Langsam kündigt sich der Frühling an. Ein guter Zeitpunkt, in der Garage, dem Keller und auf dem Dachboden klar Schiff zu machen. Auch in der digitalen Abstellkammer, dem Mac, lohnt es sich, einmal aufzuräumen und zu optimieren.

Nicht nur in zahlreichen Kisten und Schubladen sammelt sich über die Jahre so einiges an. Auch auf unseren Rechnern werden ständig Dateien aufgeräumt und wegsortiert. Das geschieht aktiv von Benutzerseite, aber auch durch das System. Daneben sammelt sich über die Jahre auch echter Dreck an. Genau dieser sollte beim Frühjahrsputz zuerst in Angriff genommen werden.

 

Gehäuse, Display, Tastatur und Lüfter reinigen

Der Lüfter in eurem Rechner zieht Staub magisch an. Denn die ständig aus dem Innern abgeleitete Luft wird von außen angesaugt. Dadurch gelangen auch Staub- und Schmutzpartikel in euren Computer. Durch Ablagerungen wird die Lüftung ineffizienter, der Mac wärmer und im Zweifelsfall sogar langsamer, weil der Prozessor gedrosselt wird, um Überhitzung zu vermeiden.

Lüfter_©_Miia Sample_flickr

Um den Dreck im Inneren zu entfernen, könnt ihr zunächst mit eurem Staubsauger einmal an den Lüftungsschlitzen entlangfahren. So richtig sauber bekommt ihr den Mac aber nur, indem ihr diesen aufschraubt und direkt am Lüfter vorsichtig absaugt. Bei vielen Laptops genügt es, die Schrauben unter dem Gerät zu lösen, um den Deckel abzunehmen und Sicht auf den Lüfter zu erhalten. Bei einem Mac mini dreht ihr einfach den Deckel auf der Unterseite auf. iMacs hingegen sind heikel zu öffnen. Seid ihr nicht gerade Bastelprofis, solltet ihr davon lieber Abstand nehmen. Eine Anleitung, wie sich einzelne Macs öffnen lassen, findet ihr unter ifixit.com. Gerne könnt ihr die Reinigung auch unseren Profis vom Gravis Technikservice überlassen.

Mac öffnen_©_Andrew Bookholt_ifixit

Die äußerliche Reinigung ist deutlich einfacher. Das Gehäuse bekommt ihr mit einem weichen Tuch und eventuell etwas vorher in Wasser aufgelöstem Spülmittel oder Glasreiniger sauber. Vor allem für die Tastatur ist Seife wichtig, damit ihr diese wieder richtig fettfrei bekommt. Bei richtig harten Verschmutzungen legt ihr einfach ein oder mehrere Küchentücher auf die Tastatur und besprüht diese anschließend mit Glasreiniger oder einem anderen sanften, fettlösenden Mittel. Lasst dies ein paar Minuten einwirken und schon klappt es mit der Reinigung deutlich besser. Denkt auch an eure Ladekabel und Adapter. Vorsicht: Verwendet beim MacBook-Displays auf keinen Fall einen Reiniger, sondern ausschließlich ein Mikrofasertuch mit Wasser! Auf Retina-Displays befindet sich eine hauchdünne Antireflexions-Schicht, die ihr mit einem Reiniger abwischen würdet. Das ist nicht nur unpraktisch bei der Verwendung unter starkem Umgebungslicht, es sieht auch sehr unschön aus. Damit der Bildschirm nach der Putzaktion noch sauber bleibt, lohnt sich ein Tuch, das ihr vor dem Zuklappen auf die Tastatur legt.

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 System aufräumen

Im zweiten Schritt geht es ans Säubern des Inneren auf Systemebene. Hier gilt es, zunächst allen unnötigen Ballast über Bord zu werfen. Fangt am besten damit an, nicht mehr benötigte Programme zu löschen. Verwendet dazu die kostenlose Anwendung AppCleaner. Die löscht nämlich auch Konfigurations- und Einstellungsdaten. Mac-App-Store-Apps löscht ihr einfach über das Launchpad. Haltet die [alt]-Taste gedrückt und klickt auf das „X“. Danach macht ihr am besten im Downloads-Ordner sowie in eurem Benutzer-Ordner weiter. Denkt aber daran, vorher ein Time-Machine-Backup zu erstellen, damit ihr versehentlich gelöschte Daten später wiederherstellen könnt!

AppCleaner

Seid ihr damit fertig, ist der dritte Schritt das Aufspüren von Platzfressern auf Systemebene. Ladet euch die ebenfalls kostenlose Anwendung GrandPerspective auf euren Rechner und klickt im Auswahl-Dialog auf eure Festplatte. In der Standardeinstellung nennt sich diese „Macintosh HD“. Ihr seht die Festplatte nicht im Finder? Wechselt einfach in die Finder-Einstellungen, klickt im Reiter auf Seitenleiste und aktiviert unter Geräte Festplatten. Jetzt startet ihr den Scan.

GrandPerspective

GrandPerspective zeigt euch alle Dateien auf eurer Festplatte als Mosaik an. Je größer eine Fläche, desto größer die Datei. So findet ihr zum Beispiel nicht mehr benötigte iOS-Updates, System-Updates oder Dateien an Orten, wo ihr vorhin nicht nachgesehen habt. Mit einem Rechtsklick auf die Fläche und Reveal in Finder wird euch die Datei direkt angezeigt, die ihr anschließend löschen könnt. Seid vorsichtig mit Dateien in Ordnern auf System-Ebene wie /library oder /system. Löscht keine Dateien, die ihr nicht erkennt. Im Zweifel sind das Systemdateien, die für bestimmte Funktionen benötigt werden.

Der letzte Akt ist die Systembereinigung durch macOS. Seit Version 10.12 „Sierra“ enthält das Apple-Betriebssystem eine automatische Möglichkeit zum Aufräumen. Klickt auf den Apfel oben links und wählt Über diesen Mac. Wählt im Reiter Festplatten rechts Verwalten…. Hier aktiviert ihr zuerst Speicher optimieren durch einen Klick auf Optimieren… Anschließend klickt ihr euch links in der Seitenleiste durch die dargestellten Kategorien, um auch hier Platzfresser zu finden und zu löschen.

Sierra Aufräumen

Widmet euch abschließend den Updates. Besonders wichtig ist eine aktuelle Version bei allen Browsern wie Firefox und Chrome sowie häufig verwendeten Programmen wie Microsoft Office oder Adobe-Apps. Da diese bei vielen Mac-Usern zum Einsatz kommen, sind diese automatisch ein interessantes Ziel für Hacker. Bei einem aktuellen Programm ist die Chance auf Sicherheitslücken gering. Die Update-Funktion findet sich meistens im Menü Hilfe oder wenn ihr in der Menüleiste rechts neben den Apfel auf den Namen der Anwendung klickt. macOS-Updates findet ihr im App Store.

Wenn ihr sowieso aktualisiert, wieso nicht gleich auch die aktuelle macOS-Version installieren? macOS 10.12 „Sierra“ hat inzwischen drei große Updates bekommen, das vierte folgt im Frühling. Kinderkrankheiten gehören damit der Vergangenheit an. Verwendet ihr derzeit OS X 10.11 „El Capitan“, könnt ihr ohne Furcht vor Geschwindigkeitseinbußen aktualisieren. Anders ist das bei älteren Systemen. Damit Sierra flüssig läuft, solltet ihr mindestens 8 GB Arbeitsspeicher sowie Flash-Speicher verwenden. Den Speicher lest ihr über das Apfel-Menü und Über diesen Mac aus, euren Festplatten-Typ erkennt ihr unter Festplatten. Bei wenig Speicher oder einer normal rotierenden Festplatte solltet ihr über ein Upgrade nachdenken. Arbeitsspeicher und SSDs bekommt ihr für ein Upgrade im Eigenbau bei uns. Wenn ihr euch nicht mit Hardware-Upgrades auskennt, helfen euch unsere Techniker natürlich nicht nur beim Säubern, sondern auch beim Upgrade eurer Hardware.

SSD und RAM