Time Machine: So sichert ihr Dateien optimal 

Foto gelöscht oder Dokument überschrieben? Mit Time Machine stellt ihr Daten im Handumdrehen wieder her.

Die in macOS integrierte Backup-Lösung Time Machine macht die Datensicherung zum Kinderspiel. Einzige Voraussetzung ist eine externe Festplatte. Die benötigte Kapazität hängt von der Tiefe des Backups ab. Je größer die Festplatte, desto mehr Versionen einer Datei kann Time Machine speichern. Das Minimum ist die doppelte Größe der genutzten Speicherkapazität. Wie viel Speicher ihr aktuell belegt, erfahrt ihr über den Apfel in der Menüzeile und Über diesen Mac im Reiter Festplatten. Zieht hier den als frei markierten Bereich von der Kapazität der Partition ab. Im Screenshot sind von 399 GB Kapazität 174,21 GB frei. Folglich sind gut 225 GB belegt. Im Beispiel sollte die Time-Machine-Festplatte mindestens zweimal 225 GB, also 450 GB groß sein.

Stündliche, tägliche und wöchentliche Backups

Eine Time-Machine-Sicherung besteht aus einem großen und mehreren kleinen Backups. Die erste Sicherung, die ihr direkt nach dem Anschließen einer neuen Festplatte erstellt, sichert euren Rechner eins zu eins. Alle darauffolgenden Backups enthalten nur geänderte Dateien. Diese sogenannten inkrementellen Backups sparen Zeit und Festplattenkapazität. Sofern der Rechner eingeschaltet und die Festplatte angeschlossen ist, sichert Time Machine jede Stunde ein weiteres Backup. Mit dem kostenlosen Programm TimeMachineScheduler lässt sich das Backupintervall aber auch anpassen.

Sobald ein Backup mehr als 24 Stunden zurückliegt, löscht Time Machine dieses. Nur eines der maximal 24 Backups eines Tages behält Time Machine zurück. Nach einem Monat löscht Time Machine auch diese täglichen Backups – wieder bis auf ein Backup im Monat. Je weiter ein Backup zurückliegt, desto größer werden also die zeitlichen Abstände zwischen zwei aufeinander folgenden Backups. Sobald die Time-Machine-Festplatte voll ist, werden ältere Backups komplett gelöscht. Je größer die Festplatte, desto weiter könnt ihr in die Vergangenheit zurückspringen um Daten wiederherzustellen.

Übrigens: Solange euer Mac freien Speicherplatz zur Verfügung hat, sichert Time Machine Backups temporär auf der internen Festplatte und kopiert diese später, wenn möglich, auf die Time-Machine-Festplatte. Dadurch funktioniert die Wiederherstellung von Dateien auch eingeschränkt, ohne dass eure externe Time-Machine-Festplatte angeschlossen ist. Ein guter Grund, beim Rechner-Kauf lieber auf eine größere Festplatte zu setzen.

Daten wiederherstellen

Time Machine ermöglicht es euch, nicht nur gelöschte Dateien wiederherzustellen, sondern auch eine vorherige Version, beispielsweise um einen gelöschten Absatz wiederfinden und in das aktuelle Dokument einfügen zu können. Die Wiederherstellung klappt im Finder über das Time-Machine-Symbol und den Befehl Time Machine öffnen in der Menüzeile. Alternativ klickt ihr in unterstützten Apps wie Apples iWork-Suite über Ablage, Zurücksetzen auf und Alle Versionen durchsuchen. Wenn ihr mehrere Time-Machine-Sicherungen verwendet, haltet bevor ihr auf das Time-Machine-Symbol in der Menüleiste klickt die [alt]-Taste gedrückt und klickt auf Andere Backup-Volumes durchsuchen.

Ein Backup vom Backup

Da auch eine Backup-Festplatte kaputt gehen kann – nach Murphy vermutlich genau dann, wenn euer Rechner gerade abgestürzt ist – lohnen sich zwei Backups an getrennten Orten. Beispielsweise eine Festplatte zu Hause, die andere im Büro. Wichtig: außerhalb der eigenen vier Wände gelagerte Sicherungen solltet ihr verschlüsseln. Das verhindert, dass Dritte die Festplatte einfach an ihren Rechner anschließen und eure Daten auslesen können. Klickt deshalb beim Einrichten eurer Time-Machine-Sicherung auf Backups verschlüsseln.

Im Notfall: Von Time Machine booten

Eine Time-Machine-Festplatte könnt ihr auch an einem anderen Mac anschließen, um von diesem euer gewohntes System zu starten. Das kann zum Beispiel praktisch sein, wenn euer Mac gerade in der Reparatur ist und ihr trotzdem mit der gewohnten Software arbeiten wollt. Schließt die Time-Machine-Festplatte einfach an und haltet beim Start des Macs die [alt]-Taste gedrückt. Jetzt könnt ihr eure Partition wählen.

Noch komfortabler: Drahtlos sichern

Time Machine funktioniert nicht nur mit USB-, FireWire- oder Thunderbolt-Festplatten, sondern auch drahtlos mit Netzwerkfestplatten. NAS-Server wie die von Synology oder Western Digital werden einfach per LAN-Kabel am Router angeschlossen. Anschließend konfiguriert ihr in den Systemeinstellungen unter Time Machine ein neues Backup. Entsperrt den Dialog unten links über das Schloss und wählt danach in der Liste der Time-Machine-Backups Backup-Volume hinzufügen (oder entfernen). Im Dialog wird euch anschließend der NAS-Server angezeigt. Bei WD-My-Cloud-Geräten ist dieser bereits aktiviert, auf einer Synology Diskstation müsst ihr diesen erst noch einschalten. Eine Sicherung übers WLAN ist zwar langsamer als auf einer per Kabel verbundenen Festplatte, dafür müsst ihr euch keine Gedanken ums Anschließen machen.

iCloud-Backup für den Mac?

Dokumente und Einstellungen auf dem iPhone und iPad sichert iOS selbstständig in iCloud. Auf dem Mac funktioniert das Backup in die Cloud nicht. Allerdings gibt es Apps, die eine ähnliche Funktion nachrüsten. Unser Tipp: Backblaze. Der Anbieter ist mit umgerechnet gut 4,30 Euro monatlich oder 43 Euro pro Jahr für unbegrenzten Speicherplatz nicht nur besonders günstig, sondern dank Verschlüsselung eurer Daten vor dem Upload auch sicher.