Eine der größten Neuerungen des iPad, das Steve Jobs vor etwas mehr als fünf Jahren zum ersten Mal präsentierte, war die Bauweise ohne Lüfter. Auch das kommende MacBook Air soll Gerüchten zufolge ohne störenden Ventilator auf den Markt kommen. Doch auch bei Macs mit Lüftung gibt es Mittel und Wege, diese in den Griff zu bekommen und für Ruhe zu sorgen. Wir zeigen wie…

Für leistungsfähige Rechner sind Lüfter derzeit noch ein Muss. Aufgrund der Arbeit, die Prozessor, Grafikkarte, Arbeitsspeicher und Festplatte verrichten, entsteht unweigerlich Hitze im Computer, die abtransportiert werden muss. Zum Glück hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur jede Menge hinsichtlich passiver Kühlung getan, also den Wärmetransport mithilfe von festen Bauteilen. Auch die Wärmeentwicklung der verbauten Komponenten wurde verringert. Das MacBook Air ohne Lüfter rückt dadurch in greifbare Nähe. Dennoch gibt es viele bereits eingesetzte Macs, die sich manchmal anhören, als wollten sie vom Schreibtisch abheben.

Erste Ursache: Leistungshungrige Apps
Wenn auch euer Mac ab und zu solche Anstalten macht, liegt dies in der Regel an prozessor- oder grafiklastigen Anwendungen. Hochauflösende Videos, Spiele, Fotobearbeitung oder auch die Verwendung mehrerer Tabs im Browser – womöglich noch mit Flash-Inhalten – fordern dem Prozessor und damit der Kühlung viel ab.

Um festzustellen, welche Anwendung gerade für Durchzug im Mac-Inneren sorgt, genügt ein Klick auf das Batterielade-Symbol in der Menüleiste. Dort stellt euer Rechner Apps mit erheblichem Energieverbrauch dar. Viel Energie bedeutet viel Rechenleistung und damit mehr Wärmeentwicklung als üblich. Wollt ihr schnell Ruhe haben, müsst ihr einfach nur die dargestellten Programme beenden.

Apps mit erheblichem Energieverbrauch

In den Dienstprogrammen lassen sich leistungshungrige Anwendungen aber auch mithilfe der Aktivitätsanzeige identifizieren. Einmal geöffnet sortiert ihr die Liste mit einem Klick auf „% CPU“ nach Prozessor-Beanspruchung. Sofern möglich, sorgt ihr durch Beenden von Programmen mit hoher Prozessor-Leistung für Ruhe. Doch Vorsicht: Beendet nur Programme, die ihr kennt und keinesfalls Systemprozesse. Zwar richtet das Beenden von Prozessen wie „QuickLookSattelite“ keinen Schaden an, der nicht mit einem Neustart zu beheben ist, euer System könnte aber instabil werden, abstürzen und Daten verloren gehen.

Aktivitätsanzeige

Zweite Ursache: Fehler in SMC und NVRAM
Nicht immer sind Apps die Ursache für einen hyperaktiven Lüfter. Wann und wie schnell dieser anfängt zu rotieren bestimmt euer Mac auf unterster Ebene. In der Regel sollte es keine Probleme geben, handelt es sich bei der Lüftersteuerung doch um eine simple Aufgabe. Doch die Ausnahme bestätigt die Regel. Zum Glück ist der Reset vom verantwortlichen SMC (System Management Controller) und NVRAM (Non-Volatile Random-Access Memory) mit wenigen Handgriffen erledigt.

Bei einem Mac ohne herausnehmbaren Akku genügt es, den Mac auszuschalten, das MagSafe-Netzteil anzuschließen und während ihr links auf eurer Tastatur die Tastenkombination [Umschalttaste]+[ctrl]+[alt] gedrückt haltet, betätigt ihr den Ein-/Ausschalter. Wenn ihr einen Mac Pro, iMac oder Mac mini euer Eigen nennt, müsst ihr sogar nur für 15 Sekunden den Netzstecker trennen.

Bevor ihr euren Rechner wieder einschaltet, gilt es noch den NVRAM zurückzusetzen. Auch hierfür muss der Mac ausgeschaltet sein. Nach dem Einschalten müsst ihr schnell [cmd]+[alt]+[P]+[R] drücken, bis der Startgong ein zweites Mal ertönt. Anschließend bootet der Mac wieder wie gewohnt und ist – mit etwas Glück – leiser als zuvor.

Dritte Ursache: Lüftung funktioniert nicht durch Staub
Am häufigsten entstehen Lüftergeräusche allerdings, vor allem bei älteren Macs, durch Staubflusen und andere über die Jahre gesammelte Unreinheiten verstopfte Lüftungsschlitze. Mit etwas Glück genügt es, mit dem Staubsauger einmal ordentlich von Außen am Lüftungsschlitz hin und her zu fahren. Sitzt der Dreck tief, kommt ihr um eine kleine Operation nicht herum. Welche Schrauben ihr mit welchem Schraubendreher betätigen müsst, verraten euch die Kollegen von iFixit in ihren exzellenten Reparatur-Anleitungen. Sind alle Schrauben lose und gut entfernt vom Staubsauger an einem sicheren Ort verwahrt, könnt ihr loslegen – aber am besten nicht gleich mit voller Saugkraft, sondern auf niedriger Stufe. Besonders effizient lässt sich der Staub mit einer Aufsatzbürste entfernen. Vergesst auch nicht, den Deckel eures Macs ebenfalls einmal gut abzusaugen.

MacBook Air 2011 iFixit

Wenn ihr euch den kleinen Frühjahrsputz nicht selbst zutraut, könnt ihr euren Mac auch gerne für eine kleine Inspektion bei unseren Apple-zertifizierten Technikern vorbeibringen, die eine Wartung ohne Verlust eurer Garantie durchführen.

iMac-Festplattenaufrüstung nur mit cBreeze
Apples Technik-Know-how sorgt für viele Stunden angenehmen Arbeitens und jeder Menge guter Unterhaltung. Bei viel Arbeit oder Unterhaltung in Form von Filmen und Spielen ist die Festplatte aber schnell voll. Der Einbau einer neuen Festplatte ist besonders im iMac nicht trivial, aber mit einer guten Anleitung und viel Geduld möglich. Doch selbst wenn der Einbau klappt, ist die Folge bei einigen aufgerüsteten iMacs die ständige Lüftung. Der Grund liegt in dem in den Festplatten integrierten Temperatursensor. Verbaut ihr eine Festplatte, die über sieben statt vier Pins verfügt, funktioniert die Temperaturübertragung im System nicht mehr. Die Folge ist der ständige Lüfterbetrieb oder im schlimmsten Fall sogar Datenverluste, weil der Lüfter nicht für ausreichend Kühlung sorgt.

cBreeze

Doch auch für dieses Problem gibt es eine Lösung: cBreeze. Das von Außen simple Bauteil beherbergt pfiffige von GRAVIS entwickelte Technik, die für eine korrekte Messung und Übertragung der Festplattentemperatur sorgt. Durch diesen Kniff lassen sich sämtliche Festplatten ohne Einbußen bei der Lüftersteuerung verbauen. Der Einbau von cBreeze ist bei einem Festplatten-Upgrade bei Gravis inklusive.

Stoßlüften im Notfall
Selbst wenn eine zu starke Belüftung nur durch einen Software-Fehler verursacht wird, gibt es aus Sicherheitsgründen keinen Software-basierten Kniff, um die Lüftung automatisch nach unten zu regeln. Die andere Richtung, also die manuelle Regelung des Lüfters nach oben, funktioniert hingegen schon. Möglich macht dies die kostenlose App smcFanControl. Der Lüfter verursacht dann zwar mehr Lärm, was wir ja eigentlich vermeiden wollten, allerdings steht euch durch die bessere Kühlung auch etwas mehr Leistung zur Verfügung, da der Prozessor nicht ganz so heiß wird und das System deshalb den Takt weniger stark nach unten reguliert.

smcFanControl

Außerdem habt ihr so die Möglichkeit, einem warmen MacBook vorsorglich etwas Kühle zu verschaffen. Das verlängert nicht nur die Lebensdauer, sondern macht die Arbeit mit einem Laptop auf dem Schoß auch etwas angenehmer.