Lange hatte eine WWDC-Keynote nicht mehr so viele Hard- und Software-Neuerungen vorzuweisen wie das Apple-Event vergangenen Montag. Deshalb blieb nur wenig Zeit für Details, von denen nun einige bekannt sind. Die zehn spannendsten Neuerungen sind hier zusammengefasst.

In der Zeit zwischen der ersten, auf der WWDC vorgestellten Version eines iOS und der finalen Veröffentlichung Ende September gibt es beinahe wöchentlich Neuerungen, die Apple mit einer weiteren iOS-Vorabversion freischaltet. Auch in der ersten Beta sind einige überraschende Änderungen enthalten.

 

iOS kann künftig Bildschirmvideos aufzeichnen

Um Neuerungen und andere Inhalte besser darzustellen, hat Apple ein neues Werkzeug in iOS 11 eingebaut: Bildschirmvideos. Ähnlich wie Screenshots decken diese den kompletten Bildschirminhalt ab. So lassen sich nicht nur schnell und einfach Erklärvideos aufzeichnen, sondern auch Features des neuen Systems zeigen. Selbst Videos von Spielen sind so einfacher zu produzieren. Der Bildschirm-Rekorder kann in den Einstellungen unter Kontrollzentrums aktiviert werden.

Bildschirmaufzeichnung

 

iOS 11 enthält eine Tastatur für das Schreiben mit einer Hand

Gute Nachrichten für Eigentümer eines (zu) großen iPhones: Zukünftig könnt ihr mit einer Hand besser schreiben. Im Weltkugel-Symbol der Tastatur findet ihr dazu im neuen iOS eine Option, welche die Tastatur in die rechten oder linken 75 Prozent des Bildschirms schiebt.

Tastatur

 

Chat mit Siri

Eine Anwendung, für die ihr in iOS 11 ebenfalls die Tastatur verwenden könnt, ist Siri. Für den Sprachassistenten steht in den Bedienungshilfen unter Siri eine neue Option bereit, die es erlaubt, Fragen auch einfach einzutippen. Das macht Siri selbst an Orten benutzbar, an denen ein Diktat nicht möglich ist, etwa in der Bibliothek oder im Kino.

Siri

 

Die Kamera erkennt QR-Codes

QR-Codes sind praktisch, um Informationen wie eine Adresse für die Karten-App, Kontaktdaten oder eine Webadresse schnell per Kamera zu erfassen. Bisher brauchte man dafür auf dem iPhone und iPad eine zusätzliche App wie Barcoo. In iOS 11 könnt ihr darauf verzichten. Stattdessen genügt es, die Kamera-App zu öffnen und die Kamera auf einen QR-Code zu richten. War die Erkennung erfolgreich, erscheint am oberen Bildschirmrand ein Pop-Up, das euch per Tipp zum Resultat führt.

QR

 

Dateien und Drag & Drop kommt auch auf das iPhone

Auf der Keynote nur knapp erwähnt, für viele aber eine echte Erleichterung ist die neue Dateien-App. Damit gibt Apple seinen Mobilgeräte-Anwendern noch mehr Kontrolle über die Inhalte. Die App, bei der es sich streng genommen um eine Weiterentwicklung der iCloud-Drive-App handelt, kommt aber nicht nur auf das iPad, sondern auch auf das iPhone. Trotz des kleineren Displays erlaubt die App die gleiche Handhabung von Dateien per Drag & Drop auf beiden Geräten. Ihr könnt also ganz einfach Dateien aus beispielsweise dem Word-Speicher in die Dateiverwaltung von Pages ziehen oder Dateien in einen Clouddienst wie iCloud Drive, Dropbox oder Google Drive hochladen.

Dateien

 

iCloud wird günstiger und besser

Ein Grund, Apples Clouddienst bisher nicht zu verwenden, dürfte für viele der recht hohe Preis sein. Mit der WWDC-Keynote hat Apple jedoch die Preise etwas reduziert. Das größte Paket mit 2 TB (2.000 GB) Speicherplatz kostet künftig nur noch zehn Euro monatlich. Das entspricht einer Halbierung der bisherigen Preise. Der Speicherplatz könnte sich vor allem für Familien lohnen. Diese können sich künftig nämlich ein iCloud-Abo teilen. Und wo wir schon beim teilen sind: Auch Dateien lassen sich mit iOS untereinander austauschen. Wie das funktioniert, beispielsweise mit Passwortschutz, Ablaufdatum oder teilen mit nicht-iCloud-Kunden, ist bislang allerdings noch unbekannt.

iCloud

 

Apple verabschiedet sich von 32-Bit-Apps

Ebenfalls bekannt wurde, dass Apple mit iOS11 die 32-Bit-Unterstützung einstellen wird. Mit dem Upgrade auf das neue System sind ältere Apps also nicht mehr kompatibel. Ob ihr noch 32-Bit-Apps verwendet, erfahrt ihr in den Einstellungen unter Allgemein, Info und dann auf den kleinen Pfeil nach rechts hinter Apps. Auch auf dem Mac schneidet Apple die alten Zöpfe ab: Ab 2018 werden im Mac App Store nur noch 64-Bit-Apps akzeptiert. Die 64-Bit-Pflicht bedeutet aber auch, dass iOS-Geräte für ein Upgrade ihres Betriebssystems einen 64-Bit-Prozessor enthalten müssen. Voraussetzung ist somit mindestens ein iPhone 5s, iPad mini 2, iPad der 5. Generation oder ein iPod touch der 6. Generation. Das 2013 vorgestellte iPhone 5c gehört nicht zu den Upgrade-fähigen Geräten.

32-Bit

 

Automatische Einrichtung mit bestehenden iOS-Geräten

Wer sich nach der Veröffentlichung von iOS 11 ein neues iOS-Gerät zulegt, muss sich nicht mehr um die komplette Einrichtung kümmern. Diese übernimmt iOS einfach selbst. Einzige Voraussetzung ist ein anderes, bereits konfiguriertes iPhone, iPad oder iPod touch in der Nähe, mit dem ihr einen auf dem Display angezeigten Code scannt – genau wie bei der Einrichtung der Apple Watch.

AutomatischeEinrichtung

 

iOS enthält (ein bisschen) NFC-Unterstützung

Seit dem iPhone 6 verbaut Apple einen NFC-Chip in seinen Geräten. Dieser ist aber nur für die Verwendung von Apple Pay vorgesehen, welches in Deutschland bislang keine Anwendung findet. Andere Nutzungsmöglichkeiten wie der Datenaustausch oder die Konfiguration einer Bluetooth-Verbindung sind von Apple nicht vorgesehen. Das neue iOS enthält jedoch neue Schnittstellen, mit denen die NFC-Sender der Mobilgeräte ausgelesen werden können. Bisher ist aber noch nicht bekannt, welchen Anwendungsbereichen das die Tore öffnen könnte.

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iMessage öffnet sich für Unternehmen

Mit iOS 11 wird es auch eine Vorschau auf einen professionellen iMessage-Dienst geben. Damit können Unternehmen künftig direkt mit Kunden chatten, beispielsweise um Probleme zu klären, aber auch um direkt Bestellungen zu verarbeiten. Wie genau der neue Dienst funktioniert, will Apple am 9. Juni im Rahmen eines Entwicklerevents erklären.

iMessageUnternehmen