Kamera und App machen aus dem iPhone einen digitalen Einrichtungsassistenten. Wir zeigen wie ihr messt, plant und kauft.

Mit dem Update auf iOS 11 öffnete Apple auf dem iPhone 6s und neuer, dem iPad Pro und dem iPad der fünften Generation das Fenster in virtuelle Welten. Die Schnittstelle „ARKit“ erlaubt es App-Entwicklern, mit wenig Aufwand hochpräzise Augmented-Reality-Anwendungen zu entwickeln, die die echte Welt, die ihr durch die Kamera seht, mit virtuellen Objekten kombinieren. „Dein Klassenzimmer könnte zum Kosmos werden, die Vergangenheit könnte so lebendig wie die Gegenwart sein und was bekannt ist, könnte vollkommen neu aussehen“, schreibt Apple dazu auf der Seite zu Augmented Reality. Außerhalb des Klassenzimmers könnt ihr Augmented Reality beispielsweise nutzen, wenn ihr eure Wohnung vermessen und einrichten wollt.

Messen mit Magicplan

Damit ihr beim Möbelkauf die richtigen Maße dabeihabt, ist ein Grundriss eines Zimmers oder des gesamten Hauses unverzichtbar. Was früher mit Stift und Papier mühsam gezeichnet werden musste, klappt heute per App: mit Magicplan. Zwar könnt ihr in der App auch digital zeichnen, besser ist aber die Funktion „Digitalisieren“. Das klappt so: Wählt Stockwerk und Raum und stellt euch in die Mitte des Raumes. Anschließend dreht ihr euch um 360 Grad um die eigene Achse und bewegt dabei die Markierung stets in die Ecken des Raums oder an Stellen, wo sich eine Tür befindet. Dort setzt ihr dann einen Marker für „Ecke“ oder „Tür“. Anschließend präsentiert euch die App einen einfachen Grundriss samt Abmessungen. Diesen präzisiert ihr anschließend optional, indem ihr zum Beispiel die Breite der Tür mit einem Zollstock messt und die Messung in den Grundriss eintragt. Anschließend legt ihr Eigenschaften wie Deckenhöhe, -Farbe und Fußboden fest. Auch Fenster und Objekte wie Schränke oder Sanitäranlagen findet ihr in der Bibliothek. Euer Grundriss wird so zum Modell, das ihr sogar interaktiv als 3D-Grafik begehen könnt.

… und einrichten mit Home Design 3D

Während die Stärke von Magicplan die schnelle Erstellung eines Grundrisses ist, glänzt Home Design 3D bei der anschließenden Einrichtung. Im Katalog findet ihr eine riesige Auswahl verschiedener Einrichtungsgegenstände. Diese passt ihr mit verschiedenen Abmessungen sowie Texturen an. Ihr wollt ein gigantisches Sofa in Ziegelsteinoptik? Kein Problem. Über die AR-Funktion, die ihr per In-App-Kauf freischalten könnt, stellt ihr die virtuellen Objekte in euren eigenen vier virtuellen Wänden auf.

Was passt zu meiner Einrichtung?

Ein Nachteil von Home Design ist, dass ihr die Möbel dort nicht direkt kaufen könnt. Die App lohnt sich deshalb vor allem als Inspirationsquelle und für Möbelverkäufer, die keine App haben. Anders Ikea: Über die Place-App des Möbelhauses bekommt ihr einen direkten Eindruck wie ein Sessel, Regal oder eine neue Lampe in die Wohnung passen. Wenn’s gefällt, öffnet ihr die Ikea-Seite per Link und bestellt das neue Möbelstück oder ihr steigt ins Auto und holt es euch im Einrichtungshaus ab. Ein weiteres cooles Feature: Wenn ihr bereits vorhandene Möbelstücke scannt, durchforstet die App den Ikea-Katalog, um euch ähnliche Möbelstücke anzuzeigen.

Zum Schluss die Deko

Wenn ihr mindestens iOS 11.3 installiert habt, erkennen AR-fähige Apps nicht nur den Fußboden, sondern auch die Wände. So habt ihr die Möglichkeit, auch Kunstwerke virtuell auszuprobieren. Das klappt beispielsweise mit Artsy. Wollt ihr sehen, wie ein großformatiger Druck eures Lieblingsmoments im Urlaub über der Couch wirkt? Dann holt euch einfach das kostenlose Wallr.

iOS 12 macht ARKit noch smarter

Das nächste große Update für iPhone und iPad enthält unter anderem ARKit2, eine Weiterentwicklung der Entwickler-Schnittstelle ARKit. Eine der Neuerungen ist die App Maßband. Damit vermesst ihr fast millimetergenau Einrichtungsgegenstände oder Strukturen im Haus. iOS 12 kann schon jetzt als Vorabversion getestet werden. Weitere Informationen zum Thema findet ihr in diesem Blogbeitrag.