Apple hat das iPhone 12 vorgestellt. An die Seite des neuen Modells kommen nicht nur zwei Pro-Varianten, sondern auch eine Mini-Version. Alle Geräte verfügen über 5G und den neuen, schnellen A14-Prozessor. Es gibt aber auch Dinge, auf die Nutzer in Zukunft verzichten müssen.

Am 23. Oktober ist es soweit. Dann kommen die ersten zwei der vier neuen iPhone-12-Varianten, die Apple in dieser Woche vorgestellt hat, in den Handel. Vorfreude ist angebracht: Liebhaber des kantigen Designs früherer Modell-Generationen kommen genauso auf ihre Kosten wie Tech-Enthusiasten, die bei Apple von allem nur das Beste erwarten. „Heute ist der Start für eine neue iPhone-Ära“, sagte Firmenchef Tim Cook bei der Vorstellung der neuen Geräte in Apples Unternehmenssitz in Cupertino, Kalifornien.

Superschnell: 5G und A14-Prozessor

Das neue iPhone 12 und die Varianten Mini, Pro und Pro Max erhalten alle den superschnellen 5G-Standard. Bei Tests unter perfekten Bedingungen seien damit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 3,5 Gigabit pro Sekunde erzielt worden, sagt Apple. Keine Theorie sind dagegen die Leistungsdaten des neuen A14-Prozessors, der als erster der Branche in 5-Nanometer-Bauweise erstellt wird. Zum Vergleich: Die Größe eines Atoms beträgt etwa ein Zehntel Nanometer. 

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Apple verspricht bis zu 50 Prozent mehr Tempo, verglichen mit anderen Smartphone-Chips. Ein neuer Bildprozessor unterstützt das professionelle Filmformat Dolby Vision, das mehr Bildinformationen und höhere Kontrastwerte liefert als HDR. 

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Präzise und hart: XDR Display und Ceramic Shield

Gemeinsam haben alle neuen iPhone-Modelle auch das Super Retina XDR Display und ein Ceramic Shield. Das neue Glas soll deutlich widerstandsfähiger sein als bisherige Oberflächen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Display einen Fall unbeschadet übersteht, sei viermal höher, gibt Apple an. Super Retina XDR ist Apples Bezeichnung für OLED-Technologie, allerdings mit weiteren Verbesserungen. Zum Beispiel reduzieren spezielle Algorithmen die bei OLED möglichen Einbrenn-Effekte.

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Größe zeigen: von Mini bis Pro Max

Das iPhone 12 hat eine Displaygröße von 6,1 Zoll (15,5 Zentimeter), das iPhone 12 Mini eine Diagonale von 5,4 Zoll (13,7 Zentimeter). Das Mini liegt damit von der Größe zwischen dem iPhone SE und iPhone 11 beziehungsweise iPhone 12. Die Rückseite besteht aus Glas, die Kanten aus Aluminium. Beide Modellvarianten sind in den Farben Schwarz, Weiß, Grün, Blau und Rot erhältlich.

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Das iPhone 12 Pro hat ebenfalls eine Diagonale von 6,1 Zoll, das iPhone 12 Pro Max ist mit 6,7 Zoll (17 Zentimeter) das bislang größte iPhone. Das iPhone 11 Pro Max kommt nur auf 6,5 Zoll. Die Rückseite besteht aus texturiertem Mattglas, die Kanten aus Edelstahl. Die Pro-Modelle kommen in den Farbvarianten Silber, Graphit, Gold und Pazifikblau. 

Teleobjektiv mit 5-fach optischem Zoom

Das Kamerasystem bietet zunächst die von den Vorgängern gewohnte Auflösung von 12 Megapixeln. Die Pro-Modelle verfügen beim Weitwinkel mit einer Blende von ƒ/1.6 über ein etwas lichtstärkeres Objektiv als das iPhone 12 und 12 Mini. Zudem ist der Bildsensor um 47 Prozent größer, was für noch mehr Lichtempfindlichkeit spricht. Dagegen unterscheiden sich Werte des Teleobjektivs. Die Blende des iPhone 12 Pro Max fällt mi ƒ/2.2 etwas schlechter aus als beim Pro-Modell mit ƒ/2.0. Dagegen verfügt das Top-Modell als einziges über einen 5-fach optischen Zoom, der mit einem 12-fachen digitalen Zoom erweitert wird. 

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Die ganze Stärke zeigt das Kamerasystem im Zusammenspiel mit dem A14-Prozessor. Der Lidar-Scanner der Pro-Modelle verbessert zusätzlich Porträts im Nachtmodus und erleichtert Entwicklern die Programmierung von Augmented-Reality-Umgebungen. Bei allen Modellen kommt mit Smart HDR 3 eine Technologie zum Einsatz, die automatisch Licht, Schatten und Konturen verfeinert. Wie ein menschliches Gehirn lernt die Neural Engine des Prozessors, Szenen zu erkennen und Details zu berechnen.

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Haltung bewahren mit MagSafe

Um immer optimale Ladeergebnisse zu erzielen, hat Apple in den iPhone-12-Modellen einen Magneten verbaut. Der sogenannte MagSafe sorgt zum einen dafür, dass die Geräte auf kompatiblen Ladeflächen immer optimal aufliegen und das kabellose Laden beschleunigen. Zum anderen hat Apple unter anderem eine Geldbörse als Zubehör vorgestellt, die magnetisch auf der Rückseite gehalten wird. Kunden könnten weiteres innovatives MagSafe-Zubehör von Drittherstellern erwarten, kündigt Apple an.

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Jetzt aber los: Wann kommt was?

Das iPhone 12 und iPhone 12 Pro könnt ihr ab dem 16. Oktober vorbestellen. Am 23. Oktober kommen die beiden Modelle in den Handel. Das iPhone 12 Mini sowie das iPhone 12 Pro Max sind ab dem 6.11. vorbestellbar und ebenfalls eine Woche später verfügbar. 

Das iPhone 12 ist ab 876,30 Euro (64 Gigabyte Speicher) erhältlich, das iPhone 12 Mini ab 778,85 Euro. Das iPhone 12 Pro kostet ab 1120,00 Euro (128 GB), das iPhone 12 Pro Max ab 1217,50 Euro. Denkt daran, dass ihr euer altes iPhone bei Gravis in Zahlung geben könnt.

Was fehlt?

Übrigens, nicht wundern: Ab sofort liegen dem iPhone kein Netzteil und auch keine EarPods mehr bei. Das reduziere den Kohlenstoffausstoß sowie den Abbau und die Verwendung wertvoller Materialien, erklärt Apple. Die kleinere und leichtere Verpackung ermögliche zudem den Transport von 70 Prozent mehr Kartons pro Palette. Zusammengenommen können nach Berechnungen von Apple auf diese Weise jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen CO2-Emmissionen vermieden werden.