iPad Pro und USB-C: Augen auf beim Kauf

Die Apple-Welt hat sich mit dem iPad Pro geöffnet. Verantwortlich dafür ist der neue USB-C-Port.

Auf den schnellen Blick scheint es nur ein kleines Detail zu sein: Das im Oktober 2018 veröffentlichte iPad verfügt nicht über den Apple-eigenen Lightning-Anschluss sondern stattdessen über einen Anschluss mit dem Industrie-Standard USB-C. Die Vorteile: Das iPad Pro verbindet ihr jetzt einfacher mit dem Mac oder einem PC und ihr habt weitere interessante Anschlussmöglichkeiten und damit auch eine große Auswahl an – preislich günstigem – Zubehör. Aber es gibt einiges zu beachten.

Der USB-C-Port ist schneller, leistungsfähiger und vielseitiger als seine Vorgänger. Die neueste Generation der allgegenwärtigen USB-Stecker ermöglicht höhere Datentransferraten und versteht sich mit dem richtigen Adapter mit Standards wie Thunderbolt, HDMI- und Displayport-Anschlüssen sowie verschiedenen Audio- und Videosignalen. Dadurch könnt ihr das iPad Pro mit vielerlei Zubehör und Geräten verbinden: HDMI-Adapter, Kartenlesegerät, Tastatur, USB-Mikrofon oder Kopfhörer. Doch die vielen Funktionen können auch verwirren.

Anschluss gesucht

Längst nicht jedes Zubehör lässt sich einfach über den USB-C-Port anschließen. Eines der wichtigsten Szenarien im professionellen Alltag ist die problemlose Verbindung zu einem Mac oder einem Windows-PC – und das funktioniert. Sofern der Rechner ebenfalls über einen USB-C-Port verfügt. Ältere Geräte könnt ihr mit einem USB-C auf USB-A-Adapter wie dem Networx USB-Adapter verbinden. Dann steht der Übertragung von Inhalten über iTunes vom Mac auf das iPad Pro ebenso wenig entgegen, wie dem Aufladen des iPads über den Rechner.

Apropos Aufladen

Wenn der Akku des iPhones schlapp macht und kein Stecker in der Nähe ist, kann ein iPhone oder älteres iPad-Modell mit Lightning-Anschluss an einem iPad Pro aufgeladen werden. Verbindet die beiden Geräte einfach mit dem USB-C-auf-Lightning-Kabel. Selbst zwei iPad Pro-Modelle können mit einem USB-C-Kabel miteinander verbunden werden, so dass das eine Gerät vom anderen aufgeladen werden kann. Und ganz schnell funktioniert das Aufladen des iPads mit einem Netzladegerät mit USB-C-Anschluss, der für USB-PD (Power Delivery) geeignet und für 100 Watt Leistung ausgelegt ist. Das minimiert die Ladezeit erheblich.

Genau hinschauen

Der für viele Anwender reizvollste Nutzen des neuen Anschlusses liegt in der Möglichkeit, ein externes Display am iPad Pro anschließen zu können, um Videos oder Präsentationen auf einem großem Monitor vorzuführen. Aber Vorsicht: Zwar gibt Apple an, auch Monitore mit der scharfen 5K-Auflösung zu unterstützen, allerdings nur, wenn es ein Monitor mit USB-C-Anschluss ist wie etwa der LG 27UK850 oder LG 34WK95U-W. Deshalb heißt es, sich vor dem Kauf genau zu informieren. Denn trotz identischer Stecker sprechen USB-C und Thunderbolt-Anschlüsse komplett unterschiedliche Protokolle.

Wenn ihr einen HDMI-Monitor oder einen Fernseher am iPad Pro anschließen wollt, ist ein Adapter wie der Satechi Aluminium USB-C Mobile Pro Hub notwendig. Der Apple-eigene USB-C-Digital AV Multiport Adapter unterstützt bei einem 4K-Monitor allerdings maximal 30 Hz. Besser ist also ein Adapter, der HDMI 2.0 unterstützt und damit auf angenehmere 60 Hz bei 4K kommt.

Daten auslagern – nur über Umwege

Etwas knifflig wird es, wenn ihr die Speichermöglichkeiten am iPad Pro über ein externes Speichermedium vergrößern und Daten auslagern wollt. Einen USB-Stick über einen Adapter anzuschließen funktioniert leider nicht. Apples strikte Sicherheitsvorkehrungen lassen dies nicht zu. Der Datenaustausch mit externen Festplatten funktioniert meist nur über eigene Apps der Festplattenhersteller. Kein Problem ist dagegen der Austausch von Fotos und Videos über einen Speicherkartenleser für SD-Speicherkarten.

Zertifizierte Sicherheit

Es lohnt sich auf jeden Fall, die Zubehörseiten genau zu lesen, um das beste Zubehör für das neue iPad Pro zu finden. Viele Geräte sind problemlos anzuschließen, bei anderen Geräten ist wiederum ein zusätzlicher Adapter nötig. Leider ist es einem USB-C-Stecker oder Kabel nicht unbedingt anzusehen, welche USB-Version und welche Leistungsmerkmale sie haben. Besonders hilfreich ist dabei das Apple-Zertifikat „Made for iPhone/iPad/iPod“ (MFi). Diese Zertifizierung garantiert euch, dass ein Zubehör iOS-Gerät funktioniert.