Auch wenn die 60. Internationale Funkausstellung in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nur als Special Edition stattfinden konnte, nutzten die Hersteller das Umfeld zur Präsentation ihrer Neuheiten. Das ist uns aufgefallen.

Die IFA ist traditionell ein Zuschauermagnet. Allein im vergangenen Jahr hatte die Messe noch fast 2.000 Aussteller und 245.000 Besuchern vermeldet. An solche Dimensionen ist in Zeiten von Corona leider nicht zu denken. Eine Special Edition erlaubte vom 3. bis 5. September nur Fachbesuchern und Medien den Zutritt zum Messegelände. Private Besucher konnten die Veranstaltungen im Livestream verfolgen und so die Neuheiten entdecken. Wir haben die Höhepunkte zusammengefasst:

Hören und sehen: Die wichtigsten TV- und Audio-Innovationen

The Premiere Ultrakurzdistanz-Beamer
©Samsung

Bildschirmdiagonalen jenseits der 85 Zoll sind derzeit nur im fünfstelligen Preissegment zu bekommen. Eine günstigere Lösung kommt mit den neuen Ultrakurzdistanz-Beamern von Samsung ins Wohnzimmer. The Premiere gibt es in zwei Ausführungen: Beim Drei-Laser-Modell LSP9T genügen elf Zentimeter für eine Leinwand mit 2,50 Metern Diagonale (2,25 Meter Breite), beim LSP7T mit einem Laser sind es 30 Zentimeter. Soundbar, Apps und TV-Empfangskomponenten sind bereits eingebaut. Ab Oktober sollen die beiden 4K-Beamer erhältlich sein. Preis: ab circa 3.000 Euro.

The Terrace Samsung
©Samsung

Wenn es nach Samsung geht, ist es zukünftig nicht mehr nötig, Fernseher umständlich nach draußen zu schleppen, um Sportevents und Filme auch unter freiem Himmel zu erleben. The Terrace ist vor Regen, Feuchtigkeit und Staub geschützt und bleibt bei Temperaturen von -30 bis +50 Grad Celsius funktionsfähig. Die Anti-Reflection-Technologie sorgt auch bei Sonnenschein für ein kontrastreiches Bild. The Terrace kommt in drei Varianten – 55, 65 und 75 Zoll. Preis: ab circa 4.000 Euro.

OLED+935
©Philips

Bevor 8K zum neuen Standard wird, optimieren die Hersteller noch einmal ihre 4K- beziehungsweise UHD-Geräte. Philips beispielsweise stattet die neue OLED+935-Serie mit einem P5-Videoprozessor und einem Co-Prozessor aus, die für eine verbesserte Bildqualität und Nachbearbeitung sorgen. Ein weiterer Prozessor verhindert das Einbrennen von Senderlogos. Für einen hervorragenden Sound sorgt die integrierte Soundbar von Bowers & Wilkins. Das Philips-typische Ambilight an vier Seiten rundet das Erlebnis ab. Die Android-Geräte gibt es mit Bildschirmdiagonalen von 48 bis 65 Zoll. Preis: ab 2.300 Euro.

Kopfhörer
©Beyerdynamic

Beyerdynamic hat im Bereich der High-End-Kopfhörer die dritte Generation der Tesla-Reihe vorgestellt. Der T5 kommt als geschlossenes Modell, der T1 als offener On-Ear-Kopfhörer. Zum Einsatz kommen textilummantelte, hochreine OCC7N-Kupferleiter, der als Tesla-Schallwandler bekannte Neodym-Ringmagnet, sowie gebürstetes und lackiertes Aluminium bei der Gehäuseausstattung. Preis für den T1 und T5: je 999 Euro.

In-Ear Bluetooth Kopfhörer
©Philips

True Wireless, also komplette Kabellosigkeit, ist bei Kopfhörern mittlerweile Standard. Nun gibt es immer mehr Modelle, die auch Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling) integrieren. Ein Beispiel sind die In-Ear-Kopfhörer T8505 und T5505 von Philips. Beide Modelle koppeln mit Bluetooth 5.0 und lassen sich über die mitgelieferte Ladebox bis zu drei Mal aufladen. Die Laufzeit mit Noise Cancelling beträgt beim T5505 circa viereinhalb Stunden, beim T8505 circa fünf Stunden. Preis: T5505, circa 150 Euro; T8505: circa 200 Euro. Zum Vergleich: Aktuell kosten die Apple AirPods Pro bei Gravis nur 218,90 Euro.

JBL Live Free NC+
©JBL

Auch JBL hat sein Portfolio der True-Wireless-Kopfhörer mit Active Noise Cancelling erweitert. Die Live Free NC+ haben eine Spielzeit von sieben Stunden und lassen sich in der zugehörigen Ladebox mit Qi-Technologie kabellos aufladen. Die Kopfhörer sind in vier Farben erhältlich: Schwarz, Weiß, Blau und Rosé. Preis: 159 Euro.

Schön und smart: Technik, die begeistert

Lumix S5
©Panasonic

Panasonic hat im Bereich der Vollformat-Systemkameras ein neues Einsteigermodell vorgestellt. Die Lumix S5 verfügt über einen 24-Megapixel-Sensor, verbesserten Autofokus und viele Videofunktionen, darunter 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde oder unbegrenzter Aufnahmezeit bei 30 Bildern pro Sekunde. Die bei vielen Kameras lästige Standardpause nach 30 Minuten entfällt. Preis (Gehäuse): 1.948,61 Euro; im Set mit dem Zoom-Objektiv Panasonic Lumix S 20-60mm f3.5-5.6: 2.241,40 Euro.

Grundig Retro Radio
©Grundig

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg brachte Grundig mit dem Heinzelmann einen Bausatz für ein Röhrenradio auf den Markt und legte damit den Grundstein für den Unternehmenserfolg. Zum 75-jährigen Jubiläum hat Grundig eine Neuauflage des Kultradios mit moderner Technik vorgestellt: Neben FM-Empfang, DAB+- und Internet-Radio verbindet sich der Heinzelmann im Retro-Walnussholz-Design auch per Bluetooth mit dem Smartphone und verfügt über Spotify Connect. Außerdem ist ein Wecker integriert. Heute ist der Heinzelmann kein Bausatz mehr und auf 5.000 Stück limitiert: Preis: 329 Euro.

Lenovo Smart Clock
©Lenovo

Mit der Smart Clock Essential hat Lenovo eine intelligente Uhr vorgestellt, die auch Musik abspielt, das Wetter anzeigt und nachts leuchtet. Über den Google Sprachassistent lassen sich Informationen abrufen und auch Smart-Home-Lösungen steuern. Preis: 60 Euro.

Lenovo Tab
©Lenovo

Amazon bietet seine Fire-Tablets schon seit Längerem mit kinderfreundlichem Gehäuse und einem kindersicheren Medienzugang an. Nun hat auch Lenovo mit dem M10 HD Gen 2 ein Familien-Tablet vorgestellt, das für den Google Kids Space optimiert ist. Hier finden Kinder und Eltern kindgerechte Apps, E-Books und Videos. Außerdem gibt es das Tablet auch als Smart-Home-Variante, wahlweise mit Google Assistant oder Amazon Alexa. Preis: ab circa 160 Euro. Wie ihr euer Apple iPad kindersicher macht, erfahrt ihr hier.

Samsung Galaxy Z Fold 2
©Samsung

Das Samsung Galaxy Z Fold 2 ist der Nachfolger des ersten Falthandys von Samsung. Aufgeklappt misst das Smartphone in der Diagonalen 7,6 Zoll und erreicht damit fast die Größe eines iPad mini (7,9 Zoll). Geschlossen erreicht das Außendisplay mit 6.2 Zoll zwar die Diagonale eines iPhone 11 (6,1 Zoll), fällt aber sehr viel schmaler aus. Das Galaxy Z Fold 2 verfügt über 5G, drei 12-Megapixel-Kameras und dem starken Qualcomm Snapdragon 865 Plus Prozessor. Preis: 1.949 Euro.

Fitbit Sense
©Fitbit

Die neue Fitbit Sense ist darauf ausgelegt, Stress zu erkennen und zu verringern. Die EDA-Scan-App auf der Smartwatch erkennt elektrodermale Aktivität, die ein Zeichen für Stress sein kann. Verschiedene Tools helfen, Stress ganzheitlich zu bewältigen, Zusammenhänge mit eurer Stimmung zu verstehen und gesünder zu leben. Außerdem informiert die Fitbit Sense bei hoher und niedriger Herzfrequenz und misst die Hauttemperatur. Preis. 329,95 Euro.

Praktisch und hilfreich: Neuheiten für den Haushalt

Neato D10
©Neato

Auf der Suche nach einem designschönen Saugroboter sind uns die Modelle von Neato aufgefallen. Der True HEPA-Luftfilter des Neato D10 beseitigt auch kleinste Schmutzpartikel mit einer Größe von gerade einmal 0,3 Mikrometern und erfasst dadurch bis zu 99,97 Prozent aller Allergene und Partikel wie Staub und Hautschuppen. Eine Akkuladung reicht für eine Laufzeit von 150 Minuten. 

LG WashTower
©LG

Um Platz zu sparen, stapeln viele ihre Waschmaschine und ihren Trockner übereinander. Inspiriert von dieser Lösung hat LG den Washtower vorgestellt, der beide Geräte mit nur einer intuitiven Bedienoberfläche vereint. Der Washtower berechnet, wie lange sowohl der Waschvorgang inklusive Trocknen dauert und optimiert die Vorgänge, indem etwa die Trommel vorgewärmt wird. Die LG-Dampftechnologie sorgt dafür, dass 99,99 Prozent der üblichen Bakterien beseitigt werden. Kein Preis bekannt.

Wasserkocher
©Heatle

Heatle ist eine effiziente Art, Wasser zu erhitzen. Das System besteht aus einer Induktionsscheibe und einem Metallstab. Und so geht’s: Einfach genau die Menge Flüssigkeit, die man benötigt, in jedes beliebige Gefäß geben, auf die Basisstation stellen, gewünschte Temperatur am Gerät oder über die App einstellen, Metallstab reinstellen und starten. Heatle arbeitet sparsamer als herkömmliche Wasserkocher und produziert keine Kalkablagerungen. Bonus: Die Basisstation eignet sich auch als Qi-Ladestation für Smartphones. Kein Preis bekannt.