Hinsetzen, Rechner einschalten, lostippen. Denkste! Um ein Buch zu schreiben, braucht es neben einer smarten Textverarbeitung vor allem Struktur. Apps helfen dabei, Ideen zu sammeln und Handlungsstränge zu organisieren. Hier sind die besten Werkzeuge für dein Buchprojekt.  

Auch eine J. K. Rowling, die mit Harry Potter einen Weltbestseller landete, hat nicht einfach drauflosgeschrieben. Sie machte Skizzen, erstellte Listen der Mitschüler von Harry und organisierte die Handlungsstränge. Ein Buch zu schreiben ist mehr als ein kreativer Erguss. Es ist vor allem Disziplin und Organisation. Was Rowling Anfang der 1990er Jahre noch mit Stift und Papier machen musste, erledigen heute Apps.

 

Spontane Ideen sammelt ihr beispielsweise mit der Notizen-App auf dem Mac, iPhone und iPad. Hier könnt ihr auch Zeichnungen, Checklisten oder Bilder eines Schauplatzes als Foto einfügen. Über die iCloud stehen die Notizen auch gleich auf deinen anderen Geräten bereit. Eine gute Alternative zur Notizen-App ist Evernote, das auch auf Windows- und Android-Geräten funktioniert. Besonders praktisch: Evernote enthält neben Texten und Bildern auch eine Option für Sprachnotizen.

 

 

Mit einer Mindmap – eine Art Landkarte eurer Gedanken – gebt ihr euren Notizen ein Gerüst. Sie hilft euch, beispielsweise Zeitachsen, Verhältnisse der Figuren untereinander oder die Struktur der Kapitel zu visualisieren. Eine Vorlage für eine Mindmap gibt es nicht – ihr baut eure Struktur so, wie ihr sie braucht. Für Mac, iPad und iPhone empfiehlt sich Mindnode. Die App unterstützt euch mit einem automatisierten Layout, damit ihr nicht die Übersicht verliert. Außerdem hängt ihr durch Ziehen und Ablegen Bilder, Videos, Links und mehr an. Zwei weitere praktische Features für Autoren sind Aufgaben-Listen sowie eine Entwurfs-Darstellung aller Notizen.

 

 

Habt ihr eine Idee strukturiert, beginnt das Schreiben. Sucht dafür eine ablenkungsfreie Umgebung. Gemeint ist damit nicht nur ein ruhiger Raum, sondern auch eine ruhige digitale Schreibumgebung ohne unnötige Formatierungsoptionen und Einstellungen. Apples Pages für iPhone, iPad und Macmacht mir mit wenigen Klicks „ruhig“: Öffnet das Menü Darstellungund blendet das Infofenster und die Symbolleisteaus. Optional wechselt ihr oben links über das grüne Plus-Symbol noch in den Vollbildmodus.

 

 

Eine gute Alternative zu Pages ist Ulysses. Die „ultimative Schreib-App“ für iPhone, iPad und Mac stellt anders als Word oder Pages den Text in den Mittelpunkt und nicht das Layout. Hervorhebungen erstellt ihr stattdessen mit Sonderzeichen vor und nach dem Wort, beispielsweise so: **Beispiel**. Da ihr nur mit der Tastatur arbeitet, bleibt ihr im Schreibfluss. Themes könnt ihr die Umgebung anpassen: Ein dunkler Hintergrund mit weißem Text erleichtert die Arbeit am Abend. Eure Texte, für die ihr Schreibziele setzt um so kleine Zwischenerfolge zu erzielen, speichert Ulysses in einer eigenen Bibliothek. Eure fertigen Manuskripte exportiert ihr nach Fertigstellung als einfachen Text, HTML, E-Book, PDF oder Word-Datei.

 

 

Scrivenerfügt sich zwischen Notizen, Mindmaps und Manuskript ein. Die für macOS, Windows und iOS erhältliche Anwendung ist sowohl Notizblock als auch Schreibprogramm. Eine automatisch generierte Skizze hilft dabei, Zusammenhänge zu erkennen und den Überblick zu bewahren. Wenn Text nicht ausreicht, fügt ihr PDF-Dokumente oder Bilder in euer Werk ein. Wie Ulysses verfügt auch Scrivener über mehrere Export-Optionen. Eine gute Alternative zu Ulysses, die auch unter Android funktioniert, ist iA Writer.

 

 

Wenn das Manuskript fertig ist, habt ihr die Wahl: Einreichen bei einem Verlag oder das Werk als E-Book selbst publishen. Die passenden Tools findet ihr in Apples kostenlosem iBooks Author. Vorlagen helfen euch, schnell den passenden Stil zu finden. Illustrationen, Bildergalerien oder sogar interaktive Grafiken fügt ihr per Mausklick ein.

 

 

Ihr habe eine gute Stimme? Dann lest eure Geschichte selbst vor und nehmt diese zu einem Hörbuch auf. Dabei ist es besonders wichtig, einzelne Kapitel als eigene Audiodateien zu speichern und nicht das gesamte Werk zu lesen. So korrigiert ihr Sprechfehler schneller und erleichtert später die Suche. Die einzelnen Audiodateien kombiniert ihr mit Audiobook Builderzu einem iTunes-gerechten Audiobuch mit Cover. Die App teilt übrigens auch eine Komplettaufnahme, solltet ihr bereits eine komplette Aufnahme haben, automatisch in Kapitel auf.