Mehr zu iPhone XS und Apple Watch Series 4: 6 geheime Fakten des Apple Events September 2018

Apples Events sind reich an Informationen. Und doch werden viele spannende Details erst nach den ersten Praxistests bekannt. Hier sind sechs Fakten, die jeder über das iPhone XS, iPhone XS Max und die Apple Watch Series 4 wissen sollte.

Beinahe zwei Stunden dauerte das Apple Event am 12. September. CEO Tim Cook, Marketingchef Phil Schiller und ihre Kollegen stellten viele Neuerungen vor, die in den neuen iPhones und der Apple Watch Series 4 verborgen sind. Wer die Keynote verpasst hat, kann sie hier im 15 Minuten Schnelldurchlauf nochmal Revue passieren lassen. Doch wie immer haben die Vortragenden einige spannende Details überhaupt nicht oder nur am Rande erwähnt. Dabei sind es gerade diese geheimen Fakten, die das iPhone XS, das iPhone XS Max und die Apple Watch Series 4 für manch einen erst richtig interessant machen.

1. Neuer Chip: der intelligente A12 Bionic

Immer wieder erwähnte Phil Schiller, wie schnell und intelligent der im iPhone XS verbaute, neue A12 Bionic Chip ist. Kaian Drance, Apples Senior Direktorin für das iPhone-Marketing, sprach sogar davon, dass „Apps dank des A12 Bionic bis zu 30 Prozent schneller“ werden. Doch was steckt hinter diesen Angaben? Der A12 Bionic Chip soll laut Apple der erste 7-Nanometer-Chip der Branche sein und enthält 6,9 Milliarden Transistoren. Er ist tatsächlich der erste Chip dieser Art, der für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Hergestellt wird das Hochleistungs-Silizium von der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). Im Inneren des A12 Bionic befindet sich eine Sechs-Kern-CPU, die aus zwei Leistungskernen und vier Effizienzkernen besteht. Die Effizienzkerne verbrauchen 50 Prozent weniger Strom als der bisherige A11 Bionic Chip, den Apple im iPhone 8 und iPhone X verwendet. Anstatt der Zweikern-Neuronalen-Maschine des A11, besteht der A12 aus einer Acht-Kern-Version, die fünf Billionen Operationen pro Sekunde bewältigt. Über diese außerordentliche Rechenleistung hinaus bietet der A12 laut Apple eine „Neural Engine für maschinelles Lernen in Echtzeit für Fotos, AR und mehr“. Das neuronale Netz arbeitet dabei ähnlich dem menschlichen Gehirn, vernetzt sich immer wieder neu und lernt selbstständig. Diese künstliche Intelligenz findet jetzt direkt auf dem iPhone statt und nicht – wie bisher üblich – in der Cloud.

2. Weniger Zubehör: keine Adapter für Kopfhörer mehr

Seit dem iPhone 7 verzichtet Apple auf einen Klinkenstecker-Anschluss für die Kopfhörer. Stattdessen sind im Lieferumfang des Smartphones EarPods mit Lightning-Anschluss enthalten. Außerdem war bisher jedem Gerät ein Adapter beigelegt, der Klinkenstecker auf Lightning überführte. Dieses Zubehör legt Apple dem iPhone XS und seinen Geschwister-Smartphones nicht mehr bei, da Apple nun nur noch Smartphones im Programm hat, deren Kopfhörer per Lightning angeschlossen werden. Daher sind zukünftig  im Lieferumfang neben dem iPhone selbst nur noch EarPods mit Lightning-Connector, ein Lightning-auf-USB-Kabel, ein Netzteil mit 5 Watt und die Dokumentation enthalten.

Wer nicht auf einen Lightning-Adapter verzichten möchte, kann diesen hier separat kaufen.

3. Laden ohne Kabel: bald noch schneller?

Bereits das iPhone 8 lässt sich kabellos laden. Bislang ist das allerdings nur mit maximal 7,5 Watt möglich. Gerüchte besagten im Vorfeld des iPhone-Events, dass sich die neuen Geräte mit bis zu 10 Watt laden lassen. Mit einigen Android-Geräten ist das schon länger möglich. Nun schreibt Apple (allerdings nur in seiner englischen Pressemeldung zum iPhone XS): „The front and back glass design features the most durable glass ever in a smartphone with improved scratch resistance, while the glass back enables faster wireless charging.“ In der deutschen Übersetzung ist von „faster“, also schneller, nichts mehr zu lesen: „Das gläserne Design der Vorder- und Rückseite zeichnet sich durch das stabilste Glas aus, das es je in einem Smartphone gab. Das neue Glas besitzt eine verbesserte Kratzfestigkeit und die gläserne Rückseite ermöglicht kabelloses Laden.“ Liest man sich jedoch das Kleingedruckte der Pressemeldung genauer durch, werden viele Funktionen wie „Echtzeit-Vorschau in Tiefen-Kontrolle“ und „Unterstützung für Dual SIM“ über ein kostenloses Software-Update im Herbst dieses Jahres angekündigt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass mit dem Update auch die Ladeleistung verbessert wird. Immerhin beherrschen schon viele kabellose Ladegeräte einen Schnell-Lademodus von bis zu 15 Watt. Und vielleicht bringt Apple dann ja doch die für 2018 angekündigte AirPower Basis noch auf den Markt.

4. Zertifiziert: iPhone ist wasserfest

Nur kurz erwähnte Phil Schiller, dass sowohl iPhone XS als auch iPhone XS Max nach iP68 zertifiziert und damit wassergeschützt sind: Bis zu zwei Meter Tiefe für 30 Minuten sollten also kein Problem mehr für das Gerät darstellen. Doch was bedeutet das genau? Apple selbst hat die Geräte unterschiedlichen Flüssigkeiten ausgesetzt. Sie haben alle Tests bestanden. Egal, ob das iPhone in Wasser, Orangensaft oder Bier getränkt war – es blieb dicht. „Es war ein großer Spaß“, kommentierte Phil Schiller die Versuche.

5. Noch größer: Display wächst, das Gehäuse nicht

Laut Statista wollen 42 Prozent der aktuellen iPhone-Nutzer in den USA auf ein neues Modell von Apple wechseln. Doch für welches soll man sich entscheiden? Das ausschlaggebende Argument ist sicherlich – neben dem Preis – die Größe. Das iPhone XS Max ist das größte Modell. Seine Bildschirmdiagonale ist mit 6,5 Zoll (OLED) größer als die des iPhone 8 Plus. Das Verblüffende daran: Das Gehäuse selbst ist dabei nicht größer (157,5mm x 77,4 mm). Das iPhone XS hingegen hat nur eine Bildschirmdiagonale von 5,8 Zoll mit seinem OLED-Display und ist damit nur wenig größer als das iPhone 8 (143,6 mm x 70,9 mm). Noch kleiner ist das iPhone XR mit 6,1 Zoll (150,9 mm x 75,7 mm). Im Gehäuse ist jedoch ein LC-Display verbaut, das dank „Retina Display“ immer noch eine tolle Darstellungsleistung bietet.

6. Neue Zielgruppe: die Senioren

„Das iPhone XR bringt die Zukunft des Smartphones zu noch mehr Menschen“, zeigte sich Tim Cook zum Abschluss der Veranstaltung überzeugt. Aber haben nicht schon die meisten Menschen ein Smartphone? In der Altersgruppe der Senioren ist das nicht der Fall – und genau diese will sich Apple anscheinend weiter erschließen. Zunächst geschah dies mit dem iPad, das älteren Menschen den Umgang mit dem  Computer erleichtern und den Weg ins Internet ebnen soll. Nun soll auch die Apple Watch zum Wegbereiter werden. Sie erkennt, wenn ihr Träger stürzt, hat ein integriertes Notrufsystem und – vorerst nur in den USA – dokumentiert Herzrhythmusstörungen. Nicht nur mit der EKG-Funktion bietet die Series 4 viele Features, die sich vor allem ältere Menschen und deren Angehörige wünschen. Dank der einfachen Bedienung, umfangreichen Anwendungen im Gesundheitsbereich und – last but not least – mit der nahtlosen Verbindung zum iPhone baut sich das Unternehmen aus Cupertino damit eine neue Kundengruppe auf.