Spotify: Der Musik-Streaming-Dienst auf einen Blick

Spotify ist in Deutschland angekommen. Lange Zeit war der Musik-Streaming-Dienst sehnsüchtiges Ziel zahlreicher Musikliebhaber hierzulande und mit zahlreichen Tipps und Tricks versuchte man, ihn auf den Mac zu holen. Ab sofort geht es deutlich leichter: Mehr als 16 Millionen Musik-Titel landen per App auf iPhone und iPod touch und auch am Mac kann man mit der Spotify Anwendung Musik hören, bis die Ohren qualmen. Wir stellen euch Spotify mit App und Mac-Client vor. Und wir verlosen Premium-Accounts.

Spotify – die soziale Musikbörse

Mit dem Schritt auf den deutschen Markt der Musik-Streaming-Dienste hat sich das schwedische Unternehmen Spotify Zeit gelassen. Diese hat es genutzt, um dem Musik-Dienst den nötigen Feinschliff zu geben. Dazu gehört unter anderem die Kooperation mit Facebook, die aus Spotify eine soziale Musikbörse macht. Über das Music-Dashboard auf der linken Facebook-Seite kann der Anwender sich informieren, welche Musik die Freunde hören, welche Titel man gemeinsam hat und das Dashboard schlägt basierend auf den Gemeinsamkeiten auch Songs aus den Playlisten der Freunde für die eigene vor.

Welcher Titel gerade bei einem Freund läuft, darüber gibt der Ticker in Echtzeit Auskunft. Im Facebook-Nachrichtenstrom erfährt man anhand eines Beitrags, welchen Song der Freund gehört hat.

Wirklich sozial wird Spotify allerdings dann, wenn man die eigene Playlist mit seinen Freunden teilt. Mit wenigen Klicks oder Fingertips sendet man einen Link zum Song per Mail, Facebook und Twitter an die eigene Community. Auf gleichem Wege kommt man zu einer Mediathek mit größerer Auswahl und findet dabei womöglich Musik, auf die man ohne das soziale Netzwerk nie gestoßen wäre.

Mit Spotify kann der Musikliebhaber kostenlos nach Titeln und Alben suchen, sie per Streaming anhören, zu Wiedergabelisten zusammenstellen und diese an andere Teilnehmer weitergeben. Gefällt ihm ein Titel und möchte er ihn gerne erwerben, kann er ihn zumindest über die Mac-Anwendung erwerben.

Ist der Spotify-Account generell zunächst kostenlos, gibt es noch zwei kostenpflichtige Varianten.

Da wäre zunächst das Spotify-Unlimited-Abo, dass für 4,99 Euro pro Monat die Werbeeinblendungen verbannt und das Zeitlimit von 10 Stunden pro Monat aufhebt. Mit dem Zeitlimit beim Free-Account muss der Anwender allerdings erst nach sechs Monaten leben, solange hat er unbegrenzten Zugriff auf alle Titel. Indes bestätigt Spotify, dass dieses Zeit-Limit noch nicht final ist.

Wirklich spannend wird Spotify allerdings erst mit dem Premium-Account. Der kostet zwar 9,99 Euro pro Monat, liefert dafür aber auch die Musik ohne Werbung auf iPhone und iPod touch, wahlweise auch auf Android-Smartphones. Zudem ist die Qualität der Musik besser – mit 320 Kilobits pro Sekunde. Zum Vergleich: Apple bietet beim Musik-Streaming-Dienst iTunes Match Musiktitel mit maximal 256 Kilobits pro Sekunde an.

Spotify auf dem Mac

Für den Mac haben sich die Entwickler für die Spotify-Anwendung an iTunes orientiert. Das ist vor allem ein Vorteil für den Anwender, reagiert der Macianer gelegentlich doch auf neue Benutzeroberflächen mit Ablehnung. Grau in zahlreichen Schattierungen ist die Farbe der Anwendung. In der rechten Menü-Spalte findet man die möglichen Quellen für Musik und dank der Verlinkung zu iTunes auch die bereits in Apples Musik-Player erstellten Play-Listen.

Unerwartet mag auf den ersten Blick der Menü-Punkt Apps sein. Aber auch Spotify setzt auf Zusatzprogramme, um den eigenen Leistungsumfang zu vergrößern. Anwender können sich so etwa mit der App Billboard Top Charts über die neuen Chartstürmer informieren, in der App des Musikmagazins Rolling Stone Rezensionen lesen und mit TuneWiki die Liedtexte des Songs ansehen, der gerade läuft. Ein Geheimtipp der Redaktion ist zudem Songkick Concerts. Die App verrät, wann der gerade gespielte Interpret das nächste Live-Konzert in der Nähe gibt. Zudem empfehlen wir euch auch mal einen Blick auf Apps wie Eventim, Tape.tv und Festivalguide – die Liste vor allem der deutschen App-Anbieter ist umfangreich und bietet jedem das Passende.

Dank der Facebook-Anbindung sieht man auch in der Mac-Software, welche Musik die Freunde gerade hören.

Hinweis: Mit dem Start in Deutschland wird die Facebook-Anbindung zur Pflicht. Wer womöglich seine musikalischen Irrwege verheimlichen möchte, sollte in den Einstellungen das automatische Teilen als erstes deaktivieren.

Die Spotify-App

Ähnlich ordentlich und aufgeräumt wie auf dem Mac ist Spotify auch auf dem iPhone respektive dem iPod touch. Auch Android-Besitzer können ab sofort den Musik-Streaming-Dienst mit sich herumtragen. Einzige Voraussetzung ist der Premium-Account.

Bevor man jedoch die sprichwörtliche Katze im Sack kauft, bietet Spotify eine kostenlose 48 Stunden Premium-Testphase, die sich auf 30 Tage ausweiten lässt.

In der App findet man über die Reiter am Fuße der App die wichtigsten Menü-Punkte. Playlisten, die Titel-Suche, Neuheiten aus der Musikwelt und auch die soziale Komponente findet man in der App wieder – Freunde die Spotify verwenden tauchen in der Freundesliste auf.

In den Einstellungen kann der Anwender mit einem Fingertip unter anderem den Offline-Modus aktivieren. Dann stehen zwar nur noch die Playlisten zur Verfügung, die für das Offline-Hören freigeschaltet sind, dafür schont man das Datenvolumen. Überhaupt dürften vor allem Hardcore-Nutzer schnell an ihre Datenbegrenzung gelangen, sofern sie vorwiegend unterwegs den Dienst nutzen. Grund ist vor allem die hohe Qualität der Musiktitel, die einhergeht mit besagter Datenrate von 320 Kilobits pro Sekunde.

Dazu ein Tipp: In den Einstellungen könnt ihr festlegen, mit welcher Bandbreite und in welcher Qualität ihr Musik streamen wollt und ob die Synchronisation ausschließlich über das Funknetz erfolgen soll.

Hinweis: Auch bei der App gilt, was bei der Mac-Anwendung bereits Erwähnung fand. Möchte man nicht jeden Titel, den man hört auf Facebook anzeigen, dann sollte man die Funktion in den Einstellungen ausschalten.

Zusammenspiel zwischen Computer und Smartphone

Wirklich unschlagbar ist Spotify, sobald Mac und iPhone zusammen spielen. Die Playlisten, die man am Mac erstellt, stehen auch auf dem iPhone und iPod touch zur Wiedergabe bereit. Damit die Songs auch offline verfügbar sind – unabhängig davon ob auf Mac oder Smartphone – aktiviert man den Offline-Modus. Der Mac synchronisiert in dem Fall die Titel zunächst mit dem Spotify-Account, auf dem iPhone stehen sie zur Verfügung, wenn man sie in eine Playlist packt.

Gelegentlich kann es passieren, dass auch bei mehr als 16 Millionen Musiktiteln ein Song nicht zu finden ist. In unserem speziellen Fall ist es beispielsweise ein Song der südafrikanischen Band Mafikizolo. Allerdings bietet Spotify auch dafür eine Lösung: Sofern sich iPhone und Mac im gleichen lokalen Netzwerk befinden, öffnet man Spotify auf dem Mac, markiert die Playlist mit dem Titel und synchronisiert sie mit dem iPhone. Und schon kann man auch diesen Titel unterwegs hören.

Unser Tipp Auch das Gute lässt sich noch verbessern: Mit einem Sonos-Soundsystem könnt ihr in allen Räumen eurer Wohnung Musik hören.

Fazit

Von Haus aus ist Spotify ein leicht zu bedienender Musik-Streaming-Dienst und Dank der Facebook-Anbindung macht Musik hören und teilen viel Spaß. Wirklich überragend wird Spotify allerdings wie wir finden vor allem dann, wenn man die 9,99 Euro pro Monat investiert. Denn wer möchte schon ausschließlich am heimischen Computer Musik hören. Und für den Obolus erhält man immerhin eine Musik-Flatrate, die bei über 16 Millionen Titeln für jede Gemütslage und jeden Anlass sicher das passende Musikstück liefert.

So viel Licht führt auch bei Spotify zu ein wenig Schatten. Leider haben die Entwickler aktuell keine App für das iPad anzubieten. Das Bedarf besteht, zeigt mittlerweile sogar eine eigene Facebook-Gruppe. Zwar kann man die iPhone-App auch auf dem iPad nutzen, allerdings ist eine für das Apple Smartphone optimierte Anwendung doch nur ein schwacher Ersatz für eine App.

Zum Gewinnspiel geht es auf der nächsten Seite.