Das sechste Tech Open Air Festival ist Freitag Abend zu Ende gegangen. Wir stellen euch die neusten Trends der Tech Branche vor.

Im Berliner Funkhaus hat sich vom 11.–14.07. gerade alles getroffen, was in der Tech-Branche Rang und Namen hat. Vier Tage lang haben über 200 Speaker aus Kunst, Wissenschaft und Politik gesprochen, begleitet von 200 Satellitenveranstaltungen und über 20.000 Teilnehmern. Das Tech Open Air, kurz TOA, fand zum sechsten Mal in Berlin statt. Wir stellen euch die neusten Trends vor.

Komponierende Maschinen

Künstliche Intelligenz (KI) kann jetzt noch mehr: Bald wird es Musik in unserem Alltag geben, die von Maschinen komponiert wird. Stephan Baumann vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gab am Freitag auf einer Satellitenkonferenz im Rahmen des TOA bekannt, dass bei Spotify bereits zwei Songs veröffentlicht wurden, die mit hilfe von KI  komponiert wurden. Theoretisch kann jeder, der ein wenig von Computern und Musiksoftware versteht, in diesen Markt einsteigen. Laut Baumann schafft es KI momentan nur Stücke “ähnlich wie Beethoven” zu komponieren und ähnliche Sounds zu produzieren. Der erste Song, der von einer KI komponiert wurde, ist mit Flow Composer entstanden. Das Programm kann Songs und Stile aus einer riesigen Lieder-Datenbank dechiffrieren und bedient sich aus einer Vielzahl an Kombinationen und Stiltransfers. Daraus entstehen dann eigene Songs. “Daddy’s Car” ist der erste Track, der aus KI-Feder entstanden ist und im Stil der Beatles komponiert wurde. Er ist durchaus Radiotauglich, wurde aber von Menschenhand überarbeitet: Der französische Komponist Benoît Carré hat den Text dazu geschrieben und den Track arrangiert:

Bleibt abzuwarten, wann die ersten KIs-Songs die Charts stürmen.

Das Smartphone wird abgelöst

Ein weiterer Speaker auf der TOA, der die Zukunft der Suchmaschinen mitbestimmen wird, ist Hector Ouilhet, Designchef bei Google Search. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Design zu entwickeln, mit dem Nutzer gerne interagieren. Damit gemeint sind vor allem die Benutzeroberfläche und Voice Control, wie bei Sprachassistenten. Er prognostiziert eine Zukunft, in der es keine persönlichen Smartphones mehr geben wird, sondern mehrere Objekte, die miteinander kommunizieren. Er sieht eine Zukunft, in der Menschen auf natürliche Weise mit der Technik kommunizieren, ohne Smartphone, ohne App. Bis es soweit ist, werden Maschinen noch viel von uns Menschen lernen müsse: Je mehr Erfahrungen sie machen, desto besser werden sie.

Eine App als medizinischer Berater: Medicus

Das Wiener Start-up Medicus AI launcht gerade eine App, die das Gesundheitssystem revolutioniert: Komplizierte Gesundheitsdaten einfach erklärt. Dabei verwendet sie das künstliche Intelligenzsystem Medicus, das eingescannte Laborergebnisse leicht verständlich macht. Zusätzlich erfährt der User welche Gesundheitsrisiken er aufgrund der Testergebnisse hat und wird von der App als Gesundheitscoach begleitet. Medicus kann mit Wearables wie Smartwatches oder Blutdruckmessgeräten gekoppelt werden. Gründer Baher Al Hakim (selbst Mediziner und Unternehmer mit 15 Jahren Tech-Erfahrung) ist es besonders wichtig, dass der Nutzer sich sicher fühlt und mit Medicus einen verlässlichen Partner an der Seite hat. Dieser soll alle Patientendaten und Medikationen verlässlich speichern. Der Nutzer hat die Möglichkeit persönliche Daten wie Vitalwerte, Familiengeschichte, Allergien, Größe, Gewicht, Alter u.ä. zu hinterlegen, damit die App zu individuellen Gesundheitstipps und Check-ups raten kann. Medicus wendet sich nicht nur an Patienten und Konsumenten, sondern auch an Gesundheitsversorger. Die englische Version der App ist seit dem 12.07.2017 für iOS auf dem Markt, die Android Version soll bald folgen.


Die App Medicus übersetzt Laborergebnisse und gibt Gesundheitstipps./ Quelle: itunes.com

Die NASA auf Instagram

Rebecca Roth, die den NASA-Instagram und Twitter Kanal betreut, erklärte auf dem TOA, warum es so wichtig ist im Social Media Bereich aktiv zu sein: Das Wissen des 17.000-Mann Unternehmens soll mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Auf Instagram und Twitter werden exklusive Aufnahmen gezeigt, die der Öffentlichkeit sonst verwehrt bleiben: Fotos von Milchstraßen, Planeten und Sternen werden gepostet, einzigartig sind. Ziel ist es, der Öffentlichkeit ein besseres Verständnis der Erde und dem NASA-Wissenschaftsprogramm zu vermitteln. Roth wurde damals bei ihrem Vorstellungsgespräch gefragt, was man ändern müsse, damit die ganze Welt erfährt, dass das voreingestellte Phone-Hintergrundbild auf allen iPhone-Generationen ein Bild von der NASA ist. Mittlerweile ist das Bild als “Blue marble”weltweit bekannt.


Das iPhone Hintergrundbild “Blue marble” ist ein Bild der Nasa./ Quelle: itunes.com