Perfekt fotografieren und filmen mit dem iPhone XS

Mit verbessertem Kamerasystem und A12 Bionic Chip macht das neue iPhone XS noch bessere Bilder. Wir zeigen wie.

Mit Bokeh-Steuerung, Smart HDR und einen erweiterten Dynamikbereich für Videos hat Apple beim iPhone XS erneut die Kamera auf ein neues Level gehoben. Hinzu kommt die Möglichkeit, Videos mit Stereoton aufzuzeichnen. Doch es gibt auch andere Hardware-Neuerungen, die man auf den ersten Blick nicht direkt sieht.

Klein aber fein

Das Kamera-Portal PetaPixel hat sich das iPhone XS genauer angesehen und weitere spannende Features entdeckt. So verfügt die Weitwinkelkamera über 26 mm Brennweite statt bisher 28 mm. Dadurch kann das iPhone etwas mehr Bildinformationen aufnehmen. Der Journalist Rafael Zeier zeigt in seinem Artikel „iPhone XS vs iPhone X“, wie das in der Praxis aussieht. Außerdem enthält das iPhone XS einen größeren Bildsensor als das iPhone X. Bei gleicher Auflösung ist damit jeder Bildpunkt etwas größer und dadurch lichtempfindlicher. In Folge kann das iPhone XS in dunkler Umgebung bessere Bilder machen.

Bisher lag der maximale Wert der Lichtempfindlichkeit der Weitwinkelkamera bei 2112 ISO. Das iPhone XS schafft hingegen bis zu 2304 ISO. Die Zoom-Linse klettert von 1200 auf 1440 ISO. Eine dritte Neuerung ist die maximale Belichtungszeit. Diese lag bisher bei einer Drittelsekunde. Künftig bleibt die Linse bis zu einer Sekunde geöffnet. In Kombination mit einem Stativ ermöglicht das deutlich bessere Aufnahmen bei Nacht. Neben den reinen Kameraeigenschaften hat Apple aber auch die Bildverarbeitung – gestützt durch den neuen A12 Bionic Chip – drastisch überarbeitet. Was das genau für die tägliche Arbeit mit Bildern bedeutet, werden Tests in den kommenden Wochen zeigen.

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Fotografieren mit Siri

Mit den Siri-Kurzbefehlen erlaubt Apple erstmals die Steuerung bestimmter Funktionen in Dritt-Apps. Die Entwickler der Kamera-App Halide haben das neue Feature bereits jetzt implementiert: Einmal konfiguriert, öffnet sich die App per Sprachbefehl und nimmt ein Foto auf. Das lohnt sich zum Beispiel für Selfies. Startet dazu einfach Halide und öffnet das Hauptmenü über den kleinen Pfeil in der Mitte. In den Einstellungen findet ihr unter Erweiterte Einstellungen ganz unten den Befehl Siri-Kürzel einrichten. Folgt einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm, um einen Befehl wie „Cheese!“ aufzunehmen. Jetzt stellt ihr euer iPhone auf ein Stativ oder lehnt es an einen Gegenstand. Schaut, dass die Bildauswahl euren Vorstellungen entspricht und ruft „Hey Siri, Cheese!“

Bokeh nachträglich ändern

Auf dem iPhone XS könnt ihr die Schärfentiefe eines Portraitfotos nachträglich ändern. Öffnet dazu ein Portrait-Bild und tippt auf Bearbeiten. Am unteren Bildschirmrand findet ihr jetzt einen Schieberegler, um den Hintergrund mehr oder weniger unscharf darzustellen. Auf einem iPhone 7 Plus oder iPhone 8 Plus lässt sich der Hintergrund zwar nicht in der Fotos-App anpassen, dafür aber mit Apps wie Fokos.

Im Dunkeln: Fotografieren mit Stativ

Im Dunkeln: Fotografieren mit Stativ

Obwohl das iPhone XS in einer dunklen Umgebung bessere Fotos aufnimmt, solltet ihr das Smartphone dabei möglichst ruhig halten. Denn für alle Kameras gilt, dass wenig Licht mit einer längeren Verschlusszeit kompensiert werden muss. Selbst kleine Bewegungen könnten ohne Stabilisierung für verwackelte Bereiche sorgen. Mit einem Selfie-Stick oder Stativ bereitet ihr das iPhone optimal für ein Nachtfoto vor. Alternativ lehnt ihr euer iPhone an oder steckt es einfach so in die Handtasche, dass die Kamera oben rausguckt. Dank der Timer-Funktion – das mittlere Symbol am oberen Bildschirmrand in der Kamera-App – habt ihr dann noch genug Zeit, euch selbst mit ins Bild zu stellen.

Profi-Videos mit Gimbal

Wie der Vorgänger enthält auch das iPhone XS eine optische Bildstabilisierung. Kleine Verwacklungen kompensiert die Kamera-App also von alleine. Wie im Kino werden eure Filme mit bewegter Kamera aber erst mit einem sogenannten Gimbal. Diese Halterungen kompensieren plötzliche Bewegungen nach links, rechts, oben und unten. Vor einer Weile haben wir das einmal mit dem Vorgänger des DJI Osmo 2, dem DJI Osmo für euch getestet. Ab Minute 4:06 seht ihr den Unterschied:

Wiederholungsrate richtig wählen

Eine andere Einstellung, welche die Videoqualität beeinflusst, ist die Wiederholungsrate ausgedrückt in Frames per Second oder kurz fps. Auf deutsch: Bilder pro Sekunde. Je höher der Wert, desto flüssiger die Aufnahme. Gleichzeitig steht damit aber jedem Einzelbild auch weniger Licht zur Verfügung. In den Einstellungen unter Kamera legt ihr neben der Auflösung die Wiederholungsrate fest. Ziemlich cool: Das iPhone XS verringert die Wiederholungsrate in einer dunklen Umgebung automatisch auf 24 fps, damit mehr Licht auf den Sensor trifft und eure Aufnahmen heller werden. Schaltet also unbedingt die Option Autom. FPS-Einstellung bei wenig Licht auf eurem iPhone XS ein.

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