Es gibt kaum ein Thema, bei dem uns Smartphone und Tablet nicht unterstützen können. Besonders gut eignen sich unsere mobilen Begleiter aber zum Lernen. Mit den richtigen Apps wird sogar die Schlange vor der Supermarktkasse oder der Bus zum persönlichen Klassenzimmer. „Microlearning“ nennt sich dieser neue Trend.

Mit dem iPhone wurde es möglich: Nicht mehr von den bewährten Karteikarten sondern vom Smartphone werden die Vokabeln abgelesen, um sie auswendig zu lernen. Das kann überall passieren. „Lernen in kleinen Einheiten“ nennt sich diese Art des Lernens, das Mikrolernen. Musste man nämlich früher noch am PC sitzen, um e-Learning-Einheiten zu absolvieren, helfen einem jetzt Apples mobile Geräte dabei, in kürzester Zeit viel zu lernen.

iTunes U als Lehrer
Apples Devise „Es gibt für alles eine App“ gilt nicht nur für Spiele, Fitness-Apps, Fotobearbeitungsprogramme und Büro-Anwendungen, sondern erstreckt sich auch auf immer mehr kleine Helferlein zum Stillen der Wissbegierige. Dabei geht Apple mit der kostenlosen iPhone- und iPad-App iTunes U mit gutem Beispiel voran. Die Anwendung bietet Zugriff auf komplette, aktuelle Kurse von führenden Universitäten und anderen Instituten, die von Dozenten unterrichtet werden. 750.000 weitere Vorlesungen, Videos, Bücher, Präsentationen und mehr stehen kostenfrei zum Abruf bereit.

iTunesU

Kostenlose Sprachen lernen mit Duolingo
Wenn ihr euch lieber einer Sprache widmen wollt, ist Duolingo ein Must-Have. Deutsch-sprachigen Schülern stehen zwar nur Kurse für Englisch und Französisch zur Verfügung, dafür sind die Kurse, die ihr auf der Webseite oder mithilfe der kostenlosen Anwendung für iOS und Android meistern könnt, komplett kostenfrei. Möglich macht dies das zugrundeliegende Geschäftsmodell. Denn fortgeschrittene Anwender helfen Duolingo bei der Übersetzung von ganzen Dokumenten – ein Dienst, der wiederum von Unternehmen wie CNN oder BuzzFeed eingekauft wird.

Duolingo

Für Anwender ist die Funktionsweise relativ einfach. Ihr startet entweder mit einem Test, der feststellt, wie gut euer Englisch oder Französisch ist, oder ihr fangt erst einmal mit der Einstiegsübung an. Anschließend folgen einfache Übungen, für die ihr XP-Punkte sammeln könnt; drei Übungen machen eine Lektion aus. Fehler bestraft Duolingo mit dem Verlust eines von vier Lebens-Herzchen, was im äußersten Fall zu einer kompletten Wiederholung der Lektion führt. Damit ihr aber dennoch weiterkommt, analysiert Duolingo, mit welchen Fragen ihr Probleme habt und versucht ein Muster zu erkennen, um weitere Übungen auf euer Handicap anzupassen.

Wenn ihr euch auch die Frage stellt, wie man bitte auf diese Art und Weise eine Sprache lernen soll, könnt ihr euch direkt von der App oder aber von einer Studie der New Yorker City University überzeugen lassen. Roumen Vesselinov und John Grego stellten sich ebenfalls die Frage, wie effektiv der Duolingo-Ansatz eigentlich ist. Das Resultat: Ein englischer Muttersprachler ohne Spanisch-Kenntnisse benötigt lediglich zwischen 26 und 49 Stunden, um den kompletten Inhalt eines Hochschulsemester Spanisch zu erlernen.

Wenn euer Englisch gut genug ist, könnt ihr mit einem simplen Trick auch Niederländisch, Irisch, brasilianisches Portugiesisch oder lateinamerikanisches Spanisch lernen. Dazu müsst ihr im Browser statt de.duolingo.com die Adresse en.duolingo.com eingeben oder oben rechts die Sprache der Website auf Englisch ändern. Sobald der Kurs im Browser gestartet wurde, könnt ihr diesen auf eurem Smartphone oder Tablet fortsetzen.

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Die Profi-Variante: Rosetta Stone
Für den Einstieg in eine neue Fremdsprache ist Duolingo optimal. Doch um die Sprache zu vertiefen – vor allem im professionellen Bereich – solltet ihr einen Blick auf Rosetta Stone werfen. Ein weiterer Vorteil gegenüber Duolingo ist die deutlich größere Auswahl an Sprachen. Neben Sprachen wie Chinesisch, Arabisch, Türkisch oder Russisch erlernen stehen 20 weitere Sprachen zum Erlernen bereit.

Rosetta Stone

Anders als die oft in Schulen verwendete klassische Methode mit Vokabel-Listen und komplizierten Grammatik-Lehrbüchern arbeitet Rosetta Stone mit der sogenannten Dynamic-Immersion-Methode. Diese basiert auf dem Grundsatz, eine Sprache auf natürliche Art und Weise zu lernen. Übersetzungen und Vokabellisten sind deshalb ausdrücklich nicht Teil der Methode, dafür aber viele bebilderte Beispiele, aus denen sich eine Logik erschließt. Die Kurse starten anfangs mit vielen Bildern und Tönen um anschließend mit Wörtern, einfachen Sätzen und zum Schluss Unterhaltungen abzuschließen.

Die Kurse bietet das Unternehmen in zwei verschiedenen Versionen an, die aber in beiden Fällen das Lernen unterwegs ermöglichen. So könnt ihr für 275 Euro für ein Jahr einen Online-Zugang buchen oder aber eine Sprache für 269 Euro auf CD oder als Download erwerben. Der Kurs und die Spracherkennung sind in beiden Fällen gleich, die Online-Variante enthält aber zusätzlich vier mal 25 Minuten Live-Konversationen mit Muttersprachlern, Lernspiele sowie die mobilen Anwendungen Rosetta Course zum Üben, den TOTALe Companion zum Ergänzen sowie TOTALe Studio für Live-Sessions. Zu beiden Produkten erhaltet ihr außerdem MP3-Dateien, die ihr auf euer Smartphone oder Musikplayer übertragen könnt, um auch unterwegs das Gelernte zu festigen.

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Babbel als günstiger Alternative
Das Beste aus beiden Welten – eine große Sprachenauswahl wie bei Rosetta Stone, dafür jedoch deutlich günstiger – bietet Babbel. Hier könnt ihr nicht nur zwischen sechs und 12 Monaten wählen, sondern euch für einen Monat, drei Monate, sechs Monate oder 12 Monate entscheiden. Die nominal günstigste Variante ist das Ein-Monats-Abo für 9,95 Euro im Monat, bei einem Jahres-Abo zahlt ihr einmalig 59,40 Euro oder umgerechnet 4,95 Euro im Monat. Die erste Lektion ist aber grundsätzlich kostenfrei und mit einem aktiven Abo könnt ihr jederzeit zwischen verschiedenen Sprachen hin und her springen.

Babbel

Der Ansatz den Babbel so besonders macht, ist die Fokussierung auf ein bestimmtes Thema, beispielsweise Reisen, Hobbys, Business-Sprache oder Smalltalk. Wie auch im Falle von Duolingo haben die Babbel-Experten an unseren gut gefüllten Terminkalender gedacht und einzelne Lektionen Kalenderlücken-gerecht aufbereitet.

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Klassisch lernen mit digitalen Hilfsmitteln
Klar, das Lernen mit dem Smartphone ist nicht für jeden die erste Wahl. Zudem könnt ihr zwar alleine recht gut euer Französisch oder Spanisch aufpolieren, doch als Hilfsmittel zu einem klassischen Sprachkurs vor Ort helfen die Apps nur bedingt. Denn dort sitzt ihr dann doch wieder mit Stift und Schreibblock, um euch Notizen zu erstellen. Damit ihr die Notizen später unterwegs in der Bahn oder am Abend im Bett noch einmal Revue passieren lassen könnt, lohnt es sich, die Notizen digital zu erstellen. Genau das macht der Livescribe 3 Smartpen automatisch für euch. Ihr schreibt einfach eure Aufzeichnungen ganz normal auf einem Schreibblock mit. Um den Versand der Mitschrift an euer iPhone oder iPad sowie die Texterkennung kümmert sich das Duo aus Stift und App automatisch. Falls ihr zu eurem Stift noch eine stylische Portfolio-Mappe sucht, werdet ihr im Gravis-Store ebenfalls fündig.

Livescribe 3