Manche Anwendungen wie WhatsApp gibt’s ausschließlich auf dem Smartphone. Wir zeigen, wie man aus der Browser-Variante ganz einfach eine Mac-App macht.

Browser-basierte Anwendungen wie Google Mail, WhatsApp, Facebook oder Instagram sind für uns Anwender sehr komfortabel, weil wir nichts installieren müssen. Doch die Web-Apps haben auch Nachteile. Erstens dauert es eine Weile bis diese einsatzbereit sind, da sie erst laden müssen. Wer viele Tabs verwendet, verliert zweitens durch zusätzliche Web-Apps die Übersicht. Die Lösung: Die wichtigsten Web-Apps einfach in Mac-Apps umwandeln, die gleichberechtigt neben bestehenden Anwendungen wie Word, dem Mail-Programm oder dem Browser im Dock laufen.

 

Web-App mit Chrome erstellen

Am einfachsten funktioniert die Mac-App-Erstellung mit Google Chrome. Der Browser enthält nämlich einen Menü-Eintrag, mit dem ihr zum Beispiel web.whatsapp.comin eine Mac-App verwandelt. Und das geht so:

  1. Öffnet die Webseite, die ihr zu einer Mac-App machen wollt.
  2. Klickt in Chrome rechts oben auf die drei Punkte, um ins Menü zu gelangen.
  3. Wählt unter macOS Zu Anwendungen hinzufügen.
  4. Nachdem ihr der Mac-App einen Namen gegeben habt, erscheint diese in einem Finder-Fenster, aus dem ihr sie zum Beispiel ins Dock zieht.

 

 

In drei Schritten zur Fluid-App

Eine gute Alternative zu Chrome ist Fluid. Der Vorteil gegenüber Chrome: Die Anwendung ist auf die Konvertierung von Web-Apps zu Mac-Apps spezialisiert und unterstützt zusätzliche Funktionen wie eigene App-Symbole oder Benachrichtigungen. Die Erstellung einer App ist zwar etwas aufwändiger, aber nicht schwieriger als mit Chrome:

  1. Ladet die kostenlose Version von fluidapp.comherunter.
  2. Öffnet Fluid und gebt die URL der Web-App ein, die ihr konvertieren wollt.
  3. Der Name der Mac-App ist euch überlassen. So könnt ihr ihr zum Beispiel „Google Mail“ oder „Gmail“ verwenden.
  4. Wählt einen Speicherort für die neue Mac-App, am besten den Programme-Ordner eures Macs. Klickt dazu auf das Auswahlmenü und wählt Other. Anschließend klickt ihr links in der Seitenleiste auf Programme.
  5. Auf die gleiche Art und Weise wählt ihr (optional) im letzten Menü eine Bilddatei, die ihr als Symbol verwendet. Verwendet ihr die Funktion nicht, sucht sich Fluid das Favicon – ein kleines Bild, das ihr zum Beispiel in der Adresszeile des Browsers seht.
  6. Mit einem Klick auf Createwird aus einer Web-App eine Mac-App.

 

 

 

 

Progressive Web App

Dass der Browser eine praktische, weil Betriebssystem-unabhängige Alternative zur vollwertigen App ist, behauptete 2007 schon Apples damaliger CEO Steve Jobs. Die Realität sah aber anders aus: Vor zehn Jahren waren Browser, auch der des iPhones, einfach noch nicht mächtig genug. Die Folge war der Start des App Stores kurze Zeit später. Inzwischen liegen mehr als zehn Jahre Browser-Entwicklung hinter uns und der Boom Browser-basierter Anwendungen steht kurz bevor. Dank HTML5 und JavaScript unterstützen aktuelle Browser die wichtigsten Features von echten Apps: Offlinefähigkeit und Push-Meldungen, auch wenn der Browser geschlossen wurde. Hinzu kommt die Fähigkeit, sich selbstständig an die Größe des Displays anzupassen. Entwickler sprechen dann von „responsiven Websites“.

 

Wie eine solche progressive Web-App aussehen könnte, zeigt der Kurznachrichtendienst Twitter. macOS fehlt die Funktion zum Speichern von Web-Apps zwar noch, unter iOS funktioniert die App-Zukunft auf dem Smartphone aber schon: Öffnet einfach mobile.twitter.com, tippt unten auf die Teilen-Taste und wählt Zum Home-Bildschirm. Auf dem Mac folgt ihr einfach einer der beiden oben erklärten Anleitungen, um richtig gute Web-Apps aus dem Browser zu lösen und diese fast wie eine echte Anwendung mit Vorteilen wie Push-Meldungen und Offline-Inhalten auf dem Rechner zu verwenden.