Ein verlorener Rechner oder Computer ist ärgerlich genug. Mit guter Vorbereitung sind zumindest die Daten sicher.

Das iPhone verlieren? Auf keinen Fall! Die mit Bildern, Kontaktdaten, Terminen und mehr persönlichen Daten gespickten Geräte sind für die meisten Nutzer inzwischen so wichtig, dass man sich den plötzlichen Verlust nicht vorstellen möchte. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ein Backup ist deshalb das erste woran man bei der Einrichtung des Smartphones denken sollte.

Regelmäßig und automatisch

Zu den in iOS integrierten iCloud-Funktionen zählt auch das iCloud-Backup. Einmal aktiviert, sichert das iPhone alle Inhalte mindestens einmal täglich automatisch. Allerdings erfolgt die automatische Sicherung nur dann, wenn euer iPhone ans Stromkabel angeschlossen, mit einem WLAN-Netz verbunden und der Bildschirm gesperrt ist. Der Upload an Apples Server funktioniert dabei komplett verschlüsselt. Um Analyse oder Datendiebstahl müsst ihr euch also keine Gedanken machen. Ihr aktiviert das iCloud-Backup in den Einstellungen ganz oben unter eurer Apple ID. Wählt hier iCloud, dann weiter unten iCloud-Backup und schiebt den Schalter hinter iCloud-Backup nach rechts. Hier könnt ihr auch jederzeit ein Backup selbst erstellen, zum Beispiel bevor ihr ein Update macht.

Die kostenlose iCloud-Variante enthält lediglich fünf Gigabyte Speicherplatz. Das reicht zwar am Anfang, mit einer wachsenden Bildbibliothek, Apps und E-Mails geht der Speicher aber schnell zu Ende. Für 99 Cent pro Monat könnt ihr den Speicherplatz auf 50 Gigabyte erweitern – für die meisten iPhone-User ist das mehr als ausreichend. Und es ist ein wirklich guter Preis, wenn ihr bedenkt, dass ihr euch so um Datenverlust keine Gedanken mehr machen müsst!

Noch ein Tipp: Aktiviert am besten auch die anderen iCloud-Funktionen wie Kontakte, Kalender und Fotos. Im Verlustfall müsst ihr nicht erst auf das neue iPhone warten, um die Daten wiederherzustellen. Stattdessen meldet ihr euch einfach unter icloud.com an um als Zwischenlösung im Browser gespeicherte Telefonnummern und Termine abzurufen.

Manuell am Rechner

Wer nicht monatlich für iCloud zahlen oder seine Daten grundsätzlich nicht in die Cloud übertragen möchte, kann das iPhone auch über iTunes auf dem Rechner sichern:

  1. Entsperrt euer iPhone und verbindet das Gerät mit dem USB- auf Lightning-Kabel mit eurem Rechner.
  2. Klickt oben links auf das iPhone-Symbol und wählt links im Menü Übersicht.
  3. Markiert rechts im Fenster unter Backups iPhone-Backup verschlüsseln und gebt ein sicheres Passwort ein. Mit der Verschlüsselung ist das Backup auch gesichert, wenn euer Rechner gestohlen wird und es werden außerdem Passwörter und Gesundheitsdaten übertragen.
  4. Klickt auf Backup jetzt erstellen.
  5. Damit auch diese Sicherung künftig automatisch funktioniert aktiviert ihr unter Optionen Mit diesem iPhone über WLAN synchronisieren.
  6. Kontrolliert, dass in den iTunes-Einstellungen im Reiter Geräte der Haken bei Automatische Synchronisierung von iPods, iPhones und iPads verhindern nicht gesetzt ist.

Übrigens: Wer ganz sicher gehen will, kann über iCloud und iTunes gleichzeitig sichern. Wer zweigleisig fährt, hat ein besonders sicheres Backup in iCloud und ein Backup zur schnellen Wiederherstellung auf dem Rechner. Automatisch funktioniert aber nur eins von beiden, daher am besten die automatische Sicherung in die iCloud aktivieren.

Mac sichern

Im Gegensatz zum iPhone gibt es für den Mac noch keine automatische Sicherung in die Cloud. Allerdings überträgt auch euer Rechner über iCloud Kontakte, Termine, Erinnerungen und mehr. Unter macOS 10.13 „High Sierra“ gibt’s außerdem die Möglichkeit, den Schreibtisch und Dokumente-Ordner in iCloud online zu speichern. Das aktiviert ihr in den Einstellungen unter iCloud und iCloud Drive. Setzt hier einen Haken hinter Ordner „Schreibtisch“ & „Dokumente“.

Damit auch alle Daten gegen Diebstahl geschützt und bei Verlust noch vorhanden sind, müsst ihr zwei Dinge aktivieren: FileVault und Time Machine. Bei FileVault handelt es sich um eine Verschlüsselung eurer Festplatte. Ohne Benutzerpasswort kann ein Dieb diese nicht entsperren und eure Daten auslesen. Auf dem iPhone und iPad ist die Verschlüsselung standardmäßig aktiviert, auf dem Mac müsst ihr diese erst manuell einrichten. Das klappt in den Systemeinstellungen unter Sicherheit im Reiter FileVault. Klickt einfach auf FileVault aktivieren … und folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm. Je nach Menge der gespeicherten Daten kann die Verschlüsselung mehrere Stunden dauern. Euer Mac benachrichtigt euch aber, sobald der Prozess abgeschlossen ist. Wichtig ist, dass ihr während der Verschlüsselung das Ladekabel anschließt.

Anschließend aktiviert ihr das Backup. Die einfachste Methode: Schließt eine neue, leere Festplatte an. Euer Mac fragt euch dann automatisch, ob ihr diese als Backup-Volumen verwenden wollt. Habt ihr diesen Dialog in der Vergangenheit schon einmal weggeklickt, müsst ihr die Sicherung manuell einrichten. Öffnet dazu die Systemeinstellungen, klickt auf Time Machine und wählt Backup-Volume auswählen. Im Dialog klickt ihr eure externe Festplatte an und setzt unten den Haken bei Backup-Volume verschlüsseln. Wie bei der Verschlüsselung dauert das erste Backup etwas länger. Nach Fertigstellung und wenn eure Festplatte angeschlossen ist, sichert Time Machine Änderungen stündlich und automatisch. Ihr müsst also nur daran denken, die Festplatte regelmäßig an euren Rechner anzuschließen.

Tipp: Da auch hier doppelt besser hält, legt euch am besten zwei Backups an und bewahrt eine Festplatte an einem anderen Ort als euren Rechner auf, beispielsweise im Büro.

Eine Time-Machine-Sicherung lohnt sich nicht nur als Backup für den Notfall, sondern erlaubt es euch auch, versehentlich gelöschte oder überschriebene Dokumente mit wenigen Klicks wiederherzustellen. Weitere Informationen zu Time Machine findet ihr in diesem Support-Dokument.