Beim aktuellen Event drehte sich alles um neue Dienste mit denen Apple auch Netflix Konkurrenz macht.

„Heute geht es um Dienste.“ Mit diesen Worten dämpfte Apple-Chef Tim Cook bereits zu Beginn des Apple-Events am 25. März 2019 die Erwartungen derjenigen, die auf die Vorstellung neuer Hardware gehofft hatten. Allerdings hatte das Unternehmen bereits in der vergangenen Woche neue iPads, neue iMacs und die AirPods 2 mit drahtlosem Ladecase und „Hey Siri“ vorgestellt (Details siehe unten). Beim Event am Montag entzündete Apple in seinem Steve-Jobs-Theater dagegen ein wahres Feuerwerk der Dienste. 

Apple News enthält künftig Premium-Artikel, Zeitungen und Magazine

Mit fünf Milliarden gelesenen Artikeln ist der bisher nur in den USA verfügbare Nachrichten-Aggregator Apple News die meist verwendete Nachrichten-App im Land. Apples Rezept dabei lautet: Statt automatisiert auf Klicks zu optimieren, wählen Apples News-Kuratoren einzelne Artikel zur Darstellung in Apple News aus. Je nach Präferenzen und Leseverhalten des jeweiligen Lesers empfiehlt die News-App dann zusätzlich noch automatisch weitere Artikel. Das Besondere daran: Die Analyse und Auswahl erfolgen direkt auf dem iPhone, iPad oder Mac. Apple selbst analysiert keine Daten und leitet auch keine Daten an Dritte weiter. Das macht Apple News einzigartig.

Apple baut sein Angebot auf diesem Gebiet weiter aus. Künftig findet man im neuen Apple News Plus für 9,99 US-Dollar im Monat zusätzlich Inhalte aus mehr als300 Magazinen und erhält Zugang zu Premium-Artikeln sowie zu Zeitungen. Zu den Launch-Partnern zählen Tech Crunch, die Los Angeles Times und das Wall Street Journal. Zum Start steht Apple News Plus nur in den USA und Kanada zur Verfügung. Im Herbst dieses Jahres soll der Dienst auch in Australien und Großbritannien starten.

Apple Pay bekommt eigene Kreditkarte

Neben Apple News wird auch Apple Pay erweitert: Apple erwartet zehn Milliarden Transaktionen bei Apple Pay im laufenden Jahr und will bis Ende des Jahres in mehr als 40 Ländern vertreten sein. Im Sommer will Apple an diesen Erfolg anknüpfen und bringt in Kooperation mit Goldman Sachs und Mastercard eine eigene Kreditkarte heraus. Kunden in den USA können sich direkt über das iPhone für die neue Apple Card registrieren und die Karte am iPhone auch verwalten. Von anderen US-Kreditkarten-Unternehmen will sich Apple gleich mehrfach absetzen: Mit Apple Maps und künstlicher Intelligenz erscheint jede Ausgabe sofort und ortsgenau mit dem Namen des Geschäfts, wo die Apple Card verwendet wurde. So hat man seine Ausgaben jederzeit im Blick.

Eine monatliche und jährliche Zusammenfassung sowie Empfehlungen über den zu zahlenden Betrag helfen dabei, den eigenen finanziellen Rahmen nicht zu sprengen. Außerdem erhalten Kunden täglich zwei Prozent des mit Apple Pay gezahlten Betrags zurück – eine Art Sofort-Rabatt oder Skonto. Das Publikum im Steve-Jobs-Theater reagierte darauf mit Applaus. Auch dass Apple auf Gebühren komplett verzichten will, wurde vom Publikum entsprechend honoriert. Krönender Abschluss der Vorstellung der Apple Card war die Ankündigung, dass man nicht nur im iPhone die Karte archivieren kann – auch eine echte, aus Titan gefertigte Kreditkarte mit Lasergravur wird es geben. Diese wird ohne Namensangabe und Gültigkeitsdatum auskommen, kündigte Tim Cook an. Zur Verfügbarkeit in Deutschland machte Apple keine Angaben. 

Spiele-Abo für den App Store

Die „größte Spieleplattform der Welt“, der App Store, soll im Herbst mit Apple Arcarde um ein Spiele-Abo erweitert werden. Zum Start des Dienstes verspricht Apple mehr als 100 neue und exklusive Spiele für iPhone, iPad, Mac und Apple TV. Wie andere Apps auch, lassen sich Arcade-Spiele sogar offline spielen. Je nach Spiel soll ein Wechsel von einem auf ein anderes Gerät möglich sein. Beispielsweise lassen sich Apple Arcade Games unterwegs in der Bahn auf dem iPhone spielen, zu Hause dann auf dem Apple TV weiterspielen und abends auf dem iPad beenden. Was Apple Arcade zum Start im Herbst 2019 kosten wird, verriet Apple allerdings nicht. 

Neustart der TV-App und eigene Produktionen in Apple TV+

Die wohl umfangreichste Dienste-Überarbeitung betrifft Apple TV. Über die TV-App auf dem Apple TV, iPhone und iPad bietet Apple zukünftig eine zentrale Anlaufstelle für iTunes Filme, Serien sowie Inhalte aus anderen Apps wie Amazon Prime oder Netflix. Schon im Mai soll die App in überarbeiteter Form auf Apple TV, iOS-Geräten und – jetzt neu – auch auf den Mac kommen. Zu den Neuerungen gehört ein überarbeiteter Startbildschirm mit Lieblingsserien sowie Filmen oder Serien, die man angefangen, jedoch noch nicht zu Ende geschaut hat. Außerdem bietet die TV-App künftig einen einfacheren Zugang zu anderen Streaming-Diensten. Diese können dann einfach direkt in der TV-App abonniert und die entsprechenden Inhalte abgerufen werden. Praktisch: Wie AirPlay 2 kommt die neue TV-App auch auf neue smarte Fernseher von Samsung, LG, Sony und Vizio.

Im Herbst steigt Apple dann selbst ins Streaming-Business ein. Mit Apple TV Plus bietet der Konzern exklusive eigene Serien, Nachrichten-Formate, Filme und mehr – getreu dem Motto: „Wo die weltbesten Geschichtenerzähler ihre Kreativität zum Leben erwecken”. Apple widmete diesem Teil der Präsentation besonders viel Zeit und machte zahlreichen Prominenten den Platz auf der Bühne des Steve-Jobs-Theaters frei. So trat Spielfilm-Produzent J.J. Abrams ebenso auf wie der aus der Sesamstraße bekannten Figur Bibo mit seiner Freundin Helpster. Helpster wird eine eigene Vorschulserie anführen, in der Kinder das Programmieren „wie eine ganz normale Sprache lernen“. Vor allem der Auftritt von Oprah Winfrey war ein mit tosendem Beifall begleitetes Highlight. „Ich bin stolz und geehrt, Teil dieser Plattform zu sein”, verkündete die TV-Diva. Was Apple TV Plus kosten wird, verriet Apple nicht.

Und das gab es auch noch neu von Apple:

Neu: iPad Air und iPad mini

Vergangene Woche stellte Apple viele neue Hardware-Produkte vor, um sich am 25. März auf der Keynote ganz auf seine Dienste konzentrieren zu können. Der Produktlaunch startete mit einem 10,5″ iPad Air und einem 7,9″ iPad mini. Beide arbeiten mit dem aktuellen A12 Bionic Chip und der darin enthaltenen neuronalen Engine. Damit bekommen beide Modelle eine enorme gesteigerte Leistung und Grafikperformance. Das fortschrittliche Retina Display mit True Tone Technologie ist beim iPad Air beinahe 20 Prozent größer, hat eine enorme Pixeldichte und bietet damit ein visuelles Erlebnis in jeder Umgebung, wie man es bisher nicht kannte. Mit der Unterstützung des Apple Pencil sind beide Modelle perfekt dafür geeignet, Gedanken unterwegs festzuhalten. Die neuen iPad mini und iPad Air sind in Silber, Space Grau und Gold mit 64 GB oder 256 GB erhältlich. Das neue iPad mini kostet ab 449 Euro, das 10,5″ iPad Air startet bei einem Preis von 549 Euro.

Neuer iMac mit mehr Leistung

Auch die Macs erweiterte Apple vergangene Woche um zwei neue Modelle: Der neue iMac ist jetzt mit 6-Core Prozessoren der achten Generation und sogar 8-Core Intel Prozessoren der neunten Generation und in den Größen 21,5″ (ab 1.499 Euro) sowie 27″ (ab 2.099 Euro) verfügbar. Die kleinere Version nutzt eine Radeon Pro Vega Grafiklösung, während im größeren Modell eine Radeon Pro Vega schnellere Grafikleistung liefert. Dieses Plus an Rechen- und vor allem Grafikleistung macht den iMac zum perfekten Entwicklungs- und Gestaltungswerkzeug. Die 4K- und 5K-Displays der beiden iMac-Modelle komplettieren das Erlebnis und eignen sich perfekt für Video, Gaming oder 3D-Entwicklungen.

Neue Generation AirPods

Eigentlich sind es nur drahtlose Kopfhörer – tatsächlich sind es kleine Computer: Die neuen AirPods werden mit dem neuen, speziell entwickelten H1 Chip angetrieben. Als Resultat profitieren ihre Besitzer von mehr Sprechdauer und schnelleren Verbindungszeiten. Vor allem aber verfügen die neuen AirPods über eine bessere Audioarchitektur und bieten damit ein deutlich besseres Audioerlebnis. Mit „Hey Siri“ kann nun auch Siri direkt aktiviert werden. Und wer möchte, erhält zu den AirPods gleich ein neues, kabelloses Ladecase dazu. AirPods mit dem Standard-Ladecase kosten 179 Euro, die Ausführung zum kabellosen Aufladen ist für 229 Euro erhältlich.