst und keine Dateien oder Inhalte aus der Zwischenablage kopieren könnt. Die sinnvollere Variante ist eine direkte Verbindung mit Maus- und Tastaturunterstützung.

 

Schnell und einfach: Bildschirmfreigabe im Netzwerk

Eine solche hat Apple direkt im System integriert. Wenn ihr euch im gleichen Netzwerk befindet, aber beispielsweise in einem anderen Raum oder Etage, verwendet einfach die Bildschirmfreigabe. Dazu muss diese aber in den Systemeinstellungen unter Freigaben aktiviert werden. Schaltet hier die Bildschirmfreigabe ein und wählt rechts Computereinstellungen. Aktiviert die erste Option, mit der jeder um Genehmigung zur Steuerung bitten kann. Anschließend findet ihr im Finder in der Kategorie Netzwerk den Mac der Person, die Hilfe benötigt. Klickt auf Bildschirmfreigabe und dann auf die Option Durch Fragen um Erlaubnis. Jetzt könnt ihr den fremden Rechner steuern, Inhalte aus der Zwischenablage wie URLs kopieren oder Dateien von eurem Rechner einfach auf den Schreibtisch des fremden Rechners ziehen, um den Datenaustausch zu starten.

 

Bildschirmfreigabe

Die Bildschirmfreigabe mit einem entfernten Mac klappt übrigens auch über iMessage. Den Support könnt entweder ihr oder die Person, die Hilfe braucht, initiieren. Klickt dazu in der Liste der Kontakte mit der rechten Maustaste auf einen Kontakt und wählt entweder Um Bildschirmzugriff bitten – wenn ihr helfen wollt – oder Einladung zum Zugriff auf meinen Bildschirm wenn ihr Hilfe benötigt.

 

Universell und auch vom iPhone aus: TeamViewer

Ähnlich funktioniert TeamViewer. Die Anwendung, die es auch für Windows, Linux, Android- und Apple-Smartphones gibt, stellt eine Verbindung zwischen zwei Geräten her und erlaubt die Darstellung und Steuerung des anderen Rechners. Im Gegensatz zu den anderen Plattformen klappt das unter iOS nur in eine Richtung: Ihr könnt vom iPhone aus nur andere Rechner steuern, nicht aber um Hilfe bitten. Um Teamviewer zu verwenden, geht ihr folgendermaßen vor:

  • Installiert auf eurem Rechner, Smartphone oder Tablet TeamViewer.
  • Ladet auf dem Rechner, der Hilfe benötigt, TeamViewer QuickSupport herunter.
  • Lasst euch von der Person, die Hilfe braucht, die neunstellige ID sowie das Passwort geben, das nach dem Öffnen des Programms auf dem Bildschirm erscheint. Macht das am besten telefonisch. So habt ihr, während die Unterstützung läuft, auch noch einen Rückkanal, um Fragen zu stellen oder Anweisungen zu erteilen.
  • Gebt die ID und das Passwort in TeamViewer ein, um die Verbindung zu starten. Jetzt solltet ihr den Schreibtisch eures Gegenübers sehen und diesen steuern können.

 

Teamviewer

 

Die Profi-Lösung: VPN und Apple Remote Desktop

Der dritte Lösungsweg ist vor allem für die Profis unter euch gedacht, die regelmäßig Unterstützung leisten. Apple bietet mit Apple Remote Desktop ein eigenes Tool an, mit dem ihr fremde Rechner verwalten könnt. Die Anwendung erlaubt nicht nur den Zugriff auf einen fremden Rechner, sondern auch die Installation von Programmen, das Kopieren von Dateien oder das Ausführen von Befehlen. Das ist vor allem bei der Verwaltung mehrerer Rechner nützlich. Wenn ihr zum Beispiel Zuhause oder im Büro mehrere Macs habt, würden alle Rechner bei einem Microsoft-Office-Update die Dateien runterladen. Mit Apple Remote Desktop genügt es, eine Installationsdatei zu beziehen. Anschließend verteilt ihr diese mit wenigen Klicks auf allen anderen Rechnern. Außerdem erlaubt Apple Remote Desktop einige Funktionen wie das Runterfahren oder einen gleichzeitigen Neustart aller Rechner.

 

Apple Remote Desktop

 

Ein Problem, das auch Apple Remote Desktop nicht überbrücken kann, ist die Verbindung zwischen eurem und dem fremden Rechner über das Internet. Dazu benötigt ihr eine sogenannte VPN-Verbindung. Dieses Virtual Private Network verbindet eure Macs über einen verschlüsselten Tunnel miteinander. So könntet ihr beispielsweise auch die oben beschriebene Bildschirmfreigabe verwenden, ebenso aber auch Tools wie Apple Remote Desktop. Die Einrichtung eines VPN-Servers funktioniert beispielsweise mit einem alten Mac und macOS Server oder iVPN. Eine andere Alternative sind Router wie AVMs Fritzboxen, die einen VPN-Client integriert haben.