Macs gelten nicht nur als schnell und effizient, sondern auch als robust und sicher. Systemausfälle, Viren, Trojaner und andere „Windows“-Krankheiten sollen auf dem Mac kein Thema sein. Doch es gibt Ausnahmen, denn auch der Mac ist letzten Endes nur eine Kombination aus Hard- und Software, die von einem Anwender bedient wird. Es gibt allerdings Mittel und Wege, die Sicherheit des Macs dauerhaft zu erhöhen und Datendiebstahl sowie -verlust vorzubeugen.

Warum heißt es eigentlich immer, Apple-Rechner seien im Vergleich zu anderen Systemen so sicher? Ein einfacher erster Grund liegt in der Verbreitung von OS X. Denn im weltweiten Vergleich der Computer-Betriebssysteme kommt Mac OS X lediglich auf 7,37 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Mac-Anwender verwenden dabei das aktuelle OS X 10.9 „Mavericks“. Microsofts Windows läuft hingegen auf mehr als 90 Prozent aller Computer, ein Viertel aller Rechner wird sogar mit dem nicht mehr unterstützten und somit besonders unsicheren Windows XP betrieben. Die Angriffsfläche für Hacker ist in der Windows-Welt also deutlich größer und damit lohnenswerter.

Doch die geringe Verbreitung ist nicht der einzige Grund. Da die Hard- und Software der Rechner „Designed by Apple in California“ gemeinsam entwickelt und aufeinander abgestimmt ist, kennt Apple seine Systeme sehr genau. Sicherheitslücken sind somit von Anfang an schwieriger aufzufinden als in der Windows-Welt. Hinzu kommen pfiffige Schutzmauern, wie der in Mavericks integrierte Laufzeitschutz, eine Barriere gegen Schadsoftware tief im Inneren des Mac.

In drei Schritten zu mehr Sicherheit
Seit OS X Mavericks kann Apple außerdem schneller auf Sicherheitslücken reagieren. Dazu solltet ihr allerdings die automatische Installation von Software-Updates aktivieren. Die Funktion findet ihr in den Systemeinstellungen unter App Store. Hier aktiviert ihr einfach „Automatisch nach Updates suchen“, „OS X Updates installieren“ und „Systemdateien und Sicherheitsupdates“. Anschließend prüft euer Mac täglich automatisch, ob Apple Updates veröffentlicht hat, und installiert diese selbst im Hintergrund.

App Store

Ein zweiter Schritt ist die Aktivierung von Gatekeeper in den Systemeinstellungen unter Sicherheit. Im Reiter Allgemein schaltet ihr einfach ganz unten unter „App-Download erlauben von“ die zweite Option „Mac App Store und verifizierte Entwickler“ ein. Mit dieser Einstellung seid ihr auf der sicheren Seite, dass ein Programm nicht von einem Hacker stammt.

Gatekeeper

Der dritte Schritt ist die Aktivierung der Firewall im gleichnamigen Reiter der Sicherheits-Systemeinstellungen. Die Option verhindert, dass Dritte sich über das Netzwerk mit eurem Mac ohne eure Zustimmung verbinden können.

Firewall

Das gewisse Extra: Virenschutz auch für den Mac
Und dennoch: Auch für den Mac sind Viren und Trojaner im Umlauf, wenngleich die Chance zur Infektion für Apple-User deutlich geringer ist. Wie für Windows sind auch für OS X Antiviren-Programme erhältlich, die heruntergeladene Dateien und E-Mails auf verdächtige Dateien scannen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn ihr oft mit anderen Personen zusammenarbeitet. Denn obwohl eine bei euch eingegangene Mail mit Schadsoftware eurem Mac nichts anhaben kann, ist die Weiterleitung der E-Mail an einen Windows-Anwender möglicherweise fatal. Mit Symantec Norton Internet Security 5 und Intego Internet Security X8 bietet GRAVIS die Software von zwei renommierten Herstellern zu erschwinglichen Preisen an, mit der ihr eine dauerhafte Überwachung sicherstellt.

Norton und IntegoX8

SSL- und VPN-Verschlüsselung
Der Schutz der Daten auf dem Mac ist wie ihr seht mit wenigen Handgriffen möglich. Sobald ihr Daten jedoch verschickt, ob bewusst per E-Mail oder durch Eingabe in einem Browser-Fenster, verlassen diese euren Rechner und begeben sich auf die Reise zum Empfänger. Eine Reise, auf der die Daten durch Dritte abgefangen werden können, beispielsweise wenn ihr statt im sicheren Netzwerk zu Hause mit einem öffentlichen Hotspot surft. Die Lösung lautet Secure Socket Layer, kurz SSL. Sicherheitsrelevante Dienste wie Banken, Online-Shops und E-Mail-Provider verwenden inzwischen eine SSL-Verschlüsselung, mit der Daten auf ihrem Reiseweg geschützt werden. Ob SSL aktiviert ist, seht ihr in Safari, wenn die Webadresse grün dargestellt wird. Auch Adressen die mit einem „https://“ statt „http://“ beginnen übertragen Daten gesichert.

SSL

Hat das von euch gewünschte Angebot keine SSL-Verschlüsselung, solltet ihr vorsichtig mit der Übermittlung von Daten wie eurer Kontonummer oder ähnlichem sein. Eine oft genutzte Vorsichtsmaßnahme ist ein VPN-Tunnel (VPN = Virtual Private Network), der nicht nur die Kommunikation mit einer bestimmten Seite, sondern den kompletten Datenverkehr zwischen eurem Mac und einem VPN-Server schützt. Auch den Verkehr über das drahtlose und möglicherweise unsichere Netzwerk ist mit VPN sicher. Unter vpnanbieter.net findet ihr eine Übersicht empfehlenswerter VPN-Anbieter.

Sichere Passwortvergabe und Passwörter sicher speichern
Passwörter über täuschend echt aussehende Webseiten herauszufinden ist nur eine Strategie. Oft genügt es auch einfach, ein paar Daten wie das Geburtsdatum und den Namen des Haustiers oder Ehepartners zu kennen, um in das E-Mail-Postfach oder das Online-Shoppingkonto zu gelangen. Dabei ist die Erstellung eines sicheren Passworts auf dem Mac kein Problem. Denn in den Dienstprogrammen im Ordner Programme kann in der Schlüsselbundverwaltung schnell ein neues Passwort kreiert werden. Klickt euch einfach über die Ablage zum Menüpunkt Passwort erstellen. Über das Schlüsselsymbol hilft euch OS X im Anschluss bei der Wahl eines sicheren aber dennoch einprägsamen Passworts. Falls ihr ein iPhone euer Eigen nennt, werden Passwörter sogar zwischen iOS und OS X synchronisiert.

Schlüsselbund

Android-User, die nicht auf Apples iCloud Keychain zugreifen können, empfehlen wir die Nutzung von 1Password. Die App funktioniert ähnlich wie die Schlüsselbundverwaltung und hilft euch nicht nur bei der Erstellung eines sicheren Passworts, sondern sorgt auch dafür, dass ihr eure Login-Daten immer dabei habt.

1Password

Mit TimeMachine vorbereitet auf den Super-GAU
Trotz der vielfältigen Sicherheitsmaßnahmen kann es auch auf dem Mac zum Ausfall durch bösartige Software kommen. Die regelmäßige Sicherung der Daten gegen einen solchen Ausfall hat deshalb oberste Priorität. Dank Apples Time Maschine gelingt ein Backup mit wenigen Handgriffen. Denn das Einzige was ihr tun müsst, ist eine Festplatte mit ausreichend Speicherplatz mit eurem Mac zu verbinden. Stöpselt ihr die Platte das erste Mal an, wird OS X automatisch fragen, ob ihr ein Backup erstellen wollt. In den Systemeinstellungen unter „Time Machine“ könnt ihr das Speicherziel aber auch manuell auswählen und Time Machine aktivieren. Das Beste an Apples Lösung: Eure Daten werden regelmäßig automatisch gesichert. Um das leidige Thema Backup müsst ihr euch also nicht mehr kümmern.

Festplatten

Bei den Festplatten könnt ihr sowohl eine normale, günstige USB-Festplatte wie das Western Digital My Book Studio, als auch die Komfort-Lösung von Apple, die AirPort Time Capsule, einsetzen. Einziger Unterschied: Die Apple-Hardware erlaubt euch, das Backup auch drahtlos durchzuführen. Eine normale Festplatte müsst ihr entweder dauerhaft anschließen oder regelmäßig mit eurem Mac verbinden. Wenn ihr keine Angst vor ein bisschen Konfiguration habt oder einen IT-Profi im Familien- oder Freundeskreis habt, findet ihr mit einer Netzwerkfestplatte wie der Synology DiskStation DS112j einen optimalen Zwischenweg.