In einer halben Stunde genug Power für den Rest des Tages – die Schnellladetechnik von Apple und anderen Herstellern macht’s möglich. Wir erklären euch, was ihr beachten müsst, damit iPhone und iPad beim Auftanken in den Turbomodus wechseln.

Manche erinnern sich vielleicht noch wehmütig an Handys wie das Nokia 6310i, die mit einer Akkuladung bis zu 14 Tage durchhielten. Seit es Smartphones mit Touchdisplays gibt und Telefonieren nur noch eine von unzähligen Funktionen der kleinen Superrechner ist, sind solche Werte nur noch Illusion. Die meisten sind froh, wenn ihr iPhone einen Arbeitstag durchhält, ohne zwischendurch an die Steckdose zu müssen.

Ihr könnt allerdings wieder mehr Zeit gewinnen, wenn ihr für das Laden Technik mit Schnellladefunktion verwendet. Mit einem entsprechenden Netzteil oder Kabel könnt ihr euer iPhone bereits in 30 Minuten zur Hälfte aufladen.

Wie funktioniert die Schnellladefunktion?

Im Lieferumfang eures iPhones oder iPads ist auch immer ein einfaches Fünf-Watt-Netzteil und ein Lightning-auf-USB-Kabel enthalten. Damit lassen sich eure Geräte komfortabel und mobil an jeder Steckdose mit einem gleichbleibendem Stromfluss aufladen. Die Spannung beträgt dabei fünf Volt, die Stromstärke ein Ampere. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, können moderne Ladegeräte mit höherer Wattzahl den Stromfluss variabel gestalten und dadurch bei Bedarf mehr Energie in kürzerer Zeit übertragen. 

Ihr könnt den Vorgang mit dem Befüllen eines Wasserglases vergleichen. Das geht schneller, wenn ihr mit einem starken Schwall beginnt und bei steigendem Pegel den Fluss verringert, als wenn ihr kontinuierlich mit einem schwachen Strahl das Wasser eingießt, um ein Überlaufen zu verhindern. Entsprechend wird beim Schnellladen das Gerät bis zu 80 Prozent im Turbomodus gefüllt, danach verlangsamt sich die Geschwindigkeit auf Normalniveau. Sensoren im Laderegler des Mobilgeräts und im Netzteil beugen einem „Überlaufen“ beziehungsweise einer Überhitzung vor. 

USB-C auf Lightning-Kabel
@Apple

Welche Apple-Geräte können schneller geladen werden?

Der technische Standard, der euer iPhone und iPad schneller auflädt, heißt USB PD. PD steht für Power Delivery und funktioniert bei den folgenden iPhone- und iPad-Modellen in Verbindung mit einem Apple USB-C-auf-Lightning-Kabel sowie einem wattstarken USB-C-Netzteil, zum Beispiel dem 18 Watt USB-C Power-Adapter.

Kompatible iPhone- oder iPad-Modell Netzteile fürs Schnellladen
iPhone 8, iPhone 8 Plus und neuer, iPad Pro 12,9″ (1. Generation und neuer)
iPad Pro 11″(1. Generation und neuer), iPad Pro (10,5″), iPad Air (3. Generation), iPad mini (5. Generation)
Apple 18-W-, 29-W-, 30-W-, 61-W-, 87-W- oder 96-W-USB-C-Netzteil
Vergleichbares USB-C-Netzteil eines Drittanbieters, das USB-Power-Delivery (USB-PD) unterstützt

Ein anderer verbreiteter Standard ist Quick Charge von Qualcomm. Qualcomm war Pionier bei der Entwicklung der Schnellladetechnik. Mit den Ende 2017 erschienenen Versionen 4.0 und 4.0+ ist Quick Charge nun zu USB-PD und USB-C kompatibel. 

Satechi Ladeadapter
©Satechi

Kann ich auch Schnellladetechnik von anderen Herstellern für mein iPhone oder iPad verwenden?

Es gibt auch Schnellladekabel von Drittanbietern wie Networx oder Belkin, die USB PD unterstützen und auch für iPhone und iPad verwendbar sind. Praktisch, um mehrere iPhone- oder iPad-Geräte schnell zu laden: Der Satechi 108 W Pro Desktop Charger verfügt neben zwei USB-A- auch über zwei USB-C-Anschlüsse.

Beim drahtlosen Laden muss man sich ebenfalls nicht mit dem gewöhnlichen Stromfluss zufriedengeben. Das Boost Up Qi-Ladegerät von Belkin liefert zehn Watt Leistung und ist sowohl als Ständer wie auch als Ladepad erhätltlich.

Belkin Wireless Charging Stand
©Belkin

Gibt es auch Powerbanks, die schnelles Laden unterstützen?

Natürlich liefert eine Steckdose mehr Saft, aber grundsätzlich spricht nichts gegen schnelles Laden mit einer Powerbank. Achtet darauf, dass das Gerät USB PD unterstützt und genügend Strom bietet. Die Native Union Jump+ Wireless Powerbank beispielsweise lässt sich auf drei Arten anzapfen: über die kabellose Ladefläche, den USB-A-Anschluss und den USB-C-Anschluss mit Schnellladefunktion.

Native Union Wireless Powerbank
©Native Union

Worauf ihr beim Schnellladen achten solltet

Grundsätzlich solltet ihr nur Originalzubehör oder Kabel von zertifizierten Drittanbietern verwenden. Diese sind hinsichtlich Stromstärke, Spannung und Wattanzahl zwischen dem Smartphone und dem Netzteil perfekt aufeinander abgestimmt. No-Name-Kabel bestehen häufig aus minderwertigen Kupferleitungen, die die Funktionalität einschränken oder das Gerät schädigen können. Und Finger weg von Schnellladekabeln, bei denen die Datenleitungen kurzgeschlossen sind. Wichtig ist auch, dass ihr ältere iPhone- oder iPad-Modelle nicht einfach an ein Schnellladekabel anschließt und durch den hohen Stromfluss ein Überhitzen und Ausdehnen des Akkus riskiert.